Stadt reagiert auf Tierquälerei im Himmelsgarten

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Eine gefährdete Spezies: Im Himmelsgarten gibt es zahlreiche Amphibien.

Augenzeugen berichten von Kindern und Jugendlichen, die Frösche, Kröten und Lurche quälen.

Schwäbisch Gmünd-Wetzgau. Alle Jahre wieder werden die Frösche im Tümpel im Himmelsgarten zu einer kleinen Attraktion. Tausende Kaulquappen, Frösche, Kröten und Lurche tummeln sich dort. Und jedes Jahr aufs Neue steht die Ortsverwaltung vor dem gleichen Problem: Wie können die teilweise unter Naturschutz stehenden Tiere besser geschützt werden? Denn in den vergangenen Jahren sei immer wieder beobachtet worden, dass vor allem Kinder und Jugendliche Steine auf die Tiere werfen würden, berichtet Ortsvorsteher Johannes Weiß.

Auch auf der Facebook-Seite "Schwäbisch Gmünd" sind die Frösche im Himmelsgarten und der Umgang mit ihnen Thema. Dort schrieb eine Nutzerin kürzlich: "Wer ist denn zuständig für die Frösche/den Tümpel da oben im Himmelsgarten? Da sind echt viele Frösche, viel Laich und schon stehen da Jungs, fischen die Frösche raus, lassen sie auf den Boden fallen, schmeißen sie im hohen Bogen rein." Weitere Kommentare unter diesem Facebook-Eintrag bestätigen diese Beobachtungen.

Ortsvorsteher Johannes Weiß ist der Amphibienbestand im Himmelsgarten und dessen Schutz wichtig. Das betont er immer wieder. Dass die Kinder, wie auf Facebook beschrieben, nun mit Keschern nach den Tieren fischen würden, sei ihm "nicht bekannt" gewesen. Der Parkranger Erwin Vogelmann sehe "immer wieder nach dem Rechten", könne "aber nicht überall gleichzeitig sein", erklärt Weiß hierzu.

Nachdem Johannes Weiß von den Vorfällen mitbekommen hatte, suchte er umgehend eine Lösung – wohlwissend, dass es eine "hundertprozentig wirksame Lösung" nicht geben werde. Sein Vorschlag: eine Umzäunung des Geländes zum Schutz der Tiere. Eine Idee, die der Stadtverwaltung zunächst zu weit ging. Es könne nicht sein, dass alles "umzäunt" werde, nur um vor unbefugtem Zugriff zu schützen, so Stadtsprecher Markus Herrmann. Letztlich entschieden sich die Verantwortlichen dennoch für einen Bauzaun, den Mitarbeiter des städtischen Baubetriebshofs nun über die Feiertage aufstellten. Gleichzeitig setzt die Stadtverwaltung auf Hinweis- und Verbotsschilder sowie auf die Vernunft der jüngeren Bürger.

Tierquälerei streng verboten

Ortsvorsteher Johannes Weiß hofft, dass die Tiere im Himmelsgarten in den kommenden Wochen nun ihre benötigte Ruhe erhalten, um ungestört aufwachsen zu können. Damit das möglich ist, nimmt Johannes Weiß auch die Eltern von tierquälenden Kindern in die Pflicht. Denn sie seien für das Handeln ihrer Kinder verantwortlich. Und auch wenn die Kinder aus Unwissenheit oder Langeweile Tiere quälen, spreche die Rechtsprechung eine deutliche Sprache, sagt Walter Beck vom Naturschutzbund (NABU) Schwäbisch Gmünd. Denn sämtliche Amphibien, die in Europa leben, seien im Naturschutzgesetz als "besonders schützenswert” klassifiziert. Somit sei es "streng verboten, Tiere dieser Spezies zu fangen, zu stören, ihren Lebensraum zu zerstören oder gar die Tiere selbst zu töten". Laut dem baden-württembergischen Bußgeldkatalog können Verstöße ein Bußgeld in Höhe von bis zu 50 000 Euro nach sich ziehen.

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