Stadt sagt Weihnachtsmarkt und Eisbahn für dieses Jahr ab

  • Weitere
    schließen
+
Stiller geht's nimmer, sagt Oberbürgermeister Richard Arnold, denkt er an Weihnachten 2020 in Gmünd. Die Stadt hat am Mittwoch den Weihnachtsmarkt und die Eisbahn für November und Dezember abgesagt.
  • schließen

Verwaltung und Touristik- & Marketing GmbH (T & M) erläutern den Stadträten die "schwierige Situation". Stadträte stimmen Verzicht zu. 

Schwäbisch Gmünd

Gmünd verzichtet in diesem Jahr auf den Weihnachtsmarkt und die Eisbahn. Dies beschlossen am Mittwoch Stadtspitze und Stadträte im Verwaltungsausschuss. Zuvor hatten Oberbürgermeister Richard Arnold und T & M-Chef Markus Herrmann erläutert, weshalb auch der geplante kleinere Weihnachtsmarkt mit 35 Ständen ohne Getränke und Essen in Kombination mit Gastronomen und einer größeren Eisbahn schwierig geworden wäre.

Arnold verwies darauf, dass Weihnachtsmarkt und Eisbahn mit dem Teil-Lockdown im November sicher nicht möglich gewesen wären. Und: "Wir wissen nicht, wie es im Dezember weitergeht", sagte das Stadtoberhaupt. Die Stadt aber habe den Standbetreibern gegenüber eine Verantwortung. Diese müssten nun Waren einkaufen und bräuchten deshalb Klarheit. Diese Situation skizzierte Arnold auch für die Eisbahn. Dabei brauche der Handel begleitende Maßnahmen. Die Gastronomie sei zu. Die Händler hätten offen. Viele seien in Kurzarbeit. Und die 450-Euro-Kräfte seien nach Hause geschickt worden. Mit dieser Zusammenfassung erklärte Arnold nochmal, weshalb er mit 34 anderen (Ober-)Bürgermeistern den Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann geschrieben habe (lesen Sie dazu "Arnold fehlt der ‘Maßstab' für den Umgang mit dem ‘Marathon' Corona-Pandemie"). Er fügte hinzu: ‘Stille Nacht' werde dieses Jahr sehr wörtlich genommen, "stiller geht's nicht".

Stille Nacht' wird dieses Jahr sehr wörtlich genommen.

Richard Arnold Oberbürgermeister

Auch T & M-Chef Markus Herrmann sprach von einer "schwierigen Entscheidung", weil es "Ungewissheit" gebe und "keine Perspektive". Die Stadt wolle machen, was machbar ist. Deshalb erwägt Herrmann für den Januar Veranstaltungen wie eine Winterkultur in einem Zelt oder eine Skischanze für Kinder auf dem Marktplatz.

De Lage in der Gastronomie sei schwierig, sagte Hannes Barth (CDU) in seiner Funktion als Kopf der Fremdenverkehrsgemeinschaft ProGmünd. Er dankte dem OB für den Brief an Kretschmann. Die Gastronomie sei nicht der Ursprung der Hotspots, alle kollektivisch zu bes-trafen, sei deshalb falsch. Werde im November zugemacht, im Dezember aufgemacht, im Januar wieder zugemacht, dann werde es einige Gastronomen im Jahr 2021 nicht mehr geben.

Für Weihnachtsmarkt und Eisbahn habe die Stadt tolle Konzepte gehabt, sagte Barth für die CDU. Der Unsicherheit wegen mache es aber keinen Sinn, diese zu betreiben. Auch Gabriel Baum (Grüne) lobte Arnolds Engagement, wenngleich er nicht wisse, wohin dieser Weg führen solle. Er bat den OB, mit seinem Einfluss und seinem Talent in dieser Pandemie um Solidarität zu werben. "Stille Nacht" als Drohung sei nicht angemessen.

"Wir tragen das mit", sagte auch Dr. Uwe Beck (SPD). Er habe mit dieser Entscheidung länger schon gerechnet. Gut sei es, wie von Markus Herrmann vorgeschlagen, Alternativen zu überlegen, sagte Sebastian Fritz (Die Linke). Herrmanns Ideen fügte Karin Rauscher (FWF) ein "Laternenbasteln in Kindergärten" und Schattentheater-Aktionen hinzu. So könne man Attraktionen schaffen, um "in gebotenem Abstand" durch die Stadt zu flanieren. "Wir tragen das auch mit", sagte schließlich Brigitte Abele (Bürgerliste) und lobte den OB ebenfalls für den Brief.

Arnold fehlt der "Maßstab" für den Umgang mit der "Marathon"- Corona-Pandemie

Oberbürgermeister Richard Arnold erläuterte den Stadträten am Mittwoch, weshalb er den Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann unterschrieben habe. Er wolle anmahnen, den November zu nutzen, um nach dem November eine Perspektive zu haben. Es könne sein, dass man von Zahlen und Infektionen, von Kontakten und Nachverfolgungen wegkommen müsse. Was nütze das Gerede von Betten, wenn niemand da sei, der pflege, sagte Arnold. Der OB will eine Diskussion über den "Maßstab, den wir brauchen, um den Marathon" Pandemie zu schaffen. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben. Und Mehrheit bedeute nicht notwendigerweise Wahrheit. Die Lebenswirklichkeit hier in der Stadt müsse einbezogen werden, sagte der OB. Denn die sei anders als in der Staatskanzlei in Stuttgart und in Berlin. mil

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

WEITERE ARTIKEL