Stadt und Standbetreiber sagen Weihnachtsmarkt ab

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Absage Weihnachtsmarkt Klaus und Ulrike Hörger aus Bartholomä
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Organisatoren nennen die steigenden Inzidenzzahlen und die vom Land vorgegebene 2G+-Regel als Gründe.

Schwäbisch Gmünd

Die Staufer wollten an diesem Dienstag die Buden mit Geschenkartikeln befüllen. Das ist nun hinfällig. Die Stadt hat Gmünds Weihnachtsmarkt am Dienstag gegen Mittag abgesagt. Die Mitglieder des Staufersaga-Vereins werden deshalb in den kommenden Tagen die Buden wieder abbauen. Ihr tue das sehr leid, sagt die zweite Vorsitzende des Vereins, Gundi Mertens. Doch „2G+ ist nicht machbar“. Sie bedauere die Entscheidung für die Standbetreiber. Das aber sei nur die eine Seite. Die andere: „Es kann nicht sein, dass unten auf dem Marktplatz gefeiert wird und oben im Klinikum Menschen um ihr Leben ringen.“

Solche Verantwortung war letztlich einer der Gründe für die Absage. Stadtsprecher Markus Herrmann nennt „die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen“ und die „anstehende 2G+-Landesverordnung für Veranstaltungen, speziell auch für Weihnachtsmärkte“. Denn die 2G+-Regel, also geimpft oder genesen plus Test, habe zu der Sorge geführt, dass die Resonanz auf den Markt kaum absehbar sei und zu wenig Nachfrage drohe. Die Stadt und die Marktorganisatoren hätten deshalb die Absage in einem Gespräch gemeinsam mit den Standbetreibern abgestimmt. „Verärgert“ und „irritiert“ sei der Oberbürgermeister, dass das Land, anders als Bayern, kein deutliches Signal einer finanziellen Unterstützung für die Standbetreiber gebe, sagt Herrmann. Deshalb will Richard Arnold, auch über die Gmünder Landtagsabgeordneten, auf das Land zugehen. Den Standbetreibern habe der Oberbürgermeister zugesagt, über andere Markt-Möglichkeiten im Veranstaltungsprogramm für das nächste Jahr nachzudenken. Gundi Mertens ist da schon einen Schritt weiter. Sie denkt bereits heute an das fürs kommende Jahr 2022 im Remspark geplante europäische Stauferfestival mit einem mittelalterlichen Markt.

„Zweigeteilt“ ist Manfred Schinkels Meinung zur Absage. Seit etwa 20 Jahren kommt er mit dem Riesenrad der Familie auf den Gmünder Weihnachtsmarkt. Einerseits hätten die Marktbeschicker sich gefreut, er selbst habe mit dem Riesenrad in 2021 nur eine Veranstaltung gehabt. Andererseits hätten sie auch Verantwortungsbewusstsein und sähen die Notlage. Weshalb er persönlich die Absage befürworte, „auch gegen meine finanziellen Interessen“. In der Vergangenheit habe er durch Corona-Hilfen überlebt. Und „wenn man in der Vergangenheit ordentlich gewirtschaftet hat, steht man das auch durch“. Ein Problem aber sei es schon.

Das „tränende Auge“ ist bei Lucia Leicht größer. Leicht, die Wildkräutermaultaschen verkauft hätte, sieht mit 2G+ jedoch keine Chance. So sei der Markt wirtschaftlich nicht machbar. Vom Land sei sie enttäuscht, wie die Stadt für die Standbetreiber gekämpft habe, sei hingegen „super“. Sie freue sich trotzdem auf Weihnachten, sagt die „Kräuterhexe“ und schließt sich damit Gundi Mertens an, die nach vorne schauen will, auch mit der Krippe des Staufersaga-Vereins. Diese wäre erstmals auf dem Gmünder Weihnachtsmarkt gewesen und bleibt nun, auch als Erinnerung an Aufbau und Abbau, an der Johanniskirche.

Ich persönlich befürworte die Entscheidung.“

Manfred Schinkel, Riesenradbetreiber

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