Stadt verhandelt für Aspen mit zwei großen Investoren

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42 Hektar groß ist das Gewerbegebiet Aspen, 28 Hektar sind als Industriegebietsfläche vorgesehen. Investoren sollen dort klimaneutral mit Energie versorgt werden. Und sie sollen auch klimaneutral produzieren. Aktuell wird ein Bebauungsplan erarbeitet. Grafik: Stadtverwaltung
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Stadtsprecher vergleicht Interessenten mit bisherigen Gesprächspartnern Cellcentric oder Northvolt. Die Entscheidung fällt im September.

Schwäbisch Gmünd

Nach Cellcentric und Northvolt: Die Stadt Schwäbisch Gmünd verhandelt aktuell mit zwei Investoren, die sich für den Technologiepark Aspen interessieren. Dies bestätigte Stadtsprecher Markus Herrmann auf Anfrage der Gmünder Tagespost. Beide Projekte haben Herrmann zufolge eine ähnliche Größenordnung wie Cellcentric oder Northvolt. Cellcentric, das Gemeinschaftsunternehmen von Daimler Truck und Volvo, war für Aspen im Gespräch. Ebenso Northvolt, ein schwedisches Unternehmen, das Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos und zur Energiespeicherung entwickelt und produziert. Bei beiden Unternehmen war Aspen in der engeren Wahl, beide haben sich am Ende für andere Standorte entschieden. Cellcentric mit etwa 800 Arbeitsplätzen für Weilheim, Northvolt für Schleswig-Holstein. Dort sollen in Heide 3000 neue Arbeitsplätze entstehen, die Produktion soll 2025 beginnen. Ausschlaggebend für das schwedische Unternehmen war die in Heide vorhandene grüne Energie mit Windkraft und Ökostrom von Dänemark und Norwegen.

„Klimaneutral, wenn nicht gar klimapositiv“ soll auch der Technologiepark Aspen werden. Gmünd sei „extrem engagiert unterwegs, den schwierigen und herausfordernden Transformationsprozess hinzukriegen“, sagte Herrmann. Denn „es geht um die Transformation in der Region und im Land“. Mindestens klimaneutral soll dabei die Erzeugung der notwendigen Energie sein, klimaneutral auch die Produktion. Dabei sei die Stadt im engen Schulterschluss mit Aalen, mit der Region Ostwürttemberg und mit dem Wirtschaftsministerium des Landes. Als „extrem effektiv“ bezeichnete Herrmann die Unterstützung durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Nicht umsonst habe Kretschmann bei seinem jüngsten Besuch im Ostalbkreis beim Aspenfeld Station gemacht. Gleichzeitig betonte Herrmann, dass dies „ein eisenharter Wettbewerb mit anderen Bundesländern“ sei. Gmünd sei im Finale, eine Entscheidung falle im September. Fällt diese für Aspen, habe dies Auswirkungen auf die Infrastruktur und die Wohnsituation. Den „weitaus größten Teil der Grundstücke“ für den Technologiepark hat sich die Stadt mit Vorverträgen gesichert. Ein kleiner Anteil sei noch offen, da sei die Stadt mit den Besitzern im Gespräch.

„Wenn wir zum Zug kommen, ist das ein game changer für Gmünd“, sagte Herrmann, eine „ganz neue Wirtschaftszukunft für die Region und das Land“.

Gmünd will „nicht in Weilheim hineingrätschen“

„Wir wollen in Weilheim nicht hineingrätschen.“ So beantwortete Stadtsprecher Markus Herrmann die GT-Frage, ob die Stadt Gmünd die in Weilheim ins Stocken geratenen Grundstücksverhandlungen zur Ansiedlung der Brennstoffzellen-Produktion mit mehr als 400 neuen Jobs beobachtet oder sich sogar aktiv als Alternativstandort anbietet. Cellcentric hatte sich gegen eine Ansiedlung in Gmünd und für eine Ansiedlung in Weilheim entschieden. Ein Grund dafür war die Nähe zum Firmensitz in Stuttgart. In Weilheim jedoch verlaufen einem Bericht der „Stuttgarter Nachrichten“ zufolge die Verhandlungen über die Grundstücke schleppend. Danach sind aktuell - wie vor drei Monaten schon - 75 Prozent der Grundstücke für die 30 Hektar große Fläche im Besitz der Stadt. Weilheim verhandelt dabei mit insgesamt etwa 300 Eigentümern. „Wir halten uns zurück“, sagte dazu Herrmann. Gmünd sei damals nicht zum Zug gekommen. Gleichzeitig sei die Stadt froh, dass das Unternehmen in Weilheim und damit im Land Baden-Württemberg angesiedelt werden soll und „nicht im Ausland“. „Wir haben kein Interesse daran, dass das in Weilheim schief geht“, sagte Herrmann weiter. Gmünd habe Gesprächsrunden gehabt, auch mit Daimler. Gmünds Abschiedsgruß sei nicht „Adieu“ gewesen, sondern „Auf Wiedersehen“. Michael Länge

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