Stadt will Waldpädagogik auch in Grundschulen haben

+
Besichtigung Waldorfschule
  • schließen

Verwaltungsausschuss besichtigt Waldorfschule und -kindergarten. OB Arnold lobt flexible Planung.

Schwäbisch Gmünd

Die Waldorfpädagogik sollte in Gmünd weiter wachsen. Und Prinzipien wie die Flexibilität, die Waldorfschule und -kindergarten in jüngsten Projekten gezeigt haben, sollten auf andere Schulen übernommen werden. Dafür plädierte Oberbürgermeister Richard Arnold, als die Mitglieder des Verwaltungsausschusses des Gemeinderats am Mittwoch Waldorfkindergarten und -schule im Strümpfelbach-Schulzentrum besichtigten.

Anlass für diesen Besuch waren der Bau des Oberstufengebäudes für die Schule und der Wiesengruppe für den Kindergarten, die die Stadt gefördert hat. Auf dem Gelände der Waldorfschule sei ein „Bildungsstädtle“ entstanden, stellte Arnold anerkennend fest. Er erinnerte daran, dass die Idee der Waldorfpädagogik ihren Ursprung in Gmünd gehabt habe.

Die Waldorfschule sei eine wichtige Ergänzung des pädagogischen Angebots in Schwäbisch Gmünd und der Umgebung, sagte Schulleiter Dr. Jochem Pfrommer. Sie suche die Vernetzung und bringe sich auch in das öffentliche Leben der Stadt ein.

Chemie und EDV

Die von einem Förderverein getragene Schule ist seit 1988 an der Scheffoldstraße beheimatet und hat derzeit rund 360 Schüler in allen Jahrgangsstufen bis zum Abitur. Im Durchschnitt kämen auf einen Lehrer zwölf Schüler. 2018 konnte das neue Oberstufengebäude bezogen werden, das drängende Platzprobleme löste. Pfrommer verwies vor allem auf den Chemiesaal. Der werde gleichzeitig als EDV-Raum genutzt und sei auch entsprechend eingerichtet. Solche flexiblen Raumnutzungen ebenso wie zum Beispiel die außenliegende Treppe lobte der Oberbürgermeister als kostensparende Ideen.

Fragen von Stadträten galten dem Schulgeld, das Eltern zahlen müssen. Schul-Geschäftsführer Manfred Hütter antwortete, dass es 240 Euro pro Monat betrage. Ermäßigungen seien allerdings möglich.

Der Kindergarten, der in Großdeinbach gestartet war, umfasst derzeit 106 Kinder in sieben Gruppen, von denen eine noch in Großdeinbach ist. Diese Großdeinbacher Gruppe soll in absehbarer Zeit baulich saniert werden, der Trägerverein verhandelt derzeit mit dem städtischen Amt für Schule und Bildung über eine Förderung dafür. Amtsleiter Klaus Arnholdt unterstrich, dass die Stadt natürlich an einer Aufstockung der Platzzahl interessiert sei.

Die Stadt hatte bereits den Bau des Gebäudes für die Wiesengruppe des Kindergartens gefördert, das 2019 in Betrieb gegangen ist. Werner Meyer, Geschäftsführer des Kindergarten-Trägervereins, konnte berichten, dass der Bau dieser naturnah untergebrachten Gruppe rund 300 000 Euro gekostet habe – etwa ein Drittel der sonst üblichen Kosten je Gruppe.

In jüngerer Zeit sind mehrere Wald- oder ähnliche Kindergärten in Gmünd entstanden. Die Stadt überlege, diese Waldpädagogik auch in Grundschulen fortzusetzen, sagte Richard Arnold. Die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd sei ebenfalls in diese Idee eingebunden. Am Beispiel des am Hang liegenden Gruppengebäudes zeigte sich Arnold beeindruckt, dass Eltern für sich und ihre Kinder in solchen Fällen weitere Laufwege durchaus in Kauf nehmen, während sie in anderen Kindergärten darauf Wert legten, mit dem Auto möglichst bis vor den Eingang fahren zu können.

Kinderbetreuung und Schulen sind ein großer Kostenfaktor im städtischen Haushalt. Richard Arnold kündigte an, dass die Städte ab 2025 zusätzlich die Ganztagesbetreuung an Grundschulen finanziell übernehmen müssten. Dann biete sich eine räumliche Nähe von Kindergarten und Schule an.

  • Von Tieren bis zum Goldschmieden
  • Die Gmünder Waldorfschule hat verschiedene inhaltliche Schwerpunkte, wie Schulleiter Dr. Jochem Pfrommer erläuterte. In den Klassen 1 bis 4 gehört der Umgang mit Tieren dazu, in den Klassen 6 bis 10 der nachhaltige Gartenbau im schuleigenen Garten, der vergrößert wurde und nun auch die Schul-Mensa versorgen soll. In der Oberstufe gebe es Angebote wie Goldschmieden oder auch die Buchbinderei.

Ein Bildungsstädtle.“

OB Richard Arnold, über das Waldorf-Gelände

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare