Stadtgarten-Gastronom will trotz Insolvenz weitermachen

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Die "schwierigen Zeiten" haben ihn gezwungen, Insolvenz für seine Gastronomiebetriebe zu beantragen, erklärt Safet Ljajka und verspricht: Es soll dennoch weitergehen. Archivfoto: Tom
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Safet Ljajka meldet für die Stadtgarten-Gastronomie, fürs Paulaner-Wirtshaus und fürs Freibad-Bistro Insolvenz an. Insgesamt 95 Mitarbeiter betroffen.

Schwäbisch Gmünd

Sowohl mit dem Rokokoschlösschen als auch mit dem s' Gmünderle wird es weitergehen." Das teilt Gastronom Safet Ljajka auf der Facebook-Seite der Gastronomie des Congress-Centrums Stadtgarten (CCS) mit, obwohl er für alle seine Betriebe Insolvenz angemeldet hat: für die Stadtgarten-Gastronomie mit Rokokoschlösschen und s' Gmünderle genau wie fürs Paulaner-Wirtshaus am Marktplatz und für das Bistro im Gmünder Bud-Spencer-Bad. Das Restaurant Stadtblick in Backnang habe er bereits im Sommer abgegeben. Ende Juni 2020 endete sein Pachtvertrag dort, berichtet Safet Ljajka. Bei Fragen zu seinen Gmünder Gastronomiebetrieben verweist er auf den vorläufigen Insolvenzverwalter: Steffen Beck von der Pluta Rechtsanwalts GmbH. Dieser teilt mit, der Grund für die Insolvenz seien Liquiditätsschwierigkeiten. "Die derzeitige Situation ist für alle Betriebe in der Gastronomie eine große Herausforderung. Noch kann niemand sagen, wie sich die Lage in Deutschland entwickeln wird", sagt der Rechtsanwalt.

Betroffen sind in den Betrieben von Safet Ljajka insgesamt 25 festangestellte Mitarbeiter sowie rund 70 Aushilfen. Die Festangestellten sollen weiter Geld erhalten, sagt ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf Nachfrage. Nun gelte es zu klären, ob dies als Kurzarbeitergeld zu finanzieren sei, als Insolvenzgeld oder aber aus der Förderung des Bundes, die von der angeordneten November-Schließung Betroffenen bis 75 Prozent ihres Umsatzes von November 2019 verspricht.

"Wir verschaffen uns nun einen Überblick über die finanzielle Lage der Betriebe in Schwäbisch Gmünd", kündigt Steffen Beck an. Zu den Gründen für die drohende Zahlungsunfähigkeit könne er sich noch nicht äußern, erklärt dessen Sprecher.

"Wir wussten von der schwierigen Lage", sagt Stadtsprecher Markus Herrmann. Doch der Antrag auf Insolvenz "hat uns überrascht". Der Ablauf des Caterings für anstehende Hochzeiten im Stadtgarten, das wegen der Corona-Vorschriften ohnehin klein ausfalle, sei geregelt. Die Gastronomie sei im November geschlossen, es gebe auch keine Veranstaltungen im Stadtgarten. Er gehe davon aus, dass der Insolvenzverwalter nun das Gespräch mit der Stadt und anderen Gläubigern suche. Danach müsse sich zeigen, wie es weitergeht.

Mit Blick nach vorn kündigt Steffen Beck an, zu "prüfen, wie die Betriebe nach dem aktuellen Teil-Lockdown fortgeführt werden können". Erste Gespräche mit dem Betreiber seien positiv verlaufen. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, damit es weitergeht", verspricht Safet Ljajka. Und wendet sich auf Facebook an seine Mitarbeiter und Gäste: "Sobald der Corona-Lockdown vorbei ist, werden wir die Restaurants für Euch alle wieder öffnen. Und bitten um Euren zahlreichen Besuch. Ja, es sind schwere Tage und Wochen – für uns alle. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen."

Die Insolvenzantragspflicht war ab März bis September ausgesetzt. Seit Oktober müssen Firmen, die zahlungsunfähig sind, wieder Insolvenz anmelden. Firmen, die wegen der Pandemie überschuldet sind, müssen bis Jahresende keine Insolvenz beantragen.

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