Stadtmeister auf dem Spaß-Rad mit hohem Lenker

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Einer der Starts bei der Stadtmeisterschaft auf dem Johannisplatz.
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Aus dem GT-Fotoarchiv (1): 1984 richtete die Stadt einen spektakulären Wettbewerb mit fast 100 Teilnehmern auf dem Johannisplatz aus.

Schwäbisch Gmünd

Was heute das Mountainbike, war in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts das BMX-Rad: ein angesagtes Spaß-Zweirad. Für längere Strecken war es nicht die erste Wahl, wohl aber für Kunststücke auf zwei Rädern oder in der Luft.

Kein Wunder also, dass die Stadt Schwäbisch Gmünd im Sommer 1984 die 1. BMX-Stadtmeisterschaft ausschrieb, allerdings im Rahmen des Kinderferienprogramms. Teilnehmen konnte Jede und Jeder ab sechs Jahren, nach oben gab es keine Altersgrenze. Profis sollten in einer eigenen Klasse starten. Das Rennen warf seine Schatten voraus: Schon rund einen Monat vorher traf der Tagespost-Fotograf in der Rinderbachergasse junge BMX-Artisten beim Training. Beim Anblick des Fotos, das damals veröffentlicht wurde, dürfte den Eltern der Atem gestockt haben.

Ernst wurde es dann auf dem eigens aufgebauten Rundkurs auf dem Johannisplatz mit Abschnitten, auf denen Tempo gefragt war, aber auch mit Hindernissen, die es in sich hatten. Wer mitfahren wollte, musste die Sicherheitsvorschriften für die Bekleidung erfüllen: eng anliegende Hosen, geschlossener Schutzhelm, Sport- und Handschuhe. Kinder, die kein eigenes BMX-Bike besaßen, konnten sich eins ausleihen.

Fast 100 Teilnehmer hatten sich zur Stadtmeisterschaft gemeldet. Sie wurden in sechs Altersklassen eingeteilt, um die Ergebnisse besser vergleichen zu können. Das Wichtigste vorweg: Es gab keine schweren Unfälle. Auffallend war die starke Beteiligung aus dem Umland von Wöllstein bis Plüderhausen kamen die BMX-Piloten. Auch vier der sechs Stadtmeister kamen in der Folge aus dem Umland.

Eng anliegende Hosen sind Pflicht

Eine Bekleidungsvorschrift für die BMX-Stadtmeisterschaft

Die Bestplatzierten damals waren: Jahrgang 76/77: Marco Strobel, Spraitbach; Bruno Arbter, Mutlangen; Marion Füller, Spraitbach; Christian Held, Gmünd. Jahrgang 74/75: Andreas Beutenmüller, Lorch; Timo Waibel, Waldstetten; Falko Debler, Großdeinbach; Heiko Lamp, Schechingen. Jahrgang 73: Heiko Gold, Straßdorf; Sven Kattner, Mutlangen; Timo Rieg, Gmünd; Stephan Schwenk, Bettringen. Jahrgang 72: Peter Amberger, Waldstetten; Denis Zafirion, Bettringen; Marcel Schurr, Gmünd; Andreas Standfest, Plüderhausen. Jahrgang 70/71: Franz Serafin, Lorch; Hans-Jörg Renschler, Wöllstein; Michael Schmid, Gmünd; Michael Volksdorf, Lorch. Jahrgang 68/69: Tim Schneider, Gmünd; Jürgen Bareiß, Lorch; Michael Vogelmann, Gmünd; Oliver Nestola, Gmünd. Jahrgang 67 und älter: Markus Vogelmann, Gmünd, Andreas Heinig, Gmünd.

BMX ist die Abkürzung für Bicycle Motocross, wobei das X für "cross" (Kreuz) steht. Ein BMX-Rad hat einen relativ niedrigen Rahmen und einen verhältnismäßig hohen Lenker, der sich einmal um sich selbst drehen lässt. Die Laufräder haben einen sehr kleinen Durchmesser von nur 20 Zoll, das entspricht 50,8 Zentimetern.

Das Sport- und Spaß-Rad kam sogar zu Kino-Ehren: in Steven Spielbergs Welterfolg "E.T. – der Außerirdische". Vorgänger des BMX war übrigens das Bonanza-Rad mit dem klassischen Bananensattel.

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