Stadtplanung live in den Schmiedgassen

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Zur Einweihung der drei „Pop-up-Plätze“ in den Schmiedgassen redet OB Richard Arnold - und sammelt und entwickelt gleich Ideen zur weiteren Gestaltung.
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Nach zweieinhalb Wochen ist der Umbau der Schmiedgassen abgeschlossen – und doch nicht: Brezelparkplätze sollen als Nächstes kommen.

Schwäbisch Gmünd

Der Sandstrand? Muss nicht so bleiben, sagt der OB. Was tun, wenn Auto fahrende Kunden wegbleiben? Die Lösung könnten „Brezelparkplätze“ sein. Der Rundgang durch die umgestalteten Schmiedgassen am Mittwoch ist zugleich ein kleines Eröffnungsfest - und Stadtplanung live, mit dem Oberbürgermeister seinen Mitarbeitern, mit Anwohnern und Geschäftsleuten. „Es ist sicher nicht alles perfekt“, betont Richard Arnold, „aber das ist ein Anfang.“

Zweieinhalb Wochen hat der Umbau gedauert, 50 000 Euro gekostet, es gibt weniger Parkplätze und mehr Raum für mehr Außengastronomie. Eine erste Gewöhnungsphase ist vorbei in den Schmiedgassen, Falschfahrer gibt es allerdings immer noch: „Es hat sich verbessert“, sagt Gerd Hägele vom Gmünder Ordnungsamt, „aber es ist noch nicht befriedigend“. Und er kündigt an: „Wir werden auch scharf kontrollieren.“

Ein Zehntel weniger Umsatz

Auch Frank Stemke von der gleichnamigen Bäckerei spürt die Veränderung - auf eine Art, die ihm nicht recht sein kann. „In den ersten Tagen ist der Umsatz um über 30 Prozent zurückgegangen“, sagt Stemke. Inzwischen habe sich das Minus im Vergleich zur Zeit vor dem Umbau „auf 12 bis 13 Prozent eingependelt“. Es gebe Kunden, die wegbleiben, „die haben das auch angekündigt“. Der Knackpunkt: Parkplätze. So lange es da keine gute Lösung gebe, habe er keine Hoffnung, den Umsatzrückgang wieder wettzumachen, sagt Stemke.

„Ohne Auto geht es nicht“

Mit dieser Sicht ist Stemke nicht allein. „Ohne das Auto geht es nicht“, sagt Matilde Atanga, die Chefin von Tilly's Mini Markt, im Hinblick auf diejenigen Kunden, die größere Mengen einkaufen. Auch Harald Frey von der Bäckerei Frey will seine Auto fahrenden Kunden nicht verlieren.

Eine mögliche Lösung entwickelt der OB im Gehen und Reden: „Brezelparkplätze“ sollen ausgewiesen werden, mit maximal zehn Minuten Aufenthaltsdauer. Dies zu zeigen ist dem OB beim Ortstermin sichtbar wichtig: Nichts soll in Stein gemeißelt sein in den Schmiedgassen, neue Ideen und Verbesserungen sind willkommen und erwünscht.

Ideen für Weihnachten?

Das gilt auch für Sand, Strandkörbe, Palmen am so genannten Fernsehplatz am Durchgang der beiden Schmiedgassen. Derzeit liege dort einfach viel Müll, sagt Jasna Hadzijakupovic vom Haarstudio Trend. „Man kann den Platz auch ganz anders gestalten“, sagt Richard Arnold, als ein „Gmünder Gärtle“ oder einen „Platz des Erntedanks“ zum Beispiel. Und wo Arnold schon im Ideen-Modus ist: Warum nicht ein Café in den Räumen des ehemaligen Fernsehgeschäfts Zepf? Die Stadt würde Fläche zur Verfügung stellen, versichert Arnold - „wenn die Eigentümer einverstanden sind, aber wir sind in guten Gesprächen“. Das Image der Schmiedgassen sei jedenfalls schon dabei sich zu verändern: „Wir haben Anrufe auf dem Rathaus bekommen von Gastronomen, die sich nach den Schmiedgassen erkundigen. Das gab's in früheren Jahren nie.“

Oder wird aus dem Sommer-Sandstrand quasi das Gegenteil? „Etwas Weihnachtliches“, könne sie sich auch vorstellen, sagt eine Anwohnerin. Klasse, findet der OB, Adventszeit in den Schmiedgassen oder so: „Ich darf die Schmiedgassen-Bewohner aufrufen, dass sie sich in Richtung Weihnachten Gedanken machen.“

Schon früher, im Oktober, wolle man „ein Zwischenfazit ziehen“, sagt Alexander Trautmann vom Baudezernat. Was auch kommt, ist das Thema Busverkehr. Eine Evaluierung laufe, „das werden wir gesondert im Herbst besprechen“, sagt OB Arnold.

Es ist sicher nicht alles perfekt, aber das ist ein Anfang.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister
Die Plastikflasche im Vordergrund deutet darauf hin: Am Stadtsandstrand gibt's ein Müllproblem - und die meiste Kritik. Gut möglich, dass es hier an Weihnachten ganz anders aussieht.

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