Stadträte loben Gmünds Integrationsmanagement

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Franka Zanek, Stefan Kress, Sabine Rink und Alicia Gabriel berichten den Stadträten von ihrer Arbeit.

Schwäbisch Gmünd. Die Stadt Gmünd hat sich von September 2017 an am Projekt Integrationsmanagement des Landes beteiligt. Die erste Integrationsmanagerin startete 2017, aktuell sind es die drei Integrationsmanager Stefan Kress, Sabine Rink und Alicia Gabriel. Zurzeit betreuen sie 334 Flüchtlinge. Sie berichteten am Mittwoch im Sozialausschuss von ihrer Arbeit seit 2017.

Die Menschen, die kamen, waren bereits etwa zwei Jahre in Gmünd, sagte Rink. Betreut würden Menschen mit Bleibeperspektive. Im Mittelpunkt der Beratung stehe der Mensch, viele hätten eine Flucht hinter sich und seien traumatisiert. „Wir sehen uns als Türöffner zu deutschen Behörden und Bürgern“, sagte Rink. Erste Stufe sei dabei, Vertrauen aufzubauen, letzte Stufe die Frage, wie sich das Leben in Deutschland verstetigen könne.

Gabriel erzählte von einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern aus Nigeria. Sie sprach kein Deutsch, hatte finanzielle Probleme. Ihr halfen die Integrationsmanager mit Kindergartenplätzen. Dann brachten sie „Ordnung in Verträge und Zahlungsverpflichtungen“. Die Mutter nahm an einem Sprachkurs teil. Zweites Beispiel war eine Familie aus Albanien. Innerhalb der Familie gab es zwei unterschiedliche Aufenthaltsgenehmigungen. Der Mann hatte aus gesundheitlichen Gründen eine Aufenthaltsgenehmigung, die Frau und die Kinder nur ein Visum.

Hürden könnten finanzielle Fallen sein, Schulden, Kinderreichtum und ein niedriges Bildungsniveau, aber auch Fragen wie das Aufenthaltsrecht, sagte Gabriel. Rink betonte, dass das Integrationsmanagement keine Rund-um-Betreuung sei, sondern dass Eigeninitiative von Betreuten erwartet werde. Unterstützung ende, wenn Klienten wegziehen, wenn der Bedarf entfällt oder wenn der Kontakt abbricht. Es komme auch vor, dass Menschen beratungsresistent oder unehrlich seien.

Die Arbeit sei oft nicht einfach und die großen Erfolge nicht leicht sichtbar, sagte Kress. Integration sei nicht linear, es gebe unterschiedliche Phasen.

Vertreter aller Fraktionen dankten den Integrationsmanagern. Es seien belastbare Strukturen entstanden, auf denen man aufbauen könne, sagte Daniela Dinser (CDU). Integration brauche Zeit. Thomas Krieg (Grüne) fragte nach, weshalb so viele Flüchtlinge aus Syrien kämen. Für Syrer sei es leichter, eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, sagte Kress. Dies liege auch an dem Zeitfenster, das das Land ab 2017 gesetzt habe, sagte Franka Zanek, Leiterin der Stabstelle Integration. Sie wird allerdings die Stabstelle in Kürze verlassen und in Gmünd das neue Amt für Klimaschutz leiten.

Das Land will den „Pakt für Integration, der auch Gmünds Integrationsmanager fördert, voraussichtlich fortführen. Gesichert ist er bis zur Mitte des Jahres 2022. Michael Länge

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