Stadtwerke: 2026 tanken 10 000 E-Fahrzeuge in Gmünd

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Ladestation E-Autos
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In zehn Jahren sind bis zu 300 öffentliche Ladepunkte geplant. Eine Studie zur Leistungsfähigkeit des Ladenetzes wurde in Auftrag gegeben.

Schwäbisch Gmünd. Wenn die Tank-Anzeige bedrohlich niedrig wird, steuern die meisten Autofahrer derzeit eine Tankstelle an. Doch wie ist das, wenn die Ladeanzeige im Elektroauto rot leuchtet?

Derzeit betreiben die Gmünder Stadtwerke 27 öffentliche Ladepunkte im Stadtgebiet. Damit „sind wir heute gut aufgestellt“, meint Hanna Ostertag, Pressesprecherin der Stadtwerke Schwäbisch Gmünd. Doch in der Zentrale in der Bürgerstraße ist bereits klar, dass das künftig nicht mehr reichen wird. „Die steigenden Nutzerzahlen und Strommengen zeigen uns, dass das Thema E-Mobilität zunehmend an Fahrt gewinnt“, sagt Ostertag.

Die Stadtwerke gehen davon aus, dass in fünf Jahren 10 000 Elektrofahrzeuge auf den Straßen im Gmünder Raum unterwegs sind. Und die wollen irgendwo betankt sein. Der städtische Stromlieferant hat dazu eine Studie in Auftrag gegeben, die die Infrastruktur der Stadtwerke auf deren Leistungsfähigkeit hin untersuchen soll. Vieles könne mit einem intelligenten Lademanagement verbessert werden, aber „die Stadtwerke investieren auch in den Ausbau der Leitungsinfrastruktur, damit Elektrofahrzeuge in Gmünd künftig sicher und schnell Strom tanken können, auch wenn eine große Zahl von Elektrofahrzeugen gleichzeitig geladen wird“, bestätigt Hanna Ostertag. Zwei Möglichkeiten dazu gibt es: an der privaten Ladesäule zuhause oder an einer öffentlichen Ladestation.

2026 rechnen wir mit 10

Hanna Ostertag,, Stadtwerke

Immer mehr Hausbesitzer planen bereits, sich zuhause eine private E-Tankstelle einzurichten. Etwa 25 bis 30 Anfragen dazu gehen pro Monat bei den Stadtwerken ein, sagt die Pressesprecherin. Die Werke prüfen in jedem Einzelfall, ob die Netzkapazität im jeweiligen Straßenzug ausreicht, und vereinbaren einen Vor-Ort-Termin. „11-Kilowatt-Wallboxen, die heute Standard sind, können im Regelfall problemlos installiert werden“, so Ostertag. Auch immer mehr Gewerbekunden der Stadtwerke spielen mit den Gedanken, eigene Lademöglichkeiten für E-Autos einzurichten - für die Firmenfahrzeuge oder auch für die Autos der Mitarbeiter. Daneben können Unternehmen ihre Ladestationen auch öffentlich nutzen lassen.

Die andere Möglichkeit, elektromobil zu bleiben, ist, das Fahrzeug an einer öffentlichen Ladesäule zu „betanken“. Die Zahlen zeigen, dass die derzeit 27 öffentlichen Ladepunkte bald nicht mehr reichen werden, so Hanna Ostertag. In Zusammenarbeit mit der Stadt sei deshalb „ein massiver Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur“ geplant. So solle insbesondere Mietern ein unkomplizierter Zugang zur Elektromobilität ermöglicht werden. Auch mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft VGW sei man zu diesem Thema im Gespräch. Nach derzeitigem Stand werden die Verkehrsteilnehmer in zehn Jahren in Gmünd bis zu 300 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung haben. „Das ist allerdings davon abhängig, wie sich die Nachfrage der Kunden sowie die zukünftige Reichweite von E-Fahrzeugen entwickelt“, schränkt Hanna Ostertag ein.

Fördermöglichkeiten

Über diese Fördermöglichkeiten informieren die Stadtwerke: Privatkunden können über die Kreditanstalt für Wiederaufbau 900 Euro Fördermittel beantragen. Gewerbekunden können für öffentliche Ladestationen Fördermittel bekommen, unternehmensinterne Ladestationen werden mit bis zu 2500 Euro pro Ladepunkt gefördert.

  • So viel schluckt ein E-Auto
  • Die Gmünder Stadtwerke legen für den Strombedarf für die Elektromobilität diese Zahlen zugrunde:
  • 12 000 Kilometer fährt der durchschnittliche Autofahrer in Deutschland pro Jahr.
  • 15 Kilowattstunden verbraucht ein E-Auto auf 100 Kilometern durchschnittlich.
  • 1800 Kilowattstunden ist hochgerechnet der jährliche Verbrauch eines durchschnittlichen E-Autos.
  • 25 Millionen Kilowattstunden werden die Stadtwerke nach heutigen Schätzungen in zehn Jahren für E-Autos abgeben.

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