Staufer und Gotik sind jetzt zurück im Prediger

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Unmittelbar vor der Premiere der „Momente der Staufersaga“ im Stadtgarten lebt die Geschichte im Prediger auf: Dort präsentiert das Museum im dritten Obergeschoss neue Momente aus der Zeit der Staufer und der Gotik.
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Die Abteilungen in der Schausammlung im Museum wurden nach dem Umbau in neues Licht gerückt.

Schwäbisch Gmünd. Unmittelbar vor der Premiere der „Momente der Staufersaga“ im Stadtgarten lebt die Geschichte im Prediger auf: Dort präsentiert das Museum im dritten Obergeschoss neue Momente aus der Zeit der Staufer und der Gotik. Die Schausammlung wurde an der Stelle neu aufgebaut. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, sagt dazu der Leiter des Museums, Dr. Max Tillmann beim Festakt zur Wiedereröffnung vor geladenen Gästen. Wegen Brandschutz-Arbeiten musste der Teil der Ausstellung komplett entfernt werden.

Der Neuaufbau soll nun den Museums-Interessierten die Historie noch besser erklären. Museums-Wissenschaftler Dr. Martin Pozsgai, Max Tillmann und Joachim Haller haben dafür die besonders aussagekräftigen Exponate ausgewählt, die Schau dabei um ein Viertel ausgedünnt. „Damit wird der Erzählstrang besser“, sagt der Museumsleiter. „Dankbar“ ist er der Münstergemeinde, die dafür so manche Ausstellungsstücke bereitgestellt hat. Etwa die Ablasstafel aus dem Jahr 1503 oder das vielleicht auffallendste Stück aus dem an anderer Stelle gezeigten Münsterschatz, eine Turmmonstranz. Sie ist nun in den Mittelalter-Rundgang integriert und erzählt dort ihre Bedeutung.

Tillmann schätzt es, die Wiedereröffnung in Zusammenhang mit der Staufersaga-Premiere zu feiern, das unterstreiche die Begeisterung für die Kultur des Mittelalters, schaffe ein emotionales Erlebnis. Die Anlehnung an das Thema Volksfrömmigkeit ist durchaus gewollt. Dazu zählt in Schwäbisch Gmünd natürlich der Palmesel, der prominent die Abteilung Gotik eröffnet. Und der Blick reicht vorbei an weiteren Exponaten zum Laufrad des Münsters, mit dem die Lasten nach oben gezogen wurden. Dazwischen in gleißendem Licht und damit hervorgehoben der Schlussstein des Münsters aus dem Jahr 1521, der die Fertigstellung des Parler-Bauwerks markiert. 

Staufer und Gotik sind bedeutend für die Identität, für die Stadtgeschichte“, sagt der sichtlich gut gelaunte Oberbürgermeister Richard Arnold. Von den Staufern spannt er den Bogen der Internationalität durch die Geschichte. „Wo hört Europa auf“, sei eine Fragestellung gewesen, die er aus seiner Brüsseler Zeit mitgenommen habe. „Europa reicht so weit wie die Gotik“ war damals die Antwort. Diese Internationalität sieht er auch als Kern der Schausammlung im Prediger, erinnert an die 130 Nationalitäten, die in Gmünd leben und an die „Momente der Staufersaga“, die ohne diese Internationalität gar nicht denkbar wäre. Im Stück wirke der Altenpfleger aus Gambia ebenso mit wie der Kindergärtner aus Benin, der Lehrer aus Brasilien oder der Bauer aus Bettringen.Nicht ausklammern will Richard Arnold die Schatzkammer im Museum, eingerichtet unter der Museumsleitung von Dr. Monika Boosen und mit viel Engagement des Vereins Staufersaga. Kritik, eine Kopie könne nicht so wertvoll sein wie das Original, weist er zurück. Fachleute hätten bestätigt, „dass die Kopie der Reichskrone originaler als das Original ist“. Und weil sich die Stadt international weiter öffnen möchte, gerne Touristen sieht, soll nun auch alles zweisprachig erläutert werden. Mit dem neuen Flyer zur Schatzkammer ist das eingeläutet, finanziert wurde der vom Gmünder Museumsverein. 

Öffnung zum Stadtraum hin

Was jetzt in der Schausammlung verändert wurde, „das nehmen wir als Blaupause für die weitere Gestaltung mit“, sagt Museumsleiter Dr. Max Tillmann. Und Baubürgermeister Julius Mihm geht es über die Inhalte hinaus um das Erscheinungsbild des Predigers in Schwäbisch Gmünd. „Wir müssen den Prediger weiterdenken“, sagt er und denkt dabei an eine Öffnung zum Stadtraum hin. Er sieht dabei vor allem die Eingangssituation, die bei neuen Museen eine besondere Aussagekraft besitze.

Führung 

An diesem Sonntag, 10. Juli, können Interessierte um 15 Uhr an der ersten Führung durch die Abteilungen Staufer und Gotik teilnehmen. Thomas Raschke wird das Thema beleuchten.

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