Stauferfries für Ledergasse

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Schenkungsurkunde unterzeichnet: Künstler Ballehr (vorne links) überlässt sein Stauferfries der Stadt Gmünd.
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Der Gmünder Künstler Helmut Ballehr gestaltet ein 60 Meter langes Kunstwerk aus Metall. Die Schenkungsurkunde ist unterschrieben.

Schwäbisch Gmünd

Die Ledergasse bekommt einen gewichtigen Akzent. Die 60 Meter lange südliche Backsteinfassade des Einkaufszentrums Remsgalerie, bisher nüchtern und schmucklos, wird zum Schauplatz des Einzugs König Konradins von Hohenstaufen im Jahr 1266 in Gamundia, wie Gmünd damals hieß. Helmut Maximilian Gruber-Ballehr, mit Künstlernamen Ballehr, setzt dieses Ereignis in einen 60 Meter langen und vier Meter hohen Fries aus Edelstahl um und schenkt das Kunstwerk der Stadt.

Oberbürgermeister Richard Arnold und Erster Bürgermeister Christian Baron unterschrieben mit dem Ehepaar Gruber-Ballehr die Urkunde unter den Augen vieler Mitglieder des Vereins Stauferfries

Bei der Besichtigung der Vorarbeiten im Ballehrschen Atelier ließ sich die Entstehungsgeschichte nachverfolgen. Den Anstoß zum Kunstprojekt hatte die Aufführung der Staufersaga 2012 auf dem Johannisplatz gegeben. Schon 2013 präsentierte Ballehr im Prediger seine Eindrücke in einer Ausstellung. Ermutigt von der positiven Resonanz arbeitete er konsequent an der Umsetzung des heutigen Projekts.

Spiel von Licht und Schatten

Eine große Herausforderung war die Digitalisierung der Pinsel- und Bleistiftzeichnungen. Günter Reichert, zuständig für die statische und technische Ausführung, arbeitet eng mit dem Künstler zusammen. Denn wie in allen seinen Werken, war diesem das Spiel von Licht und Schatten beim Fries wichtig. Ein wichtiger Berater war Professor Hubert Herkommer, einer der „Visionäre der Staufersaga“.

Die Vorarbeiten zur praktischen Umsetzung laufen bereits seit 2014. Der Fries besteht aus Edelstahl, denn es soll haltbar sein und nicht rosten. Wie Günter Reichert im Gespräch erläuterte, sollten die Eingriffe in die Backstein-Fassade so gering wie möglich sein. Die Lösung ist, den Stauferfries in einzelne Tafeln herunterzubrechen. Denn auch die Metallplatten sind nicht in jeder Größe zu haben. Ein weiteres Problem war die benötigte Steifigkeit der Tafeln. Sollte man Nieten oder Schrauben verwenden, sollte man schweißen? Die Entscheidung fiel darauf, die einzelnen etwa 50 bis 60 Kilo schweren Tafeln abzukanten und einzuhängen. Das macht nun ein Licht-Schatten-Spiel bei Tag und Sonne und nachts bei LED-Beleuchtung möglich.

Getestet und immer wieder neu arrangiert hat Ballehr in seinem Atelier mit Schablonen der Figuren. Manches, was in der Zeichnung „richtig“ ist, fällt in der Dreidimensionalität bei der Beurteilung durch. Es wird geändert, neu ausgeschnitten, neu aufgebracht.

„Das wird die Identität verstärken!“, da ist sich OB Arnold sicher. Beide Bürgermeister sind erleichtert, dass das Kunstwerk vom Gemeinderat angenommen wurde und nun in die Endphase der Realisierung gehen kann. „Es war ein langer Weg, bis die Vision in die Materialisierung übergehen konnte“, erinnert der OB und bedankt sich bei der „Avantgarde des Projekts“, dem Verein Stauferfries, der voll Überzeugungskraft agiert habe.

Der Stauferfries ist in der Finanzierung ein Gemeinschaftsprojekt, denn die benötigten Mittel sind hoch. Sie liegen bei 400 000 Euro. „Ich bin glücklich, heute habe ich die schriftliche Bestätigung bekommen“, freut sich Almuth Gruber-Ballehr, Ehefrau des Künstlers und „Motor“ des Vereins über die schriftliche Zusage einer namhaften Spende. Ein Viertel der Kosten sind bereits gespendet worden. Namhafte Stiftungen, viele beteiligte Firmen und Einzelspender haben dazu beigetragen. Finanz-Paten des Stauferfries’ werden den 100 Figuren und Fahnen sichtbar zugeordnet, die Paten erhalten zusätzlich eine Urkunde. Die Spendentafel mit verkleinertem Fries wird in Sichthöhe unter dem 60-Meter-Fries angebracht.

Mehr Infos gibt's unter www.stauferfries.de.

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