Stellenabbau bei ehemaliger Nanogate

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Am Gmünder Standort von Techniplas fallen 39 von 142 Arbeitsplätze weg. Die IG Metall kritisiert das Vorgehen harsch.

Schwäbisch Gmünd. Seit Monaten wurde verhandelt, die Fronten zwischen IG Metall und Techniplas, wie die ehemalige Nanogate inzwischen heißt, waren verhärtet. Nun ist klar, wie tief der geplante Einschnitt beim Oberflächenspezialisten ausfällt: Wie die Gewerkschaft mitteilt, fallen 39 der 142 Stellen am Gmünder Standort weg. Am Mittwoch habe das Unternehmen dem Betriebsrat die Anhörungen zu 27 Kündigungen überreicht, so die IG Metall. Von den Kündigungen betroffen seien sowohl Beschäftigte in der Produktion, als auch in der Verwaltung. Bereits vor einigen Monaten war Mitarbeitenden im Logistikbereich gekündigt worden.

Die Verhandlungen und Gespräche über einen Stellenabbau liefen seit September. „Leider war der Arbeitgeber nicht bereit, dem Betriebsrat den wirtschaftlichen Sachverstand, noch die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Ein Verhandeln auf Augenhöhe und das Einbringen nachhaltiger Ideen zur Vermeidung des Personalabbaus wurden so verhindert“, so der Betriebsratsvorsitzende Alexander Schneider. Statt auf Verhandlungen und Informationen zu setzen habe Techniplas die Einsetzung einer Einigungsstelle beim Arbeitsgericht beantragt.

IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Peter Hofer spricht gar von einem „beispiellosen Vorgehen“. Der Stellenabbau sei „seitens Techniplas und den beauftragten Anwälten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kompromisslos und rücksichtslos durchgedrückt“ worden. Wegen der Haltung von Techniplas sei weder die Einrichtung einer Transfergesellschaft, noch eine adäquate Abfindungsregelung vereinbart worden.

Das Unternehmen begründet den Sparkurs mit der schwierigen wirtschaftlichen Situation. Techniplas beschichtet am Standort Komponenten für die Autoindustrie. In der Branche herrsche ein harter Preiskampf, der Standort konkurriere mit Firmen, die in Ländern mit niedrigeren Lohnkosten fertigen ließen, erklärte der damalige Geschäftsführer Dr. Uwe Dreyer im September. Deshalb müsse die Firma die Personalkosten am Standort Gmünd senken. Inzwischen hat Dreyer die Firma verlassen, eine Stellungnahme des Unternehmens zum Abbau steht noch aus. Der Techniplas-Konzern hatte das Kerngeschäft der einstigen, insolventen Muttergesellschaft der Fabrik in Gmünd, die Nanogate SE, im vergangenen Jahr übernommen. 

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