Sterben gehört zum Leben

+
Sterbebegleitung in St. Loreto

Dreitägiges Seminar „Tod, Trauer und Sterben“ sorgt bei den Kursteilnehmern am St. Loreto in Schwäbisch Gmünd für emotionale Stunden und aufwühlende Momente.

Schwäbisch Gmünd

Eine Auszubildende bringt ihr Erlebtes eindrucksvoll auf den Punkt: „Ich bin mit sehr gemischten Gefühlen in dieses dreitägige Seminar gestartet. Einerseits habe ich mich darauf gefreut ein sensibles und emotionales Thema wie Begegnung mit Sterben und Tod zu bearbeiten. Andererseits hatte ich aber auch eine gewisse Angst davor, dass mich diese intensive Auseinandersetzung emotional sehr belasten würde.“

Sterbende und Trauernde würdevoll begleiten war ein Ziel des dreitägigen Seminares „Tod, Trauer und Sterben“, welches in die Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann eingebettet ist und an der Pflegeschule St. Loreto in Schwäbisch Gmünd stattfand.

Gemeinsam mit Birgit Binder, ausgebildete Palliative Care Fachkraft und Kursleitung zertifiziert durch DGP und der Klassenleitung Julia Kiesewetter, Dozentin an der Pflegeschule St. Loreto, konnten sich die Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres behutsam und vorbereitend mit dem Thema Sterben auseinandersetzen.

„Die Betreuung trauernder und sterbender Menschen jeden Alters stellt eine sehr hohe emotionale Anforderung für die Pflege dar“, teilt St. Loreto mit. Dazu gehörte zu Beginn des Seminars, die eigene Biografie, die Selbstbestimmung und das Selbstverständnis von Sterben und Tod kennenzulernen, was der Kurs auf kreative Art und Weise umsetzen durfte.

Oftmals, so St. Loreto in einer Pressemitteilung, seien Pflegefachkräfte die einzigen Bezugspersonen und bedeuteten für die Sterbenden „Familienersatz“. Doch was bedeutet dies für die Auszubildenden? Mit unterschiedlichen Erwartungen wurden während des Kurses Themenbereiche, wie die Sterbephasen nach Kübler-Ross, die Begleitung der Angehörigen, die Trauer bei Kindern sowie ethische und rechtliche Aspekte intensiv bearbeitet. Auch die interprofessionelle Zusammenarbeit mit Hospiz und spezialisierter ambulanter palliativer Versorgung spielte dabei eine Rolle.

Die Auszubildenden setzen sich auch mit Ritualen auseinander, indem sie die Wirkung und praktische Anwendung von ätherischen Ölen am Beispiel einer Handmassage kennen lernten.

Der Besuch der hauseigenen Kapelle rundete das Seminar ab. Trotz emotionaler Stunden und aufwühlender Momente gab es auch Momente, in denen gelacht wurde und die Auszubildenden lernten sich von einer anderen Seite kennen und schätzen. „Sterben ist Teil des Lebens – man muss sich damit auseinandersetzen“.

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

Kommentare