„Stiller Macher“ Klaus Rollny erhält die Bürgermedaille

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Bürgermedaille für Klaus Rollny (l.), Blumen für Ehefrau Lilo Rollny: Oberbürgermeister Richard Arnold wurde nun die ehrenvolle Aufgabe zuteil, den beliebten Ehrenamtler auszuzeichnen. Foto: hie
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Oberbürgermeister Richard Arnold würdigt die Lebensleistung des inzwischen 90-Jährigen. Was dieser alles auf den Weg gebracht hat. 

Schwäbisch Gmünd

Ein „vorbildlicher Ruheständler“. Ein „stiller Macher“.  So wurde Klaus Rollny im Refektorium des Gmünder Predigers beschrieben. Und eben für diese Wesensarten und seinen Einsatz für die Bürgerschaft und die Stadt Schwäbisch Gmünd ehrte ihn Oberbürgermeister Richard Arnold mit der höchsten Auszeichnung für bürgerschaftlich Engagierte, die die Stadt verleihen kann: der Bürgermedaille.

Wie groß das Ansehen des 90-Jährigen ist, zeigte sich anhand der Gästeliste. Stadträte, Vereinsvertreter, Abgeordnete und Freunde sowie Familienangehörige hatten sich im Refektorium niedergelassen, um die Ehrung persönlich zu begleiten.

Was Klaus Rollny alles in seinem „Ruhestand“ geleistet hat, listete der Oberbürgermeister auf. „Er hat zusammengetragen, archiviert, digitalisiert und findbar gemacht.“ „In aller Stille“ und in rund 4000 ehrenamtliche gearbeiteten Stunden entstand so die Archivierung der Sammlung Osten, die vor wenigen Wochen ans Stadtarchiv zu Händen von Dr. Niklas Konzen übergeben werden konnte. Eine Mammutarbeit, die sich auf 123 Regalmeter mit etwa 50 000 Archivalien präsentiert. Zahlreiche Nachlässe wurden hierfür gesichtet, Material aus der Stadt aber auch von außerhalb begutachtet.

„Du hast Bleibendes geschaffen“, stellte Professor Reinhard Kuhnert als jahrzehntelanger Freund und Weggefährte von Klaus Rollny fest. Und beschrieb die Sammlung Osten als „unsterbliche Fundgrube gegen das Vergessen“ der vielen Geflüchteten und Vertriebenen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in der Stauferstadt eine neue Heimat gefunden hatten. „Zur Stadtgeschichte gehören nicht nur die Staufer“, betonte Kuhnert. Rollny habe wertvolle Artefakte aus der Zeit ab 1945/1946 davor bewahrt, „das Nachkommen sie im Altpapier entsorgen“.

Im Namen von Robert Kloker gratulierte Andrea Rack vom Münsterbauverein Rollny zur Auszeichnung. Sie las einen Brief vor, in dem auf das vielfältige Engagement Rollnys eingegangen wird. Denn der 90-Jährige habe auch „wichtige Weichen für die Hospizarbeit gelegt“ und sei stets „mit seinem Sachverstand ehrenamtlich tätig“ gewesen.

Auch Gattin Liselotte Rollny, einst Stadträtin und ebenfalls engagierte Ehrenamtlerin, wurde Dank zuteil. „Beide sind vorbildliche Unruheständler“, sagte Professor Kuhnert. Und auch Werner K. Mayer von den Salvatorfreunden ging auf beider Engagement ein. Etwa beim Dienst an der Salvatorklause.

Klaus Rollny bemerkte: „Ich freue mich, dass mir diese Ehre zuteil wird.“ Er habe damals mit der Archivierung begonnen, „ohne, dass ich wusste, was auf mich zukam“. Archivarbeit sei ihm fremd gewesen, „aber ich bin lernfähig“, zwinkerte er. Zu seinen anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten bemerkte er: „Es hat mir immer Freude gemacht, mit anderen Menschen zusammenzuarbeiten. Ich danke Ihnen.“

Die Ehrung wurde durch Hieronymus Butz am Cello mit von Johann Sebastian Bach musikalisch umrahmt.

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