Stolze 130 000 Euro für die „Küche der Barmherzigkeit“

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Dankveranstaltung Lenkungskreis KdB

Lenkungskreis um Landrat a.D. Klaus Pavel dankt den Spendern bei einem Infonachmittag beim DRK Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünd

Es ist einmal mehr eine stolze Summe: Die Menschen in und um Gmünd haben im vergangenen Jahr 130 000 Euro für die „Küche der Barmherzigkeit“ gespendet. Diesen Betrag nannte Landrat a.D. Klaus Pavel am Dienstag bei einer Dank-Veranstaltung im Haus des Deutschen Roten Kreuzes Schwäbisch Gmünd in der Weißensteiner Straße. Pavel und der für die Armenienhilfe zuständige Lenkungskreis hatten einige Spender eingeladen. Gekommen war für die Kreissparkasse Dr. Christof Morawitz, für die Stadtwerke Peter Ernst, von der Forstbaumschule Eschach Klaus Wiedmann, aus Lorch Michael Mann, aus Bopfingen der Unternehmer Stefan Arnold und für den Ostalbkreis Gesundheitsdezernentin Julia Urtel. Ihnen berichtete Pavel von der aktuellen Situation in Armenien. Seine Sorge galt zunächst dem Erdbeben, das es vor zwei Tagen in der Grenzregion zwischen Georgien und Armenien gegeben hat. Ersten Meldungen zufolge hatte das Beben eine Stärke von 5,6. Von den Mitarbeitern der Armenienhilfe vor Ort habe er noch nicht viel erfahren können. Doch auch den Landrat a.D. erinnerte das Beben an das schwere Erdbeben 1988, bei dem mehr als 25 000 Menschen ums Leben kamen. Und das durch die Hilfe der Gmünder Bergwacht in Armenien Ausgangspunkt für die „Küche der Barmherzigkeit“ im Jahr 1994 war. Pavel streifte durch deren Geschichte: Zu Hochzeiten konnte sie 700 alte Menschen in Yerevan und 300 Kinder und Jugendliche in Nordarmenien versorgen. Im Jahr 2006 wurde mit Hilfe des Landes Baden-Württemberg das „Haus der Hoffnung“ eröffnet. Pavel hat immer wieder Kontakt zu Movses Poghosyan, der die Armenienhilfe vor Ort leitet. Aktuell kümmert sich die „Küche der Barmherzigkeit“ im 28. Jahr um 638 bedürftige Menschen. 228 von ihnen erhalten im „Haus der Hoffnung“ einmal am Tag ein warmes Essen, 68 dieser Bedürftigen kommen aus Syrien, 75 aus Bergkarabach. 50 Menschen betreut die Suppenküche zuhause, da sie nicht mehr ins „Haus der Hoffnung“ kommen können. 114 Bedürftige sind Kinder des Projektes „Kinderspeisung“ in drei nordarmenischen Orten nahe der Grenze zu Aserbaidschan. 26 Kinder leben in der Grenzsiedlung Tschinari. Um die Folgen der ständigen Bedrohung durch kriegerische Auseinandersetzungen zu mildern, kümmert sich das Projekt „Geschätzte Kindheit an der Grenze“ um diese Kinder. Um weitere 142 Kinder aus sechs weiteren Ortschaften nahe der Grenze kümmert sich das Projekt „Unterstützung für sechs Kindertagesstätten“ der Gemeinde Berd. Schließlich hilft die „Küche der Barmherzigkeit“ noch dem Projekt „Hoffnungsvolle und gesunde Kindheit“, das 52 Kinder aus Bergkarabach und Syrien unterstützt. Viele dieser Kinder bekommen nicht nur Essen, sondern auch psychologische Hilfe, um mit der alltäglichen Gefahrensituation zurecht zu kommen. Die größte Sorge, die Poghosyan Klaus Pavel gegenüber nannte, sei das „völlige Fehlen von Sicherheitsgarantien“. Die Menschen in Armenien fürchteten - nach dem Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach im Herbst 2020 - einen weiteren Krieg. Zu dieser Furcht trägt das Trauma des Völkermords an den Armeniern zwischen 1915 und 1918 bei, das viele Armenier bis heute plagt. Insbesondere junge Menschen verlassen das Land, das zudem noch eine äußerst niedrige Corona-Impfquote hat. Und noch immer unter großer Armut leidet. Viele Gründe, sagte Pavel, den Menschen in Armenien zu helfen.

Spenden für die „Küche der Barmherzigkeit“ können auf dieses Konto der Kreissparkasse Ostalb eingezahlt werden: BIC OASPDE6A,⋌IBAN DE68614500500440752987

Menschen, vor allem junge Leute sehen ihre Zukunft hier nicht.“

Movses Poghosyan, über Armeniens Situation
  • Der Lenkungskreis der Armenienhilfe
  • Bis Sommer 2021 waren die Pfarrer Karl-Heinz Scheide und Alfons Wenger die Motoren der „Küche der Barmherzigkeit“. Nach ihrer Verabschiedung übernahm ein Lenkungskreis mit Landrat a.D. Klaus Pavel an der Spitze diese Aufgabe. Zum Lenkungskreis gehören Dekanin Ursula Richter, Dekan Robert Kloker, Bürgermeister Christian Baron, der frühere Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Scheffold und GT-Lokalchef Michael Länge.
Ein warmes Essen wiegt schwerer als die Furcht vor Corona: bedürftige alte Menschen im „Haus der Hoffnung“.
Sie alle unterstützen die „Küche der Barmherzigkeit:“: (v.l.) Peter Ernst, Dr. Christof Morawitz, Klaus Wiedmann, OB Richard Arnold, Ursula Richter, Stefan Arnold, Michael Mann, Steffen Alt, Julia Urtel, Dr. Stefan Scheffold, Klaus Pavel, Micha

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