Strampeln für die Buchstraße

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Tausende Autos täglich, viel Asphalt, kaum Grün: Die Markierungen sollten zeigen, wie die Buchstraße aufgeteilt wird, sollten die Umbaupläne verwirklicht werden. Im Hintergrund einige der Critical-Mass-Radfahrer.
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Mit einer Demonstration wollen die Radfahrer der "Critical Mass" ihre Forderung nach einem Umbau der Buchstraße deutlich machen – und zitieren den Gmünder Oberbürgermeister.

Schwäbisch Gmünd

Einen "gewissen Herrn Arnold" wolle er zitieren, sagt Timo Leister: "Radeln macht glücklich – machen Sie mit!" Der Satz steht in einem Grußwort, das Gmünds OB in der Broschüre zur Aktion "Stadtradeln" geschrieben hat. Timo Leister, einer der Rad-Aktivisten von "Critical Mass", nähert sich seinem Thema aus der emotional gegensätzlichen Richtung: "Es ist der Ärger, der uns zusammengebracht hat."

Mit einer rollenden Kundgebung, die vom Bahnhof zur Buchstraße und zurück führte, haben am Freitagabend viele Radfahrer für den Umbau der westlichen Buchstraße demonstriert – knapp zwei Wochen, bevor im Gmünder Gemeinderat die Entscheidung darüber fällt, ob 2021 für das Projekt Geld bereitgestellt wird oder nicht (die GT berichtete am Freitag).

Timo Leister erklärt, woher der Ärger rührt: "Die Sanierung der Buchstraße war schon zugesagt." Im Sommer des vergangenen Jahres habe sich der Gemeinderat dafür ausgesprochen, fügt Thomas Schäfer vom Stadtteilforum Ost hinzu.

Leister hat noch ein OB-Grußwort-Zitat bereit: "Radfahren ist in Schwäbisch Gmünd immer attraktiver geworden und daran arbeiten wir auch weiterhin." Ihm sei klar, sagt Leister, dass man nicht alles auf einmal schaffen könne. Aber: "Das einzige Projekt, das für Radler umgesetzt wurde, seit es Critical Mass gibt, sind Fahrradpiktogramme auf der Straße." Und welche Perspektive gebe es, wenn "das erste ernst zu nehmende Verkehrsprojekt trotz fertiger Pläne und Zusagen nicht gemacht wird"?

Die Sanierung der Straße war schon zugesagt.

Timo Leister, Rad-Aktivist

Er zählt weitere Argumente für die Umbaupläne aus Radlersicht auf. Etwa, dass die derzeit "enge und unübersichtliche" Buchstraße eine wichtige Verbindung sei für Alltagsradler. Klar, der Remstalradweg verlaufe in etwa parallel. "Aber da geht es links, rechts, links, rechts", die verwinkelte Streckenführung koste ein Drittel mehr Zeit als die Direktverbindung in der Buchstraße. "Wer würde das einem Autofahrer zwischen Gmünd und Aalen zumuten?"

Thomas Schäfer und Reinhard Nessel, den Sprechern des Stadtteilforums in der Oststadt, geht es auch um Radfahrer – aber noch um viel mehr. "Entschleunigung und eine grünere Buchstraße", das ist das Ziel, sagt Schäfer. "Wir sind überzeugt, dass die Buchstraße zentral ist für die Lebensqualität der Bewohner."

Wie die Straße künftig aufgeteilt wäre, haben die Aktivisten an diesem Tag mit Sprühfarbe und roten Plastikhütchen an einer Stelle der Straße markiert. "2,20 Meter Fußweg, 1,50 Meter Radweg, 5,50 Meter Restfahrbahn", sagt Reinhard Nessel am Straßenrand. Die Zahlen kennt er ganz genau, schließlich gibt es offizielle Pläne der Stadt. "Die liegen fertig in der Schublade."

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