Streit um DRK-Neubauprojekt: „Können wir der Stadt noch vertrauen?“

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Im Vordergrund die Baugrube fürs DRK-Neubauprojekt, hinten das Haus der Nachbarn, die die Planung kritisieren.
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In der Weißensteiner Straße soll ein neues Gebäude fürs Gmünder DRK gebaut werden. Anwohner kritisieren die Planung.

Schwäbisch Gmünd. Die Bewohner des Mehrgenerationenhauses neben dem DRK in der Weißensteiner Straße sind aufgebracht – wegen eines Gebäudes, das das Rote Kreuz schräg hinter seinem Haupthaus in der Weißensteiner Straße bauen möchte.

Die potenziellen Nachbarn aus der Bischof-Keppler-Straße 9 finden, dass die Stadtverwaltung mit zweierlei Maß misst. Als sie ihr Haus vor zehn Jahren gebaut haben, hätten sie sich nach einem „Städtebaulichen Rahmenplan“ richten müssen. „Wir mussten deshalb unser Bauvorhaben reduzieren und haben ein Geschoss weniger gebaut“, sagt Bewohner Gerd Zulley. In ihrer Sicht seien sich alle 33 Bewohner der 20 Wohnungen einig: dass nun dem DRK offensichtlich erlaubt werde, von eben diesem Plan abzuweichen. „Wir stellen uns die Frage, ob wir der Stadt noch vertrauen können“, sagt Zulley. In seinem neuen Gebäude will das DRK als Erdgeschoss eine Fahrzeughalle bauen, die eine Höhe von etwa zwei Normalstockwerken hat. Darüber kommen drei weitere Stockwerke mit Wohn- und Betreuungsräumen, wobei das Gebäude keine flächige Fassade bekommen soll und ein zurückgesetztes oberstes Stockwerk.

Bruno Bieser, der Geschäftsführer des DRK in Gmünd, will die Kritik am Bauvorhaben seiner Organisation nicht kommentieren: „Für mich ist es ein laufendes Verfahren, dazu möchte ich mich nicht äußern.“ Bieser weist noch darauf hin, dass ein Dialog stattgefunden habe zwischen den Anwohnern und dem Roten Kreuz. „Aber das Gespräch war vor meiner Zeit, das hat mein Vorgänger Steffen Alt geführt.“ Das Gespräch sei enttäuschend gewesen, sagt Dorit-Aletta Zulley: „All unsere Kompromissvorschläge haben keine Beachtung gefunden.“

Gerhard Hackner, Leiter des Amts für Stadtplanung, teilt nicht die Sicht der Anwohner: „Die Planung des DRK fügt sich aus unserer Sicht dort ein; sie entspricht dem Schnittmuster, das der Rahmenplan vorgibt.“ Und: „Der Architekt hat versucht, vom Gebäude der Baugruppe abzurücken“, außerdem weise das geplante Gebäude eine aufgelockerte Fassadenstruktur auf. Hackner verweist als weiteren positiven Punkt auf den Zweck des Gebäudes: „Es geht hier ja um eine soziale Einrichtung, dort sind unter anderem zwei ambulante Pflegegruppen geplant.“ Eine Baugenehmigung ist noch nicht erteilt. „Das Verfahren ist im Gange“, sagt Hackner.

Auf juristische Schritte wollen sie zunächst verzichten, sagen die Bewohner. Bewusst ist ihnen dabei auch, dass der Rahmenplan „keine Rechtskraft“ habe. „Aber wir als Käufer haben darauf vertraut“, sagt Zulley. Und Bewohner Karl Miller fügt hinzu: „Es ist eine Frage der Gleichbehandlung.“ 

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