Streng finden viele Kunden gut

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Weg bleibende Kunden, gestresste Händler – oder alles machbar? Wie sich die 2G-Regel in der Innenstadt auswirkt.

Schwäbisch Gmünd. "Ist ruhig heute“, sagt ein Passant zu seiner Begleiterin. Ein Einkaufstag in Gmünd und Umgebung unter 2G-Bedingungen. Wie läuft's? Was machen die Kunden? Und wie geht es den Geschäften? Die GT hat sich umgehört.

Die aktuell sinnvolle Art einkaufen zu gehen ist: mit gezücktem Handy. Wie genau der Impf- oder Genesen-Nachweis in den Geschäften geprüft wird, ist dann sehr unterschiedlich. Der Hinweis, dass 2G gilt, fehlt nirgends. In einem Laden in Gmünd streift man durch die Gänge, an einer Verkäuferin vorbei, aber die will nichts wissen von einem. Viele Geschäfte machen den Nachweis zu einer Art Bringschuld. „Wir haben einen großen Aufkleber an der Tür mit der Bitte, die Impfzertifikate unaufgefordert zu zeigen“, sagt Tina Kopfmann-Fritz von der Buchhandlung Semicolon in Lorch.

Alles ist besser als komplett zumachen.“

Annika Weber,, Spielwarenhändlerin

Dass Kunden sich ärgern oder Probleme machen, davon berichtet keiner der befragten Händler. „Wir kontrollieren sehr streng, aber wir haben viele positive Rückmeldungen der Kunden“, sagt Annika Weber von Spielwaren Wiedmann in der Gmünder Ledergasse. Sie habe den Eindruck, dass viele Menschen „ganz froh sind, wenn gut kontrolliert wird“.

So sehen das offenbar auch die meisten Geschäftsinhaber, die im Gmünder Handels- und Gewerbeverein sind. Es gebe auch stichprobenartige Kontrollen, sagt die HGV-Geschäftsführerin Simone Klaus, „aber 90 Prozent unserer Mitglieder kontrollieren alle“. Was natürlich ein Mehraufwand sei für die Mitarbeiter.

Noch ein Besuch in einem Laden, es ist die Filiale einer Textilkette. Davor ein Schild, doch bitte den Mitarbeitern „selbstständig Nachweis und Ausweis“ vorzuzeigen. Das Problem: Es ist zunächst niemand zu sehen. Erst nach einigem Suchen entdeckt man ganz hinten eine Mitarbeiterin, die das Geschäft heute offenbar allein betreut. In einem anderen Laden dagegen ist eine Verkäuferin mit Kunden an der Kasse beschäftigt, dennoch fordert sie einen nach kurzem Seitenblick energisch auf, Zertifikat und Ausweis zu zeigen.

Was auch in der aktuellen Phase der Pandemie wieder gilt: Es ist schwer, den Überblick zu behalten. „Die Leute sind sehr verunsichert“, sagt Annika Weber, fast wortgleich drückt sich Tina Kopfmann-Fritz aus. Auch Deborah Krämer von der Augenoptik im Spital stellt immer wieder fest: „Wir sind als Optiker Grundversorgung, also ohne 2G, aber viele Leute wissen das nicht.“

Was Krämer auch erlebt, sind vereinzelte Kunden, die Termine absagen, weil ihnen die Inzidenzen zu hoch sind. Und nach wie vor werden Alternativen wie Click und Collect angeboten und genutzt. „Das mache ich schon die ganze Zeit, seit eineinhalb Jahren zieht sich das durch, es ist deutlich mehr als vor Corona“, sagt Buchhändlerin Tina Kopfmann-Fritz. Und auch HGV-Geschäftsführerin Simone Klaus betont: „Viele unserer Geschäfte bieten das nach wie vor an.“

Insgesamt scheint nicht so viel los zu sein wie sonst in Innenstädten und Geschäften. „Es sind jetzt weniger spontane Einkäufe, sondern gezielte Einkäufe“, sagt Simone Klaus. „Es ist ruhiger geworden“, sagt auch Deborah Krämer. Die ruhigen Zeiten kann man als Kunde auch positiv sehen. Klaus: „Die Läden sind nie überfüllt, die Händler nehmen Corona nicht auf die leichte Schulter – da kann man sicher einkaufen.“

Klagen hört man trotz allem keinen Händler, keine Händlerin. Annika Weber sieht es so: „Alles ist besser als komplett zumachen.“

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