Studie: bis 2030 mehr als 10 000 E-Autos in Gmünd

+
Großer Zuwachs erwartet: E-Ladesäulen.
  • schließen

Wie viele Ladesäulen braucht es in den kommenden Jahren? Die Stadtwerke haben das untersucht.

Schwäbisch Gmünd. Aktuell sind es 47 Lädeplätze, 2030 soll Schwäbisch Gmünd über rund 500 öffentliche Ladesäulen für E-Autos verfügen. Von diesem Szenario gehen die Gmünder Stadtwerke aus, die dafür eine Studie in Auftrag gegeben hatten. Wie der Bedarf in Gmünd hochgehen könnte, das hat Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Ernst nun im Bauausschuss des Gemeinderats dargelegt.

Die Projektion lautet: Bis 2030 wird es 10 800 Autos mit Elektroantrieb in Gmünd geben, das wären knapp 30 Prozent des ganzen Fahrzeugbestands. Die große Mehrzahl der Menschen wird zuhause laden, viele auch beim Arbeitgeber. In einem Szenario, das von sehr schnellem Zuwachs ausgeht, gibt es im Jahr 2030 rund 7300 private Ladepunkte und 2700, die Arbeitgeber bereitstellen. Eine Umfrage, die die Stadtwerke unter Kunden gemacht hat, bestätigt die Annahme: „Die Mehrzahl der Kunden gibt an, vor allem zuhause laden zu wollen“, sagt Peter Ernst.

Die Zahl der öffentlichen Säulen nimmt sich mit rund 500 im Vergleich zu den privaten Ladeplätzen gering aus, aber auf Gmünd und seine Stadtwerke kommt dennoch ein hoher Investitionsbedarf zu. „Wir müssen einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen“, sagt Peter Ernst. Das liegt auch daran, dass mit dem Zuwachs an Ladesäulen auch der Strombedarf im Netz steigt, das darum an manchen Stellen verstärkt werden muss. Auch dies war Teil der Studie und der Investitionsplanung, die Stadtwerke haben die Netzbelastbarkeit Straße für Straße unter die Lupe genommen. Sie wissen nun genau, wie viele E-Auto zusätzlich ihr Netz an verschiedenen Punkten verträgt: „Ab einem gewissem Punkt machen wir uns Sorgen um unseren Transformator, dann müssen wir den ertüchtigen.“

„Das wird ein Standortfaktor“

Die Investitionen werden wohl zwingend notwendig werden. „Neben Breitbandversorgung wird auch das ein Standortfaktor werden“, dessen ist sich Oberbürgermeister Richard Arnold sicher. Dasselbe gelte auch für die Verfügbarkeit von grüner Energie, so Ernst: „Wir werden uns eines Tages um die Frage kümmern: Wo habe ich genügend erneuerbare Energien?“ Ernst weiter: „Firmen werden sich sagen: Wenn ich mein E-Auto nicht laden kann, dann werde ich mich da nicht ansiedeln.“

Das erfordere Geld, betonte der Oberbürgermeister, der Städte und Kommunen mit dem Investitionsbedarf allein gelassen sieht: „Das ist ein Thema der Daseinsvorsorge, aber es wird auf den Kommunen abgeladen, wie beim Breitband auch. Und das wird zur viel für die Kommunen.“ Bernd Müller

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Kommentare