Tagesstätte sorgt für Konflikt

  • Weitere
    schließen

Anwohner fühlen sich beim geplanten Waldkindergarten im Taubental übergangen. OB Arnold widerspricht.

Schwäbisch Gmünd. "Ich habe die Zeitung aufgeschlagen und war entsetzt", sagt Gabriele Nägele, Sprecherin der Eigentumsgemeinschaft am Tannweg. Aus dem Bericht über den Spatenstich zu den neuen Hoffnungshäusern habe sie erstmals von dem Plan erfahren, in dem Wohn- und Integrationsprojekt einen Waldkindergarten einzurichten.

Sie und ihre zwölf Nachbarn fühlen sich von der Stadt und vom Schönblick, zukünftiger Betreiber des neuen Kindergartens, schlecht informiert. Nägele habe kein Problem mit einem Kindergarten, betont sie. Dennoch bestehe Gefahr für die Umwelt. An dem Bauareal grenzt ein geschütztes Biotop, indem die Kinder sich aufhalten werden.

Ähnlich äußert sich Andreas Mooslehner, Regionalgeschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Ostwürttemberg. Gefährdete Pflanzen wie der Gefingerte Lerchensporn könnten von spielenden Kindern zertreten werden. "Wir waren auch sehr überrascht, als wir von dem Plan gehört haben", sagt er.

Martin Scheuermann, Direktor des Schönblicks, bezeichnet die Situation als Missverständnis: Der neue Waldkindergarten sei eine Initiative der Hoffnungsträgerstiftung, Bauherr der Hoffnungshäuser. Der Schönblick übernehme lediglich den Betrieb.

Scharfe Kritik an Anwohnern

Oberbürgermeister Richard Arnold sagte im Gemeinderat am Mittwoch, da sei wohl "etwas in der Wahrnehmung verrutscht." Der Waldkindergarten sei im April im Gemeinderat diskutiert und im Mai beschlossen worden – öffentlich. Er soll auf dem ehemaligen Oberen Bolzplatz von St. Bernhard angelegt werden und sechs Stunden pro Tag für 20 Kinder zwischen drei und sechs Jahren öffnen. Der Kindergarten werde nur zu Fuß erreichbar sein. Das neben dem Kindergarten geplante Biotop solle nach Möglichkeit überhaupt nicht berührt werden. Scharf kritisierte der Rathauschef Anlieger, die in sozialen Netzwerken gegen das Projekt wetterten. Sie kaschierten ihren Ärger über möglichen Kinderlärm in der Nachbarschaft durch Sorge um das dortige Biotop. Die Stadt sei sehr froh um diese Kindergartenplätze.

zla/wof

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL