Tauschgeschäft mit Bumerang

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20 Jahre Tauschnetz Bumerang

Wie das Gmünder Tauschnetz Bumerang auf dem Hardt funktioniert und wie das 20-jährige Bestehen gefeiert werden soll.

Schwäbisch Gmünd

Ist ohne Moos wirklich nix los? Im September vor 20 Jahren wurde das Tauschnetz Bumerang aus der Taufe gehoben. Ziele waren die menschliche Begegnung und die gegenseitige Hilfe. Schon damals war es eine wirtschaftlich schwierige Zeit, in der der Materialismus stark an Bedeutung gewann. Werten wie zwischenmenschlichen Beziehungen, engagierter Nächstenhilfe und gemeinschaftlichem Miteinander wollte das Tauschnetz in seinem Gründungsjahr 2001 daher eine größere Bedeutung zumessen.

Jeder nach seinen Fähigkeiten

Entstanden ist ein einfaches Prinzip, nach dem das Tauschnetz bis heute funktioniert: Jeder Teilnehmer kann sich mit seinen persönlichen Fähigkeiten einbringen und anderen damit helfen. Vergütet wird seine Arbeitszeit mit Bumerangs, die seinem Konto gutgeschrieben werden. Diese Bumerangs kann jeder bei einem anderen Mitglied gegen dessen Leistung eintauschen. Alle Leistungen werden gleich bewertet und es wird Stunde gegen Stunde verrechnet. Hier zählt der Mensch mit seiner Lebenszeit und nicht der „materielle“ Wert einer Leistung. So gibt es Menschen, die gut zuhören können, andere, die gut kochen können, wieder andere lieben Gartenarbeiten oder können etwas von ihren Habseligkeiten zum Verleih zur Verfügung stellen.

Die Ware „Nachbarschaftshilfe“ wurde seit der Gründung des Tauschnetzes bei über 13 600 Tauschgeschäften gehandelt. So konnten den Mitgliedern Hilfen wie Babysitten, Fahrgelegenheiten, kleine handwerkliche Reparaturen, Sprachunterricht, Reisen, Putzdienste, Begleitung und vieles mehr angeboten werden.

Viele hunderte Male konnte das Tauschnetz Verbindungen zwischen Menschen aufbauen und zwischen Hilfsgesuchen und Angeboten vermitteln. Kaum ein Problem konnte gemeinsam nicht gelöst werden, einzelne Interessengruppen arbeiteten an Lösungsansätzen zu bestimmten Themen. Aus gegenseitiger Hilfe sind während der letzten zwei Jahrzehnte unzählige Freundschaften entstanden. Unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ konnte so mancher Tauschnetzteilnehmer seinen Alltag ein Stück bereichern.

Reduzierung der Müllberge

Themen wie Frieden, miteinander leben, Globalisierung, alternative Währungssysteme, umweltfreundliche Energien, Naturheilverfahren, alternatives Reisen bis hin zum Umweltschutz seien nach wie vor die zentralen Inhalte von Bumerang. Motiviert die Zukunft aktiv mitzugestalten, und der wirtschaftlichen Lage mit Optimismus und Taten entgegenzutreten, das seien Ziele, die heute aktueller seien denn je.

Gerade in Zeiten der Pandemie habe es sich gezeigt, dass bestehende Währungs- und Wirtschaftssysteme nicht mehr funktionieren und es Alternativen brauche, so die Organisatoren. Ein breites Umdenken, ein sich Bewegen und aufeinander Zugehen sei nötig, um die Welt von morgen nachhaltig und sozial zu gestalten.

Mit der Organisation und Ausrichtung der Warenverschenktage beispielsweise, die seit 2003 ein bis zweimal jährlich angeboten wurden, habe sich gezeigt wie groß die Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung sei, sich von überflüssigen Dingen zu trennen um damit anderen Menschen zu helfen.

Auch hier sehe sich das Tauschnetz als Vermittler zwischen den Menschen und setze sich ein für Nachhaltigkeit und die Reduzierung der Müllberge, „die in unserer Wohlstandsgesellschaft leider allzu schnell anwachsen“.

Am Montag, 13. September, um 19 Uhr findet im Nachbarschaftszentrum FuN auf dem Hardt in der Antiber Straße 17 anlässlich des Jubiläums des Tauschnetzes eine Rückschau auf die vergangenen 20 Jahre statt.

Online ist die Marktzeitung unter http://www.tauschnetz-bumerang.de/ einzusehen.

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