Tausende Kröten sind wieder unterwegs

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Krötenwanderung
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Die Wanderung zu den Laichgewässern hat begonnen.  Krötentunnel schützen die Tiere im Schießtal weitgehend. Gefahr auch am Straßenrand.

Schwäbisch Gmünd

Die Temperaturen steigen  und das  markiert den Beginn der Krötenwanderung.  Bis vor ein paar Jahren bedeutete das  den Großeinsatz Freiwilliger. Ganze Schulklassen  halfen mit, im Schießtal Kröten am Straßenrand zu sammeln und in Eimern über die Straße zum Schießtalsee zu tragen.  Das ist inzwischen nicht mehr nötig. „Das funktioniert ganz gut“, sagt Walter Beck, Pressereferent des NABU (Naturschutzbund Deutschland) Schwäbisch Gmünd über die Krötentunnel, die 2015 bei der Sanierung der Richard-Bullinger-Straße eingebaut wurden. Durch diese Röhren gelangen die Kröten vom Schaubenwald oberhalb der Straße zum See und später wieder zurück, ohne die Straße überqueren zu müssen und in Massen überfahren zu werden.

Zwei Gefahrenstellen

Perfekt werden die Lurche allerdings nicht durch die Tunnel geleitet. Im Bereich des Schießtalbachs im vorderen  Teil  der Straße und  auch bei der Abzweigung nach Lindach gebe es noch Stellen,  an denen die Tiere bei ihrer Wanderung auf die Straße  geraten, sagt Walter Beck. Aber die Zahl der gefährdeten Kröten sei wesentlich geringer als früher noch. Trotzdem hat die Stadt an den Problemstellen Hinweisschilder  auf die Krötenwanderung aufgestellt.

Das Signal für die Kröten, auf Tour zu gehen, gibt sinnbildlich das Thermometer: Wenn die Nachttemperatur  fünf Grad oder mehr beträgt  und die Luftfeuchtigkeit hoch ist, wandern die Tiere zu ihren Laichgewässern. Anfang März habe es schon ein paar solcher Nächte gegeben, mit der großen Wanderbewegung rechnet Beck in den nächsten Tagen.

Im Gmünder Stadtgebiet ist das Schießtal die einzige Stelle, an der auf die Krötenwanderung hingewiesen werden muss, sagt Rathaussprecher Markus Herrmann.  Im Umland dagegen gibt es einige Stellen an denen Verkehrsteilnehmer  auf wandernde Kröten oder Helfer achten sollten. Das Landratsamt nennt unter anderem die  B 298 bei Gschwend zwischen Wildgarten und Waldhaus, die B 19 Ortsende Untergröningen bis zur Kreisgrenze nach Schwäbisch Hall,  die L 1150 bei  Gschwend  etwa einen Kilometer  östlich von Kirchenkirnberg, die  K 3281 zwischen Heubach und Lautern auf Höhe der Baumschule Koch, die K 3253 zwischen Schlechtbach und Gschwend-Birkhof auf Höhe Sandwerk, die K 3253 am Ortsende von Utzstetten im Bereich Feuersee, die K 3283 zwischen Lautern und Essingen, bei Hohenroden (mit nächtlicher Straßensperrung),  die Straße  beim Reichenbachstausee in  Spraitbach, die Straße  Gschwend-Mühläckerle beim Badese und  die Straße in Gschwend bei der ehemaligen Sandgrube „Roßsumpf“.

Kreisökologin Simone Foltyn mahnt, dass die Bedrohung der Amphibien  auch im Ostalbkreis zunimmt.  Auf ihrer Wanderung sind die Kröten übrigens nicht nur in der Gefahr, überrollt zu werden. Die Ökologin warnt auh vor dem Strömungsdruck der Fahrzeuge: "Bei Geschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometern werden auch Amphibien getötet, die am Straßenrand sitzen. Der Strömungsdruck der Autos bringt ihre inneren Organe zum Platzen."

 

Alljährliche Schwankung

Die jetzt veröffentlichte Meldung des Landratsamts zeigt auch die  meteorologischen Schwankungen der Wanderung: Während   die Warnung  2021 und 2019 schon der ersten Monatshälfte erschien,  war sie 2020  bereits am 21. Februar nötig.

Bedenken gegen Teilung des Sees

  • Mit gemischten Gefühlen sieht der Gmünder NABU das Vorhaben der Stadt, den Schießtalsee umzugestalten in einen naturbelassenen Teil und einen Teil  als Badesee.  Positiv  für die ökologische Situation sei sicher der geplante Schilfbereich, meint Walter Beck.  Dass der See aber  durch einen Damm unterteilt werden soll, sei nicht gut, weil es die Durchmischung des Wassers  verringern würde. Optimal wäre es, den Zulauf von _Schmutzwasser  in den See  zu unterbinden - vor allem, indem  das Überlaufbecken in Herlikofen vergrößert würde und so nicht bei starken Regenfällen Schmutzwasser überläuft.
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