Techniplas: Gründe für Stellenabbau

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Die frühere Nanogate gehört nun zum Techniplas-Konzern.
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39 der 142 Arbeitsplätze werden am Standort Gmünd abgebaut. Der Konzern führt den Wegfall mehrerer Aufträge als einen Grund an.

Schwäbisch Gmünd. Nach Monaten des Verhandelns ist klar: 39 der 142 Arbeitsplätze am Techniplas-Standort in Gmünd werden abgebaut. Nachdem die IG Metall und der Betriebsrat am Standort, der viele Jahre unter dem Namen Nanogate firmiert hatte, das Vorgehen des Unternehmens scharf kritisierten, äußert sich nun das Unternehmen zu den Gründen für den Einschnitt.

„Aufgrund des Wegfalls mehrerer Aufträge und der generellen kritischen Situation in der Automobilindustrie passt Techniplas Schwäbisch Gmünd die Struktur am Standort an“, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Den Vorwürfen der IG Metall, der Stellenabbau folge einem „beispiellosen Vorgehen“ und sei „seitens Techniplas und den beauftragten Anwälten mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kompromisslos und rücksichtslos durchgedrückt“ worden, entgegnet das Unternehmen, man habe „intensive und detaillierte Verhandlungen mit dem Betriebsrat geführt“. Allerdings sei „im Rahmen einer gerichtlich eingesetzten Einigungsstelle keine Einigung erzielt“ worden, was der Grund dafür sei, dass „der Interessenausgleich scheiterte und die Einigungsstelle eine Entscheidung zum Sozialplan gefällt hat“.

Betriebsratschef Alexander Schneider hatte zudem erklärt, dass der Arbeitgeber nicht bereit gewesen sei, „dem Betriebsrat den wirtschaftlichen Sachstand und die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen“. Der Konzern widerspricht und erklärt, man habe dem Betriebsrat „alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt“ und „alle rechtlichen Vorgaben eingehalten“. Und weiter: „Wir bedauern diesen Ablauf und die notwendigen Anpassungen sehr, sind aber der Überzeugung, damit die notwendigen Maßnahmen ergriffen zu haben, um den Standort auch langfristig zu erhalten.“ Das sehen die Arbeitnehmervertreter anders: Ob die Zukunft des Standorts mit dieser Maßnahme „nachhaltig gesichert“ bezweifeln IG Metall und Betriebsrat „sehr stark“.

Techniplas hatte im vergangenen Jahr das Kerngeschäft der insolventen Muttergesellschaft des Standorts, Nanogate SE, übernommen und damit den Standort in Gmünd. Damit war auch die Übernahme von 1600 Arbeitsplätzen verbunden. Techniplas ist eigenen Angaben zufolge ein weltweit führender Anbieter von hochentwickelten Kunststoffkomponenten, Nanogate gilt wie der hiesige Standort als Spezialist für Oberflächenbeschichtungen.

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