Teilzeitausbildung: „Es ist normal, dass Mama lernt“

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Teilzeitausbildung in St. Loreto

Zwei Fachschülerinnen erzählen, wie sie die Teilzeitausbildung zur Erzieherin mit dem Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung am Institut für Soziale Berufe St. Loreto bisher erlebt haben,

Schwäbisch Gmünd

Neu und angepasst an die Situation von Familienfrauen, das hatte sich St. Loreto auf die Fahnen geschrieben, als im September 2021 erstmals eine Teilzeitausbildung zur Erzieherinnen und Erzieher mit dem Schwerpunkt Jugend- und Heimerziehung begann. Nach rund einem halben Jahr trafen sich nun Schulleiter Markus Mayer-Wunderlich und die Fachschülerinnen Maria di Santo Esposito und Irina Telkow zur Zwischenbilanz.

Drei Studierende absolvieren im Pilotkurs die Teilzeitausbildung und wurden bis zum Start vom Sozialverband a.l.s.o. in Schwäbisch Gmünd begleitet. Heute besuchen sie donnerstags und freitags den Unterricht gemeinsam mit den Studierenden der praxisintegrierten Jugend- und Heimerzieher-Ausbildung. Zusätzlich absolvieren sie vier Stunden pro Woche ein angeleitetes Praktikum in einer sozialpädagogischen Einrichtung. Ihre Kurskolleginnen und Kurskollegen müssen dagegen insgesamt 24 Stunden in die Praxisstelle.

Irina Telkow arbeitet im KABS, einem offenen Kreativ-Angebot für Kinder und Jugendliche, mitten in der Stadt Schwäbisch Gmünd. Für sie war es immer klar, dass sie arbeiten wollte, als sie vor acht Jahren nach Deutschland kam. Als Alleinerziehende versorgt sie neben ihrer Ausbildung ihre beiden Kinder im Alter von fünf und elf Jahren. Kinderbetreuung und Fachschule – geht das unter einen Hut? Die anfängliche Unsicherheit sei schwierig gewesen: Kommen die Kinder zu kurz? Schaffe ich meine Hausaufgaben? Werde ich in der Klasse integriert sein? Die in Russland bereits als Journalistin ausgebildete Fachschülerin betont, ihr Erfolgsrezept sei eine gute Planung und ein streng strukturierter Tagesablauf. „Jetzt läuft's und alles ist eingespielt“.

Maria Di Santo Esposito ist im Kindergarten St. Elisabeth auf dem Hardt tätig. Sie hat sich ein kleines Netzwerk organisiert, das ihr die Ausbildung ermöglicht. Ihr Mann, der im Schichtdienst arbeitet, ist fest in den Familienablauf eingeplant, ebenso wie ihre Mutter, die vor Ort wohnt. „Anfangs war das hektisch und ich wusste nicht, wann ich auf Klassenarbeiten lernen sollte. Nun ist es normal geworden, dass Mama lernt – und ich finde, dass ich damit auch ein gutes Vorbild für meine zwei Kinder bin. Doch es hat auch geholfen, die anderen Mütter im Ausbildungskurs dabei zu haben“, sagt Maria Di Santo Esposito.

Alles unter einen Hut bringen

Bleibt da auch noch Zeit, um die eigene Seele ein wenig zu pflegen? Für Irina Telkow ist das der Sport und das Bergwandern. Beides brauche sie, um auch mal zu sich zu kommen. Für Maria di Santo Esposito ist es ein Buch, das sie zwischendurch mal abschalten lässt. „Kommt aber nicht so oft vor“, gibt sie zu.

Schulleiter Markus Mayer-Wunderlich betont, dass es doch möglich sein müsse, Mutterschaft und Qualifikation unter einen Hut bringen zu können. „Dafür wollen wir in St. Loreto etwas tun“.

Die Fachschule für Jugend- und Heimerziehung in St. Loreto startet in jedem Schuljahr zum 1. September mit einer Vollzeitausbildung, einer praxisintegrierten Ausbildung und einem Teilzeitkurs. Voraussetzung ist die mittlere Reife und ein Vorpraktikum. Nähere Informationen dazu gibt's online unter www.st-loreto.de.

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