Testpflicht schreckt viele ab

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Claudia Alka (r.) ist froh, dass sie die Kundinnen wieder in ihrer Boutique Stilbruch beraten darf.
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Seit Donnerstag ist „Click & meet“ wieder erlaubt. Doch die Einzelhändler dürfen nur Getestete, Genesene und Geimpfte rein lassen.

Schwäbisch Gmünd

Endlich: Die Einzelhändler dürfen ihre Kunden wieder in den Geschäften empfangen. Seit Donnerstag ist Shoppen mit Termin erlaubt, weil die Sieben-Tage-Inzidenz im Ostalbkreis lange genug unter 150 liegt. Doch in einigen Läden gibt es zumindest am ersten Tag nur wenig Kunden, die „Click & meet“ annehmen.

„Die Testpflicht hält viele ab“, ist Petra Nimführ überzeugt, die im Modegeschäft Soho am Kalten Markt arbeitet. „Einkaufen ist eine spontane Angelegenheit, zumindest für uns Frauen“, sagt sie. Wer am Laden vorbei kommt, könne auch kurzfristig einen Termin ausmachen, wenn nicht bereits drei Kunden im Geschäft sind. Denn es darf nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter rein. Doch an den Nachweis für einen negativen Coronatest komme man eben nicht spontan.

„Wer steht schon eine halbe Stunde an der Teststelle an, um zehn Minuten einkaufen zu gehen?“, fragt auch Margit Thebert vom Bilderbogen am Mühlbergle. Immerhin dürfe sie seit Donnerstag die Ständer mit den Grußkarten vors Geschäft stellen. Das sei nicht erlaubt gewesen, während die Einzelhändler nur per Bestellung und Abholung verkaufen durften, per „Click & collect“. Nun können Kunden die Grußkarten vor dem Laden aussuchen und an der Tür bezahlen, wenn sie keinen negativen Coronatest haben, erklärt Margit Thebert.

Wobei Einzelhändler neben Getesteten auch Geimpften und Genesenen Einlass gewähren dürfen. Darauf weist Simone Klaus als Geschäftsführerin des Gmünder Handels- und Gewerbevereins (HGV) hin. Das bedeutet konkret, jenen, die einen tagesaktuellen negativen Coronatest vorlegen können, die seit mindestens zwei Wochen den vollen Coronaimpfschutz haben oder die nachweisen können, dass sie innerhalb des vergangenen halben Jahres an Corona erkrankt waren. Doch am Kiosk brauche es dies alles nicht, ärgert sich Margit Thebert. So wisse keiner mehr, wo was gelte.

Das sieht Tamara Hauber von Louis Damenmoden in der Postgasse ähnlich. In die Drogerie dürfe man ohne Test- oder Impfnachweis, in andere Geschäfte nicht. Das halte viele Kunden ab. Beim letzten Mal sei „Click & meet“ super gelaufen. Nur da galt die Testpflicht eben noch nicht.

Dass viele aber doch den Test fürs Shoppen in Kauf nehmen, belegt die lange Schlange vor der Johannis-Apotheke auf dem Marktplatz – neben dem Schild mit der Aufschrift „Wir testen gratis“. „So viel wie heute war noch nie los“, berichtet Inhaberin Natalie Biechele. Bis am frühen Nachmittag seien bestimmt über 100 Leute da gewesen, um sich testen zu lassen. Die allermeisten erzählten, sie wollen einkaufen gehen.

Einkaufen ist eine spontane Angelegenheit, zumindest für uns Frauen.“

Petra Nimführ, vom Modegeschäft Soho

Auch wenn die Tests ein Hemmnis seien, die Kunden stellen sich darauf ein, meint Claudia Alka vom Modegeschäft Stilbruch in der Postgasse. So habe eine Kundin für kommenden Dienstag einen Shoppingtermin bei ihr gebucht, weil sie an dem Tag ohnehin für ihren Friseurtermin einen Test machen muss. Auch für diesen Freitag und für Samstag hat Claudia Alka schon Termine im Kalender stehen. Christa Schillinger hat ihren Freitagstermin am Donnerstag an der Tür verabredet. „So eine Freude“, begrüßte sie Claudia Alka. Im Laden anprobieren und einkaufen, das sei ein ganz anderes Gefühl, als nur Waren zur Auswahl mitzunehmen.

Am Donnerstag kamen die meisten spontan zur Boutique Stilbruch und warteten vor der Tür, bis die zwei Kundinnen im Geschäft fertig waren, die dort maximal rein dürfen. Nachdem sie ihre Testbescheinigung gezeigt haben, mussten sie sich nur noch registrieren. Sie können ihre Kontaktdaten auf einer Liste eintragen oder mit der Luca-App einchecken.

Das bieten einige Gmünder Einzelhändler an, informiert Simone Klaus. Sie ist überzeugt, es wird sich einspielen, dass nun nur noch Getestete, Geimpfte oder Genesene in den Einzelhandel dürfen. So wie auch die Maskenpflicht mittlerweile selbstverständlich geworden sei.

Das Gewinnspiel „Ihr Einkauf in Gmünd gewinnt“ läuft auch während „Click & meet“ weiter. Wer in Gmünd einkauft, Essen zum Mitnehmen bestellt oder zu einem Dienstleister wie einem Friseur geht, kann die Rechnungen bis 30. Mai 2021 mit Angabe des Namens, der Anschrift und der Telefonnummer per Whatsapp an 0176 44220338 oder via QR-Code auf www.hgv-gd.de einreichen und HGV-Gutscheine gewinnen. Mehr zu den Teilnahmebedingungen gibt es auf www.hgv-gd.de.

Das gilt im Einzelhandel, wenn die Inzidenz sinkt

Aktuell dürfen per „Click & meet“ Getestete, Geimpfte und Genesene in den Einzelhandel: ein Kunde pro 40 Quadratmeter mit Angabe der Kontaktdaten.

Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis an fünf Werktagen unter 100, gilt ab dem übernächsten Tag nach der Bekanntmachung durch das Landratsamt: Ein Kunde ohne Nachweis für einen Test, eine Impfung oder die Genesung oder aber zwei Getestete, Geimpfte oder Genesene dürfen pro 40 Quadratmeter in die Geschäfte. Darüber will HGV-Geschäftsführerin Simone Klaus die Händler informieren, sobald es so weit ist. Alle Infos auf einmal seien zu verwirrend.

Liegt die Inzidenz an fünf Tagen unter 50, entfällt die Testpflicht im Einzelhandel ab dem Tag nach der Bekanntmachung. jul

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