Testzentren weiter am Ball

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Die Zeit des Ansturms auf Testzentren ist vorbei. Das DRK ist weiter im Einsatz.
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Trotz der Lockerungen lassen sich Menschen testen. Anbieter bleiben am Ball. Das DRK will den Service später im Hauptsitz anbieten.

Schwäbisch Gmünd

Lange Schlangen vor den bis zu 17 Corona-Teststandorten der Innenstadt, am Marktplatz, in der Ledergasse: Dieses Bild ist Vergangenheit. Mit dem Verzicht auf ein Testergebnis in der Außengastronomie, im Freibad oder beim Friseur ist die Nachfrage drastisch gesunken. „Sie ist um 80 Prozent eingebrochen“, sagt Aileen Häberle von der Firma Kaiserberg International Trading in Schwäbisch Gmünd. Das Unternehmen ist im Schießtal engagiert. Reagiert hat auch der DRK-Kreisverband. Die Corona-Teststation auf dem Marktplatz ist nur noch von Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

„Wir sind weiterhin für die Bürger da, wir reduzieren lediglich unsere Öffnungszeiten“, sagt Kreisgeschäftsführer Steffen Alt. Die gleiche Erfahrung macht Susanne Baumhauer, Inhaberin der Einhorn-Apotheke. „Wir hatten einen Riesen-Andrang, bis zu 200 Tests am Tag“, sagt sie. In kleinerem Umfang wird aber weiter getestet. Alle Anbieter denken jetzt darüber nach, die Test-Standorte Ende Juni aufzugeben. Das bedeutet nach Worten von Steffen Alt nicht, dass niemand mehr ein Test-Zertifikat erhalten kann. „Wir können das aber in kleinerem Umfang im Haus des DRK in der Weißensteiner Straße erledigen“, so der Kreisgeschäftsführer. Dass das weiter notwendig ist, sagen die Testergebnisse. Allein bei der DRK-Teststation wurden 60 positive Ergebnisse notiert. Allerdings bei tausenden von Proben.

Steffen Alt erinnert sich an den Tag, an dem die meisten Tests gemacht wurden: Es war Samstag, der 29. Mai, mitten in den Pfingstferien. „Da haben wir am Marktplatz 1083 Personen getestet, dazu 586 im Schießtal. Weil das auch die personelle Kapazität überschritten hat – das DRK arbeitet mit vielen Ehrenamtlichen der Bereitschaft - waren wir froh, dass die Firma Kaiserberg International Trading den Standort Schießtal übernommen hat.“ Die Übergabe sei völlig unkompliziert gewesen. Unterstützt wurden die DRK-Testzentren auch von fest angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Da waren Kapazitäten vorhanden, weil ja keine Erste-Hilfe-Kurse und andere öffentliche Begegnungen stattfinden konnten, meint Steffen Alt. Dass es in den vergangenen Wochen, Arztpraxen und Apotheken eingerechnet, mehr als 40 Orte für Tests gegeben hat, sei „gut für die Stadt und ihre Bürger gewesen“. Die Schlangen vor den Teststationen hätten gezeigt, dass es mit weniger Kapazität gar nicht zu schaffen gewesen wäre. Das sagt auch Hauke Flöter, „dm“-Gebietsverantwortlicher: „Je mehr Teststationen es gibt, desto besser ist es für die Gemeinschaft.“ Bei „dm“ in Schwäbisch Gmünd wurden am Tag bis zu 80 Tests registriert. „dm“ bietet derzeit Termine über den 30. Juni hinaus an.

Die Firma Kaiserberg International Trading ist ebenfalls über Gmünd hinaus engagiert, etwa im Kreis Esslingen und in Ehingen bei Ulm. Aileen Häberle spricht von anfänglich großem Ansturm. Da waren es allein im Schießtal und vor dem Freibad 800 Tests am Tag. Die Station am Eingang zum Freibad wurde aufgegeben, weil dort keine Tests mehr verlangt werden. Firma Kaiserberg International Trading beschäftigt sich nach Worten von Aileen Häberle zu 100 Prozent mit Im- und Export von und nach China.

Weiter geöffnet

Das Gmünder Unternehmen habe in Coronazeiten große Mengen Hygieneartikel aus China eingeführt, „wir kaufen auch Tests in großen Stückzahlen und sind, was die Verfügbarkeit betrifft, die ersten in der Kette“, so Aileen Häberle. Das habe sie auf die Idee gebracht, eigene Teststationen zu betreiben. Die ist weiter täglich von 8 bis 19 Uhr geöffnet.

Wie kommen private Unternehmen zum gewünschten Test-Standort? Gerd Hägele, Leiter des Ordnungsamts der Stadt, spricht von „niederschwelligen Auflagen“. Es sei lediglich darauf geachtet worden, dass sie Verkehr und Rettungswegen nicht im Weg sind. Eine Obergrenze für Teststationen sei nicht festgelegt worden. Hägele rechnet aber damit, „dass sich die einen oder anderen privaten Testunternehmen zurückziehen werden, so bald sich der Standort nicht mehr lohnt“.

Dazu trägt am 1. Juli auch eine neue Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums bei. Dann können für die Sachkosten nicht mehr 6, sondern nur noch 4,50 Euro abgerechnet werden. Für die Dienstleistung gibt es nicht mehr 12, sondern maximal 8 Euro.

Nicht neu, aber immer noch gültig: Die Gesundheitsämter sind für Fragen der Hygiene in den Teststellen zuständig. „Die Überprüfung erfolgt nicht routinemäßig, sondern anlassbezogen und stichprobenhaft“ sagt der Pressesprecher des Sozialministeriums in Stuttgart.

Wir sind

Steffen Alt,, DRK-Kreisgeschäftsführer

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