Tierisch schöne Pflanzideen

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Aus dem einstigen grünen Trauzimmer im Gmünder Stadtgarten hat die Stadtgärtnerei eine mediterrane Landschaft mit Reptilien kreiert.

Schwäbisch Gmünd

Stehenbleiben lohnt sich. Der zweite und dritte Blick auch. Denn was das Mitarbeiterteam rund um Stadtgärtnerei-Leiterin Ramona Bauer da gezaubert hat, sprüht vor Charme und Kreativität – und wieder einmal bewahrheitet sich, dass Not erfinderisch macht. Denn für den klassischen Rückbau des einstigen Kakteengartens der Remstal-Gartenschau fehlten die Mittel. Sparen war angesagt. Und so machten sich Ramona Bauer und Melanie Hinderberger Gedanken, wie eine Neugestaltung des Bereichs rund um die Blutbuche aussehen könnte. "Mit geringen Mitteln das Bestmögliche machen", war die Devise, wie Ramona Bauer beschreibt.

Angesichts der Drahtkörbe, die bei der Gartenschau als Blumenampeln dienten, kam die zündende Idee: Kurzerhand wurden die Drahtkörbe umgedreht, mit Jute ausgelegt und diese mit Löchern versehen. In diese Löcher kamen die Pflanzen. Vor allem der Hauswurz (Sembervivum) und bodendeckende Fetthenne (Sedum). Die Pflanzen suchten sich ihren Weg und wurden so zum gescheckten Panzer der Schildkröte.

Vier umgedrehte Blumentöpfe fungieren jeweils als Füßchen der Reptilien. Über Winter entstanden die kreativen Geschöpfe in der Stadtgärtnerei, jetzt wurden sie "ausgewildert", wie Ramona Bauer amüsiert beschreibt. Die Symbolik der Schildkröten, die locker 100 Jahre alt werden können, liegt auf der Hand. Denn die Ehen, die im grünen Trauzimmer des Stadtgartens geschlossen werden, sollen schließlich auch so lange halten wie das Leben einer Schildkröte.

Damit die floristischen Schildkröten nicht so einsam sind, griffen Sven Neumann und Felix Scheuerle von der Stadtgärtnerei zur Motorsäge. Sie entlockten mit großem Talent manchem alten Baumstamm Reptilien. Etwa Eidechsen. "Da gingen alle drin auf", zeigt sich Ramona Bauer begeistert. "Alle waren voll dabei und brachten Vorschläge zur Gestaltung ein."

So ist nun aus dem ehemaligen Kaktusgarten eine mediterrane Zone in der Stauferstadt entstanden. Die bepflanzten Schildkröten und geschnitzten Eidechsen bekamen noch passende Flora. Bougainvillea und kanarischer Natterkopf wurden eingepflanzt. Der komplette Bereich hat sich zum attraktiven Hingucker gemausert. Gern bleiben die Spaziergänger stehen und bewundern die Ergebnisse der Kreativität in der Stadtgärtnerei. "Es gab auch bereits die ein oder andere E-Mail, in der man uns zum Gelingen gratulierte", freut sich Ramona Bauer.

Die Pflanzen kosten nicht viel, aber sehen gut aus.

Ramona Bauer, Stadtgärtnerei

Inspiration für den Garten

Auch für den heimischen Garten empfiehlt die Gärtnereichefin das Anpflanzen von Sempervivum und Sedum. "Damit kann man toll gestalten, ganze Landschaften modellieren." Großer Vorteil: Die Pflanzen speichern in ihren dicken Blättern das Wasser. Und müssen so nicht ständig gegossen werden. "Da kann man 14 Tage in Urlaub gehen und hat dennoch einen schönen Garten. Ohne, dass jemand gießen muss", sagt Ramona Bauer. Zudem seien die Pflanzen winterhart. Sofern man sie bedeckt. Und: "Die Pflanzen kosten nicht viel, aber sehen gut aus." Wer neugierig geworden ist, sollte seinen nächsten Spaziergang in den Stadtgarten lenken. Zwölf bepflanzte Schildkröten und acht geschnitzte Reptilien warten auf Besuch.

Im Remspark finden sich nun bepflanzte Füllhörner. Und, wo im Himmelsgarten das Einhorn 2019 die Besucher begrüßte, gibt's nun ein Blühzimmer mit einer blühenden Bettdecke und bepflanzten Kissen. Auch hier zeigt sich die bestechende Kreativität der Mitarbeiter aus der Stadtgärtnerei. Die Ideen gehen nicht aus. Selbst ein großer Dino aus Altreifen präsentiert sich dort. Nebst zwei Vulkanen, die mit Substrat im Himmelsgarten entstanden. Der herabfließende Lavastrom wird durch Pflanzen in Gelb- und Rottönen symbolisiert.

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