Tim-Luka Schwab: Kritik und Chancen

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Tim-Luka Schwab
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Der Bundestagskandidat geht im Interview auf seine Kandidatur ein.

Schwäbisch Gmünd. Tim-Luka Schwab (SPD) sorgte mit Bekanntwerden seiner Bundestagswahlkandidatur für Aufsehen in der Region. Bei Themen wie Steuern oder der Bundeswehr erntete der 20-Jährige Politikwissenschaftsstudent Kritik. Im Interview mit GT-Volontär Erik Roth geht Tim-Luka Schwab nun auf die Vorwürfe wegen seiner geringen Lebenserfahrung ein und erklärt, wie es zu seiner Entscheidung kam, in den Bundestag einziehen zu wollen.

Mit 20 Jahren kandidieren Sie für den Bundestag. Wie kam's zu der Entscheidung?

Tim-Luka Schwab: Als Christian Lange verkündet hat, nicht mehr im Wahlkreis anzutreten, sorgte das für mich und andere Parteikollegen für Überraschung. In jedem Fall braucht es aber einen neuen Kandidaten. Trotz mehrerer guter Gespräche mit verschiedenen Ortsvereinsvorsitzenden aus der Region und der SPD-Findungskommission war meine Kandidatur keine leichte Entscheidung. Denn der Wahlkampf kann belastend für mein Studium werden.

Steuerpolitik und die Bundeswehr – wie wollen Sie bei solchen Themen mitreden?

Zunächst einmal: Ich habe nicht gedient und bin auch kein Freund der Wehrpflicht. Auch Steuern habe ich bis jetzt in meinem Leben nicht gezahlt. Das muss ich aber auch nicht, um in diesen Themen mitzureden. Natürlich kann ich mit 20 Jahren kein Experte auf jedem Gebiet sein. Allerdings kann kein Abgeordneter in allen Themen allwissend sein. Ich möchte eher in meinen Kernthemen Umwelt- und Friedenspolitik aktiv sein. Auch das Argument, mir fehle die Lebenserfahrung halte ich für Blödsinn. Denn so dürfte kein junger Mensch ein politisches Amt ausüben. Doch genau das braucht es bei den überalterten Gremien.

Was halten Sie von den Vorwürfen?

Dass ich mit meiner Kandidatur polarisiere, überrascht mich nicht. Ich bin bekannt dafür, klare Positionen zu vertreten und auch mal eine radikale Lösung anzubieten. Gerade bei alten weißen Männern kann das für Vorurteile und Ängste sorgen. Generell lasse ich mich gern auf inhaltliche Diskussionen ein. Angriffe auf persönlicher Ebene, ich habe nicht das Zeug für ein Mandat, finde ich nicht so gut.

Sehen Sie bestimmte Chancen wegen Ihres Alters? Oder können Sie sich auch Gefahren aufgrund dessen vorstellen?

Ich glaube, ein Vorteil ist eindeutig, dass ich die Perspektiven und Interessen junger Menschen besser vertreten kann. Außerdem glaube ich, dass ich ein offeneres Weltbild habe als viele ältere Menschen. Natürlich bringt mein Alter auch Nachteile mit sich. Das gebe ich offen zu. Mir fehlt teilweise schon die Lebenserfahrung. Dadurch, dass mich die Genossinnen und Genossen zum Ortsvereinsvorsteher und die Bürgerinnen und Bürger mich zum Stadtrat gewählt haben, bin ich überzeugt, dass man mir politische Verantwortung zutrauen kann.

Wie sehen Sie Ihre Chancen?

Es ist nach wie vor eine offene Situation mit lauter neuen Gesichtern. Ich möchte weiterhin ein progressives, sozialdemokratisches Wahlangebot machen und für das Direktmandat kämpfen.

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