Unwetter: Tipps bei erhöhter Alarmbereitschaft

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Gewitter über Gmünd.
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Die Gmünder Feuerwehr ist am Dienstagnachmittag wegen umgestürzter Bäume im Einsatz. Was der Gmünder Feuerwehrkommandant vor und bei Unwettern rät.

Schwäbisch Gmünd

Uwe Schubert weiß von vielen Einsätzen, aber auch aus eigener Erfahrung, wie viel Schaden ein Hochwasser im Keller anrichten kann. Im Mai 2016 stand das Wasser im Keller des Kommandanten der Gmünder Feuerwehr in Herlikofen zehn Zentimeter hoch. Seither hat er seinen Keller so umgeräumt, dass dort auf dem Boden nur Dinge lagern, an denen ein Hochwasser keinen Schaden anrichtet. Sowas wie Blumenkübel, Gießkannen oder Sprudelkisten, zählt er auf.

Bäume umgefallen

Die unteren 30 Zentimeter frei zu räumen, könne er jedem empfehlen, dessen Keller von Hochwasser bedroht sein könnte. Denn Starkregen sei in den vergangenen Jahren häufiger vorgekommen. Und es sei schwer vorherzusagen, wo genau er hinfällt.

Der Gmünder Raum sei jedenfalls nicht stärker betroffen als andere Regionen. So sei er etwa am Montagabend verschont geblieben, während es unter anderem im Rems-Murr-Kreis etliche vollgelaufene Keller und Unterführungen gab. Die Gmünder Feuerwehrabteilungen hatten am Montagabend hingegen nur zwei Einsätze indirekt wegen des Wetters: Ein Bürger hatte gemeldet, dass sich ein Kran in Wetzgau stark im Wind drehe. Feuerwehrleute überprüften dies und stellten fest, dass alles in Ordnung war. Wenn Kräne sich nicht im Wind drehen, drohen sie umzukippen, erklärt Uwe Schubert.

Ein weiterer Hinweis eines Bürgers betraf den Rechberg, auf dem ein Feuerschein zu sehen gewesen sei. Doch das war lediglich die Beleuchtung oder ein Blitz, stellten Feuerwehrleute der Abteilung Rechberg fest.

Am Dienstagnachmittag waren die Gmünder Einsatzkräfte dann tatsächlich gefordert: In Lindach, Wetzgau, Rechberg, Großdeinbach und der Innenstadt galt es, nach heftigen Windböen Bäume von der Straße zu entfernen, berichtet der Gesamtkommandant. Die insgesamt sieben Einsätze seien jedoch schnell erledigt gewesen. Doch die Feuerwehr sei wegen der Unwetterwarnungen weiterhin „in erhöhter Alarmbereitschaft“.

Verhaltensregeln bei Unwettern

Wie sollen sich Bürger verhalten, wenn ein Gewitter aufzieht? Im Vorfeld gelte es, alles ums Haus zu befestigen, was umfallen oder weggeweht werden könnte, sagt Uwe Schubert, etwa Sonnensegel oder Blumenkübel. Teure Geräte wie den Fernseher auszustecken, verhindere, dass diese Schaden nehmen, falls ein Blitz einschlagen sollte. Ansonsten können Überspannungsschutzstecker oder -steckdosen helfen.

Blitzableiter seien in der Bauverordnung für gewöhnliche Wohnhäuser nicht mehr vorgeschrieben, sondern nur noch für „Objekte besonderer Art und Nutzung“, etwa bei den Industrieanlagen auf dem Gügling oder den Hochhäusern in der Oderstraße. Dort ist die Feuerwehr alle fünf Jahre zur vorbeugenden Brandschau und prüfe dabei auch die Blitzschutzanlage, die regelmäßig von einer Fachfirma gewartet werden müsse. Schließlich gelte es zu gewährleisten, dass der Blitzableiter mit der Erde verbunden sei und sich die elektrische Spannung nicht im Gebäude entlädt.

Von Ausflügen im Freien bei Gewitterwarnung rät der Kommandant ab. Unter anderem über die Internetseite des Deutschen Wetterdienstes können sich Bürger über Unwetterwarnungen informieren oder sich auf dem Smartphone benachrichtigen lassen.

Wer doch draußen unterwegs ist, sollte sich bewusst machen, dass sich Blitze den kürzesten Weg suchen. Daher gelte es, hohe Objekte wie Bäume und Strommasten zu meiden. Wer bei Gewitter auf offenem Feld ist, sollte die Füße eng zusammen stellen. Denn die sogenannte Schrittspannung sei bei indirektem Blitzschlag umso größer, je weiter die Füße auseinander sind. Wegen dieses Effekts ist es auch nicht ratsam, Händchen zu halten.

Autos und Busse sind mit geschlossenen Fenstern besonders sicher bei Gewittern. Denn der sogenannte Faradaysche Käfig sorgt dafür, dass Blitzladungen an der Außenhaut über die Räder abfließen. Und was gilt für Radfahrer? Wenn das Fahrrad von einem Blitz getroffen wird, leitet es die Elektrizität. Berührungen können daher zu Verbrennungen führen.

Der Abstand zwischen Blitz und Donner

Wer wissen will, wie nahe ein Gewitter ist, zählt die Sekunden zwischen dem Blitz und dem Donner und teilt das Ergebnis durch drei. Denn der Schall legt in drei Sekunden etwa einen Kilometer zurück, erklärt der Gmünder Wetterexperte Martin Klamt. Ist der Donner zum Beispiel nach sechs Sekunden zu hören, ist das Gewitter nur noch zwei Kilometer entfernt und man sollte sich in Sicherheit bringen.

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