„Torf ins Moor, nicht ins Blumenbeet!“

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Gärtnern geht laut Nabu auch ohne Torf.

Nabu ruft Gartenbesitzer auf, torffreie Erde zu verwenden.

Schwäbisch Gmünd. Der Naturschutzbund (Nabu) appelliert an die Gartenfreunde, auch an Klima und Natur zu denken – und Erde ohne Torf einzusetzen. „Hochmoore sind weltweit eines der bedrohtesten Ökosysteme der Erde“, sagt Walter Beck, Sprecher der Gmünder Gruppe des Nabu. „Tier- und Pflanzenarten, denen sie Lebensraum bieten, stehen fast ausnahmslos auf der Roten Liste.“

Moore, so der Diplom-Biologe, bedecken zwar nur drei Prozent der weltweiten Landfläche, speichern aber mehr Kohlenstoff und entfernen größere Mengen des Treibhausgases CO2 aus der Atmosphäre als alle Waldgebiete zusammen. „Unsere Probleme mit dem Klimaschutz und der Energiewende wären viel geringer, würden wir mehr für die Erhaltung und Ausbreitung der verbliebenen Moore tun“, sagt Beck.

Stattdessen gehe die Ausbeutung der letzten verbliebenen Moore in Osteuropa und im Baltikum ungebremst weiter, bedauert der Naturschützer. Unbewusst und unbeabsichtigt trügen dazu deutsche Gartenbesitzer bei, die bei Pflanzungen und bei der Bodenverbesserung meist die erstbeste handelsübliche Blumen- und Gartenerde verwenden. Diese bestehe nämlich fast ganz aus Hochmoortorf. „Aber wer weiß das schon, wenn er einen Sack Blumenerde kauft?“

Notwendig sei das nicht, betont der Naturschützer. Nahezu alle Hersteller und Gartencenter böten torffreie Erden mit Kompost, Rindenhumus oder Pflanzenfasern an. „Wenn ein Produkt torffrei ist, steht das meist groß und deutlich auf der Verpackung geschrieben“, sagt Beck. Im Zweifel helfe ein Blick auf die kleingedruckten Angaben zur Zusammensetzung.

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