Tote Vögel werfen Fragen auf

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Der Boden ist übersät mit toten Vögeln.
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Ein Gmünder fand auf dem Dachboden seiner Wohnung in der Postgasse über 70 tote Mehlschwalben.

Schwäbisch Gmünd. Es klingt wie die makabere Szene aus einem Film: Ein Mann, der seine Wohnung in der Gmünder Postgasse hat und namentlich nicht genannt werden möchte, fand auf seinem Dachboden über 70 tote Schwalben. Der Fund hinterlässt auch bei Tierschützern Rätsel.

Noch am vergangenen Wochenende beobachtete der Bewohner die Vögel von seinem Fenster aus. "Das war sehr schön, Schwalben sind meine Lieblingsvögel", sagt er. Er vermutet, dass die Tiere auf ihrem Zug in den Süden Schutz in dem Haus gesucht hatten. "Es hat am Wochenende sehr stark geregnet."

Zwei Tage später, als er zufällig seinen Dachboden betrat, bot sich ihm der grausige Anblick: Der Boden ist übersät mit toten Vögeln. Mit Vertretern des Naturschutzbundes (NABU) habe er sich schon in Verbindung gesetzt. "Die meinten, die Vögel haben den Ausgang nicht gefunden und sind verhungert." Das könne er sich aber nicht vorstellen: "Das ist ein typisches altes Dach, mit mehr als einem Loch."

Tierschützer ist ratlos

Armin Dammenmüller ist Vorsitzender des NABU Gmünd und kennt sich als Ornithologe besonders gut mit Vögeln aus. Drei der toten Mehlschwalben schickte er in ein Labor, dort werde die Todesursache untersucht. Auch er hält es für möglich, dass die Schwalben nichts mehr aus dem Dachboden gefunden haben und verhungert sind.

Etwas anderes bereitet ihm Kopfzerbrechen: "Das ist schon befremdlich, zu dieser Jahreszeit sind die Mehlschwalben eigentlich schon abgezogen." Mitte September seien sie eigentlich schon weg Richtung Süden. "Mir wäre auch nicht bekannt, dass Schwalben hier in der Postgasse brüten", ergänzt er. "Das Ganze ist mir vollkommen unklar." Das Ergebnis der Laboruntersuchung wird für die kommenden Tage erwartet.

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