Training mit dem E-Bike: Mit Sicherheit die Kurve kriegen

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Sicherheitstraining mit E-Bikes an der Uhlandschule: Wichtig, da Pedelecs prinzipiell durch den zuschaltbaren Elektroantrieb schwerer sind – auch zu händeln – als ein gewöhnliches Fahrrad.
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ADFC informiert auf dem Hof der Uhlandschule in Bettringen über richtiges Verhalten und Umgang mit einem E-Bike im Straßenverkehr.

Schwäbisch Gmünd

Wie Ruth Holzner aus Waldstetten geht es mit Sicherheit vielen Radlern. „Ich bin seit ewiger Zeit nicht mehr auf dem Rad gesessen und fühle mich manchmal unsicher.“ Sie hat sich nun ein E-Bike gekauft. Keine Frage, damit liegt die sportliche Seniorin voll im Trend. Gut, wenn man sich an der frischen Luft bewegt und auf dem Fahrrad durch die Lande fährt.

Nicht gleich auf die Straße

„Aber die Fahrt mit einem E-Bike muss geübt werden. Mit einem neuen Auto geht man ja auch nicht gleich auf die Autobahn“, empfiehlt Angelika Abele vom ADFC. Daher bietet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club regelmäßig den Verkehrsteilnehmern, die aufs Rad umgestiegen sind, Fahrsicherheitstraining an. Auch im Raum Schwäbisch Gmünd. Ziel ist es jeweils, die Fahrtechnik der „Neuradlern“ auf Pedelecs zu verbessern.

Schwerer zu händeln

So auch am Mittwoch auf dem Verkehrsübungsplatz bei der Uhlandschule in Bettringen. „Keiner will in der eigenen Einfahrt unter Beobachtung der Nachbarn üben“, argumentiert Maria Raunecker-Frank für den uneinsehbaren Platz. Die Schule ist verwaist, es sind Herbstferien. Man ist also unter sich.

Nach und nach finden sich die Kursteilnehmer mit ihren Pedelecs ein. Deren Blicke wandern sogleich zu den roten Hütchen, die auf dem Boden platziert sind. „Slalomfahren“, überlegt ein Teilnehmer aus Bettringen laut. Und erhält ein Kopfnicken. Wichtig, da Pedelecs prinzipiell durch den zuschaltbaren Elektroantrieb schwerer sind – auch zu händeln – als ein gewöhnliches Fahrrad.

An die Technik gewöhnen

Aber es steht noch viel mehr auf dem Programm. Etwa die Empfehlung, dass man zuerst ohne elektrische Hilfe radeln sollte. Und diese Hilfe dann nur langsam in Gebrauch nimmt. „An diese Technik muss man sich gewöhnen“, erklären die beiden Radlerinnen vom ADFC. Etwa auch bei einem Bremsvorgang. Denn sonst kann es sein, dass man die Kontrolle über das E-Bike verliert und im wahrsten Sinne des Wortes die Kurve nicht kriegt. Was leider immer wieder geschieht, da die Geschwindigkeit des Pedelecs unterschätzt wird. Und auch die Steuerung. Leider auch von Autofahrern, die noch schnell gegenüber einbiegen wollen, da ja „nur“ ein Radler“ auf der Gegenfahrbahn unterwegs ist.

Stoppschild gilt für Radler auch

Ein großes Augenmerk ist daher auch das verhalten im Straßenverkehr. Eben darum, die Unsicherheit abzulegen, wie es Kursteilnehmerin Ruth Holzner aus Waldstetten eingangs beschrieben hat. Wichtig ist vor allem für die E-Bike-Nutzer zu wissen, dass auch sie an die Verkehrsregeln gebunden sind. „Ein Stoppschild auf der Straße bedeutet auch für Radler, dass angehalten werden muss“, unterstreicht Maria Raunecker-Frank. Ebenso die klassische „Rechts-vor-Links-Regelung“, etwa in Wohngebieten.

Was die Trainerin auch zu Bedenken gibt ist, dass sich viele Verkehrsregeln geändert haben. Und, dass viele „neue“ E-Biker der älteren Generation entstammen und manche gar nicht mehr, oder nur noch selten Auto fahren. Ganz allgemein empfiehlt sie neben Fahrtrainings für die Radler „auch mal die Perspektive zu wechseln“.

Was gemeint ist? Dass sich beispielsweise ein Radler in die Rolle des Autofahrers versetzt – und anders herum. „Es geht um allgemeine Rücksicht“, betont sie.

Learning by doing ist gefährlich

Auf dem Verkehrsübungsplatz wird das Bremsen geprobt, kann auch allein eine Übung wiederholt werden, wenn man sich noch unsicher ist. Sicher ist, dass es wertvolle Anleitung der beiden Damen des ADFC gibt. „Beim Kauf eines E-Bikes gibt es vom Händler nur eine schnelle Einweisung“, appellieren die Trainerinnen, sich mit dem neuen Gefährt intensiv zu befassen. „Lerning by doing im Straßenverkehr ist gefährlich“, warnen beide. Und verweisen auf weitere Kurse für E-Bike-Fahrer, die im Frühjahr angeboten werden.

Anmeldung zu den Kursen unter www.radspaß.org/kurse oder telefonisch unter (07171) 183283 bei Angelika Abele.

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