Trockenheit: Bleiben die Preise für Obst und Gemüse auf dem Gmünder Wochenmarkt stabil?

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Mit Blick auf steigende Energiepreise macht sich unter Gärtnern die Sorge breit, ob man im Winter die aktuellen Preise für Obst und Gemüse halten kann.

Schwäbisch Gmünd

Gießen, gießen, gießen: Ohne geht's bei den Gärtnern und Obstbauern im Ostalbkreis und im Remstal derzeit nicht. Trotzdem bieten die Landwirte auf dem Gmünder Wochenmarkt ihre Waren nicht teurer an als im vergangenen Jahr. Einerseits stiegen die Ausgaben fürs Wasser, andererseits habe das warme Wetter bei vielen Obst- und Gemüsesorten für eine reiche Ernte gesorgt, erzählen die Marktbeschicker und nennen Beispiele.

Tomaten und Gurken

„Bewässerung muss sein“, sagt Gärtner Friedrich Leute aus Lautern, der mit einem Gemüsestand am Gmünder Münster steht. Aber Tomaten, Gurken und Auberginen seien beispielsweise dieses Jahr aufgrund der Wärme sehr gut gewachsen. „Die Preise fürs Gemüse sind deshalb günstig“, sagt Leute, weil es eine große Auswahl gibt. Je nach Sorte kostet an seinem Stand zum Beispiel ein Kilo Tomaten 2,90 Euro. Um die zwei Euro kostet das Kilo Tomaten derzeit im Supermarkt. Für zwei Vespergurken verlangt der Lauterner Gärtner einen Euro. Viel Arbeitszeit gehe beim Gießen drauf, „wir verwenden größtenteils Regenwasser aus unserer Zisterne“. Gemüse, das länger auf dem Feld stehe, wie beispielsweise Sellerie, Karotten oder Rosenkohl, würde gießtechnisch eher vernachlässigt. Dafür müssten die Salate ausreichend Wasser bekommen. „Alles geht eben nicht“, sagt Leute.

Sorge bereiten ihm der Herbst und Winter. Dann müsse er seine Gewächshäuser beheizen, um Ackersalat, Kresse, Petersilie und Radieschen durch die kalte Jahreszeit zu bringen. „Wir wissen nicht, was da auf uns zu kommt“, sagt Friedrich Leute mit Blick auf die steigenden Energiepreise. Es komme auch darauf an, ob der Winter mild oder klirrend kalt werde. Wie es dann mit den Preisen fürs Gemüse weitergehe, kann er nicht sagen. „Wir dürfen unsere Ware nicht zu teuer verkaufen, sonst leistet sich das keiner mehr.“

Äpfel

Auch die Obstbauern im Remstal kommen nicht ohne Bewässerungssysteme aus. Eckart Hubschneider aus Weinstadt berichtet von verbrannten Blättern, Sonnenbrandschäden an Äpfeln und Regenwasserzisternen, die alles andere als voll sind. Die Besonderheit in Weinstadt? Obstbauern erhalten dort endgeklärtes Wasser von der Kläranlage zum Gießen für den Boden. Das sei immerhin günstiger als Leitungswasser, sagt Erna Tisberger vom gleichnamigen Obstbaubetrieb. Viele Äpfel seien dieses Jahr zu früh vom Baum gefallen, weil es zu trocken war, erklärt sie. Sorgen bereiten ihr die späteren Apfelsorten. „Wir wissen nicht, wie gut diese sich lagern lassen wegen der Trockenheit.“ Auch die Äpfel sind zu Preisen wie in der vergangenen Saison an den Marktständen im Angebot. „Wir geben zwar mehr fürs Wasser, dafür weniger für Pflanzenschutz aus“, sagt Hubschneider. Ein Kilo Jonagold kostet zum Beispiel 2,40 Euro, die Sorte Mariella gibt's für 2,60 Euro. Im Supermarkt bekommen Kunden das Kilo für etwa 2 Euro.

Brombeeren

„Die Brombeeren sind dieses Jahr wunderschön und schmecken hervorragend“, schwärmt Hubschneider. Sie mögen's war, brauchen aber genügend Wasser. Ohne Gießen geht's gar nicht, erklärt der Gärtner, auch um die nächste Saison nicht zu gefährden. Denn die Ruten an den Brombeeren verkürzten sich, wenn's zu trocken wird. Das würde Ernteausfälle für 2023 nach sich ziehen. Er gieße also jetzt schon mit Blick auf die nächste Saison.

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