Tropfen auf den heißen Stein nähren

+
Küche der Barmherzigkeit - Armenien

Weshalb Klaus Pavel, Ursula Richter, Robert Kloker, Christian Baron, Dr. Stefan Scheffold und Michael Länge in Gmünd und auf der Ostalb die Armenienhilfe fortführen.

Schwäbisch Gmünd

In wenigen Tagen beginnt in Armenien die 28. Saison der „Küche der Barmherzigkeit“. Bis zu 250 bedürftige Menschen in Yerevan und 267 Kinder und Jugendliche in Nordarmenien bekommen einmal am Tag mit Hilfe der Spender aus und um Gmünd warmes Essen. Die Armenienhilfe läuft weiter, auch wenn die Pfarrer Karl-Heinz Scheide und Alfons Wenger im Sommer nach knapp 20-jährigem Engagement als Köpfe der Hilfsaktion in Gmünd verabschiedet worden sind. Ein Lenkungskreis wird die Initiative in den nächsten Jahren fortführen. Zu diesem gehören Landrat a.D. Klaus Pavel, Dekanin Ursula Richter, Dekan Robert Kloker, Bürgermeister Christian Baron, der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Scheffold und GT-Lokalchef Michael Länge. Sie erklären, weshalb ihnen die Armenienhilfe ein Anliegen ist.

Für Klaus Pavel ist die „Küche der Barmherzigkeit“ eine „besondere bürgerschaftlich getragene humanitäre Ostalb-Initiative“. Armut und Bedürftigkeit seien in Armenien außerhalb der Kern-Metropole Eriwan überall anzutreffen. Als Landrat sei er zweimal vor Ort gewesen, um die Wirkungen der finanziellen Unterstützung des Kreises selbst zu sehen. „Und ich war schockiert und tief betroffen, diese schlimme Armut zu sehen“, sagt Pavel, der seit 2002 Schirmherr der Hilfsaktion ist. „Uns geht es richtig gut, und wir sollten für die sozialen Ungerechtigkeiten wenigstens einen kleinen Beitrag zur Abhilfe leisten“, sagt der frühere Landrat. Insbesondere Kindern und Jugendlichen müsse man eine gute Lebensperspektive ermöglichen.

„Brich dem Hungrigen dein Brot und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus“, zitiert Ursula Richter den Propheten Jesaja, 58. Kapitel, Vers 7. Die „Küche der Barmherzigkeit“ mit dem „Haus der Hoffnung“ in Armenien entspreche elementar dieser urbiblischen Einladung. „Es wäre traurig, wenn ein solch gutes Werk nicht fortgeführt würde in eine neue Zeit“, sagt die evangelische Dekanin. Und ergänzt: „In Respekt vor denen, die sich viele Jahre engagierten. Im Wissen, dass wir das nicht einfach genauso weiterführen können. Im Gottvertrauen, dass es auch künftig Wege und Mittel gibt zu helfen im Geist der Menschlichkeit. Im Geist Gottes.“ Richter erinnert an die Vesperkirchen im Raum Schwäbisch Gmünd. Auch sie folgten elementar der Einladung, mit Hungrigen an Leibe und Seele Brot zu teilen und Menschen in verschiedensten - nicht selten elenden - Lebenslagen ins Haus zu führen. Das Elend in Armenien sei ganz anders. Und menschliche Solidarität brauche es weltweit. In diesem Sinn ist die „Küche der Barmherzigkeit“ für Richter Vesperkirche, „nur in der weiten Welt“.

Immer schon habe ihn die große Leidenschaft und das nachhaltige Engagement aller Beteiligten bei der „Küche der Barmherzigkeit“ beeindruckt, sagt Robert Kloker. „Wenn es jetzt an mir ist, meinen Beitrag dazu zu leisten, die Menschen in Armenien zu unterstützen, dann bin ich gerne dazu bereit“, ergänzt der katholische Dekan. Auch Kloker zitiert die Bibel: „Ich war hungrig, und Du hast mir zu essen gegeben“ (Mt 25,35). Diesen Auftrag gelte es weiterhin ernst zu nehmen. „Ich hoffe sehr, dass wir es schaffen, weiterhin für die Menschen in Armenien Zeichen der Hoffnung für ihr Leben zu setzen“, sagt Kloker.

„Sich für die 'Küche der Barmherzigkeit' zu engagieren, ist für einen Gmünder eine Herzensangelegenheit,“ sagt Christian Baron. Denn das Projekt sei „in unserer Stadt tief verwurzelt“ und die großartige Arbeit von Gerhard Maier, Karl-Heinz Scheide und Alfons Wenger sei sehr präsent. Dabei machten der persönliche Einsatz sowie der direkte Draht in das Haus der Hoffnung und nach Yerevan die Initiative „sehr unmittelbar und persönlich“. Dies zeichne die „Küche der Barmherzigkeit“ aus. „Und schließlich ist die Armenienhilfe auch ein Projekt des Deutschen Roten Kreuzes, das ich mit vertreten darf und das sich hier aus großer Überzeugung tatkräftig einbringt“, erklärt der Bürgermeister.

Die „Küche der Barmherzigkeit“ hat sich in Gmünd über viele Jahre „einen sehr guten Ruf als wohltätige und den Menschen zugewandte Einrichtung erarbeitet“, sagt Dr. Stefan Scheffold. Als langjähriger Nachbar von Karl-Heinz Scheide hat Scheffold dessen enormen Einsatz und auch den von Pfarrer Alfons Wenger unmittelbar miterleben können. Dies sei für ihn „Motivation, an diese Arbeit anzuknüpfen“. Sie biete uns Bürgern aus Gmünd „die Möglichkeit der gezielten Unterstützung von armen Menschen in Armenien, verbunden mit der Sicherheit, dass die gespendeten Gelder nicht in Verwaltungsapparaten aufgezehrt werden, sondern eins zu eins den bedürftigen Menschen zugute kommen“, sagt Scheffold.

Er könne die Trauer in den Augen der Kinder nicht vergessen, sagt Michael Länge. Es sind insbesondere diese Blicke ohne Hoffnung, die den Journalisten motivieren, wieder und wieder von der Armut in Armenien zu erzählen. Wohl wissend, dass es in Armenien auch reiche Menschen gibt, die sich nicht um ihre Mitbürger kümmern. Wohl wissend, dass in Armenien auch in den Jahren der Unabhängigkeit seit 1991 eine politische Klasse an der Macht war, die von Korruption durchsetzt war. Und wohl wissend, dass es Jahrzehnte dauern wird, dies zu ändern. Und einen starken Willen der Menschen in Armenien braucht. Die sanfte Revolution im Jahr 2018 machte Hoffnung. Auf eine Veränderung im Land. Und darauf, dass es lohnt, den berühmten Tropfen auf den heißen Stein, die „Küche der Barmherzigkeit“, zu stärken. Mit Hilfe der Menschen in Gmünd und auf der Ostalb.

Ich war schon schockiert, diese schlimme Armut zu sehen.“

Klaus Pavel, Schirmherr Küche der Barmherzigkeit
  • Beginn der 28. Saison der Armenienhllfe in Gmünd
  • Die 28. Saison der „Küche der Barmherzigkeit“ beginnt in Armenien am Montag, 1. November. In Gmünd beginnt die Saison am Freitag, 22. Oktober, um 18 Uhr mit einem Gottesdienst im Münster. Nach dem Gottesdienst bietet das DRK Gmünd auf dem Münsterplatz eine warme Suppe. Diese ist kostenlos. Doch die Initiatoren freuen sich über eine Spende.
  • Spenden für die „Küche der Barmherzigkeit“ können bei der Kreissparkasse Ostalb eingezahlt werden: BIC: OASPDE6AIBAN: DE68 614 500 5004 4075 2987
Stefan Scheffold
Christian Baron
Ursula Richter
Robert Kloker
Michael Länge
Klaus Pavel

Zurück zur Übersicht: Stadt Schwäbisch Gmünd

Mehr zum Thema

WEITERE ARTIKEL

Kommentare