Trotz Kriegsfolgen und Corona: Suppenküche läuft

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Der Leiter des „Hauses der Hoffnung“ in Yerevan, Movses Poghosyan, berichtet über die Situation in Armenien.

Schwäbisch Gmünd

Die Corona-Situation in Deutschland ist angespannt. Doch weltweit gibt es viele Länder, in denen die Situation noch schwieriger ist. Zu diesen Ländern gehört Armenien. In dem kleinen Land im südlichen Kaukasus treffen bittere Armut und die Folgen des Kriegs um Bergkarabach vor einem Jahr auf die Pandemie. Die Impfquote ist deutlich niedriger als in Deutschland, sie liegt aktuell bei den Erwachsenen bei etwa 20 Prozent. Die „Küche der Barmherzigkeit“ erhält aus diesen Gründen ihr Engagement aufrecht, im November hat sie die 28. Saison der Suppenküche eröffnet. Nun, etwa sechs Wochen danach, berichtet Movses Poghosyan, der Leiter der Armenienhilfe vor Ort, von der aktuellen Situation. Trotz steigender Infektionszahlen habe die armenische Regierung keinen Lockdown beschlossen. Stattdessen würden Sicherheitsvorschriften verschärft. Und die Menschen würden aufgefordert, sich impfen zu lassen, sagt Poghosyan.

Die Corona-Pandemie hat die Arbeit der „Küche der Barmherzigkeit“ komplett verändert. Poghosyan zählt die Projekte auf, in denen sich die Suppenküche aktuell engagiert.„Wir betreuen derzeit 218 Bedürftige“, sagt Poghosyan. Davon seien 44 Personen alte Menschen, die seit Jahren im „Haus der Hoffnung“ Essen erhalten. 36 Personen werden an der Essensausgabestelle im Stadtteil Erebuni versorgt. Zwei von ihnen sind syrisch-armenische Flüchtlinge. „Wir liefern Essen an 71 Armenier aus Artsakh in ihre Wohnungen“, erzählt Poghosyan weiter. Artsakh nennen die Armenier Bergkarabach. Diese 71 Armenier mussten Bergkarabach während des Kriegs verlassen, sie leben bis heute in Yerevan leben. 67 syrisch-armenische Bedürftige bekommen das Essen vom „Haus der Hoffnung“ oder holen es im „Haus der Hoffnung“ selbst ab.

Im Rahmen des „Hauspflege“-Projektes betreut die Suppenküche zurzeit 65 Menschen. Sie werden zuhause versorgt, weil sie nicht mehr ins „Haus der Hoffnung“ kommen können.

In Nordarmenien unterstützt die „Küche der Barmherzigkeit“ zurzeit insgesamt 326 Kinder in mehreren Sozialprojekten. Dazu gehört das Projekt „Kinderspeisung“, 120 Kinder in den nordarmenischen Orten Talin, Koti, Voskevan und Berkaber bekommen täglich einen Zuschuss zu einem warmen Essen. Insgesamt 142 Jugendliche werden in den Gemeinden Berd, Nerkin Karmiraghbyur, Paravakar, Navur, Artsavberd und Aygedzor unterstützt. Hier engagiert sich auch das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche Renovabis. Es finanziert das Projekt „Unterstützung für sechs Kindertageseinrichtungen in der Region Tavush“ mit. 26 Kinder werden im Kindergarten von Tschinari mit dem Projekt „Geschützte Kindheit an der Grenze“ betreut. Im Rahmen des vom Ostalbkreis mitfinanzierten Projektes „Hoffnungsvolle und gesunde Kindheit“ werden derzeit 38 Kinder betreut, doch es werden ständig mehr. In diesem Projekt besuchen die Kinder regelmäßig Theater, Museen, Zirkus- und Konzertveranstaltungen. Und im „Haus der Hoffnung“ gibt es Tanz, Schach, Teppichweberei sowie Motorik-, Ökopädagogik- und Malkurse.

Spenden für die „Küche der Barmherzigkeit“ können auf dieses Konto der Kreissparkasse Ostalb eingezahlt werden: BIC OASPDE6A IBAN DE68614500500440752987

Wir betreuen derzeit 218 Bedürftige.“

Movses Pogosayan, Leiter „Haus der Hoffnung“

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