Tunneldemo als Zeichen des politischen Protestes

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Die Aktivisten von "Fridays for Future" geben eine Erklärung zur Tunnelsperrung ab.

Schwäbisch Gmünd. Nachdem es im Vorfeld der Fahrraddemonstration durch den Gmünder Tunnel am Freitag, 25. September, zu einer emotionalen Debatte kam, wollen die Gmünder Klimaaktivisten einen Beitrag zur Versachlichung leisten, schreiben sie in einer Pressemitteilung. "In den letzten Tagen wurde oft angesprochen, dass diese Demonstration dem Ansehen der Bewegung schade und der Sache nicht dienlich sei. Dabei wurde die Klimaschädlichkeit des Verkehrs nie benannt. Wir fahren ja nicht zum Spaß durch den Tunnel, sondern weil wir ein Zeichen des politischen Protestes setzen wollen", so die Aktivisten.

Die Aufregung der Autofahrer könne teilweise nachvollzogen werden. Allerdings sei auffällig, dass der Protest im Verhältnis zur ehemals geplanten Tunnelparty des Oberbürgermeisters deutlich höher ausfalle, obwohl die Fahrt durch den Tunnel maximal 30 Minuten dauere, während der Tunnel 2019 einen ganzen Tag gesperrt werden sollte. Die Tunneldemonstration sei laut den Verantwortlichen notwendig, um auf das "miserable Klimaschutzpaket der Bundesregierung" aufmerksam zu machen, den Kohleausstieg anzuprangern und aufzuzeigen, dass die Landesregierung bisher ihre eigenen Klimaziele massiv verfehle. Dabei sei besonders der Verkehr auffällig, dieser sei mit einem Anteil von 31 Prozent im Jahr 2018 Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg gewesen. Organisator Tim-Luka Schwab ist empört: "Der Verkehrssektor macht nicht nur den Großteil der Treibhausgasemissionen in Baden-Württemberg aus, in den letzten 28 Jahren haben die Verantwortlichen hier keine Senkung der Emissionen geschafft. Im Jahr 1990 war der Verkehrssektor in Baden-Württemberg für einen Emissionsausstoß in Höhe von 21 Millionen Tonnen verantwortlich, im Jahr 2018 waren es 23,5 Millionen Tonnen. Das ist die wirkliche Sauerei und darauf wollen wir aufmerksam machen!".

Die Emissionen im Verkehrsbereich seien das Ergebnis einer jahrzehntelangen Verkehrspolitik, die hauptsächlich auf die Straße und motorisierten Individual- und Lastenverkehr setze. Es brauche dringend Investitionen in den ÖPNV, Bahn, Fuß- und Radwege sowie Elektromobilität und Wasserstoff.

"Leider wird diese schädliche Verkehrspolitik mit dem geplanten Ausbau der B 29 und vielen weiteren Straßen im Ostalbkreis unvermindert fortgesetzt. Das muss aufhören, wir brauchen das Geld dringend für mehr Klimaschutz", fordern die Aktivisten und rufen zur Teilnahme an der Demonstration durch den Gmünder Tunnel auf.

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