Um im Alltag anzukommen

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Eine Schultüte zum Sprachkurs-Start: Dekan Robert Kloker (3.v.r.) begrüßt die 25 Ukrainerinnen und Ukrainer im Refektorium des Franziskaners zum Deutschkurs.
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Zwei weitere VHS-Sprachkurse für geflüchtete Ukrainerinnen und Ukrainer sind gestartet. Warum das Angebot auch in sozialer Hinsicht wichtig ist.

Schwäbisch Gmünd

Wir haben gerne die Türen geöffnet“, begrüßte Dekan Robert Kloker am Donnerstagmorgen 25 Ukrainerinnen und Ukrainer im Refektorium des Franziskaners, wo ein weiterer Kurs für Geflüchtete startete. Von jetzt auf nachher hat die Gmünder Volkshochschule (VHS) reagiert und Angebote auf die Beine gestellt. Anfang April konnten bereits vier Kurse für hundert Teilnehmer angeboten werden. Mit den beiden Kursen im Franziskaner und im Kapitelshaus hat die Gmünder VHS nun 250 neue Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine.

Wie wichtig diese Angebote über den Spracherwerb hinaus sind, erklärt Anastasiya Mies, die den Fachbereich Deutsch leitet und ukrainisch spricht: Für die brutal aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissenen Menschen stelle der Unterricht eine Möglichkeit dar, sich mit den Landsleuten auszutauschen, und er bringe Tagesstruktur. Einige der Teilnehmer sind im Altkreis Gmünd untergebracht und kommen aus Waldstetten, Ruppertshofen oder Horn. Für sie sei das Klassenzimmer ein besonders wichtiger sozialer Treffpunkt.

Da die Raumkapazitäten der VHS begrenzt sind, ist es eine glückliche Fügung, dass Leonie Heilig vom katholischen Verwaltungszentrum anregte, eigene Räume zur Verfügung zu stellen. Sprache erleichtere eine schnelle Integration, begründete Kloker das Engagement. Trotz der Hoffnung, dass eine baldige Rückkehr möglich ist, wünschte er einen guten Aufenthalt. Er überreichte eine symbolische Schultüte mit Bleistiften, den in Deutschland obligatorischen Süßigkeiten am ersten Schultag und Klebezettel und wünschte „alles Gute und viel Erfolg“.

Nach der Begrüßung geht es auch schon los: Lehrerin Dania Lelkazimie teilt das Grundstufenlehrwerk für Erwachsene, Pluspunkt Deutschland, aus, das für Lernende konzipiert ist, die sich im Alltag zurechtfinden wollen. „Wie heißten Sie? Woher kommen Sie? Können Sie mir ihre Handynummer geben?“ Im Raum herrscht aufmerksame und disziplinierte Stille, eine Atmosphäre, die Anastasiya Mies auch von den anderen Kursen an der VHS kennt, in Mutlangen, Lorch, Heubach und auf dem Schönblick: „Die Teilnehmer lernen gerne und bringen bereits Fremdsprachenkenntnisse mit.“ Bis auf ein bis drei Männer sind es ausschließlich Frauen.

Nun stehen immer noch vierzig Geflüchtete auf der Warteliste, weshalb die VHS, unterstützt von der Stadtverwaltung, gerne weitere Kurse anbieten möchte. Doch neben den Räumlichkeiten sei es auch schwer, Lehrkräfte zu finden, berichtet die Fachbereichsleiterin. Auch bemühe sich die VHS, drei der angebotenen Kurse in Integrationskurse umzuwandeln, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert werden. Bislang hat sich die Stadt schnell und unbürokratisch engagiert, auch dank der Spendenbereitschaft der Gmünderinnen und Gmünder.

Wer Geld für die Ukrainehilfe spenden möchte, kann dies über das städtische Konto tun:
Stadt Schwäbisch Gmünd Stadtkasse, IBAN: DE 75614500500440000141,
Verwendungszweck: Spende Flüchtlingsfonds, VK-Rech-G-029071.

„Wir haben gerne die Türen geöffnet.“

Dekan Robert Kloker

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