Umbruch-Aufbruch im Gemeindehaus

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Kunstaktion Aufbruch

Warum im Augustinus-Gemeindehaus bei der Kunstaktion „Umbruch - Aufbruch“ symbolisch die Türen geöffnet werden und was mit ihnen geschieht.

Schwäbisch Gmünd

Ab April wird das Augustinus-Gemeindehaus für mindestens zwei Jahre umgebaut. Es soll zentraler Ort für Arbeit und Aktivitäten der Evangelischen Kirchengemeinde Schwäbisch Gmünd werden, die erst vor wenigen Jahren aus einzelnen Gemeinden fusionierte. Außerdem war das Haus lange ein wichtiger Ort der Kultur und Kommunikation über die Gemeinde hinaus und soll das wieder werden. 

Um das Vorhaben zu begleiten, realisieren die Kirchengemeinderätin Katrin Sabath-Härlin, das für den Umbau verantwortliche Büro Sonnentag Architektur und der Künstler und PH-Dozent Stanislaus Müller-Härlin am kommenden Wochenende eine gemeinsame Kunstaktion: „Wir wollen den Übergang in die Bauphase sinnhaft begleiten und einen spirituellen, künstlerischen und gemeinschaftlichen Anfangsimpuls geben, der weit über den eigentlichen Aktionszeitraum hinaus in Gemeinde und interessierte Öffentlichkeit wirken soll“, so die Initiatoren.

Mit Einbruch der Dunkelheit werden dazu in ritualhafter Form alle Räume des Gebäudes geöffnet und die Türen ausgehängt: Sie können nicht mehr verschlossen werden, das Gebäude wird durchlässig. Mit der Öffnung erhellt sich das Gebäude nach und nach vom Keller zum Dach, denn „das Haus ist für die Menschen da“, so der Leitspruch. Am Morgen ersetzt dann das Tageslicht die Beleuchtung.

Dabei steht im Fokus, dass die Arbeit in kleinen Teams von Freiwilligen durchgeführt wird. „Wir freuen uns, dass unsere Einladung auf so viele offene Ohren gestoßen ist“, so Katrin Sabath-Härlin. Die Teilnehmer kommen unter anderem aus den evangelischen, katholischen und muslimischen Gemeinschaften in und um Gmünd, von den Hoffnungshäusern und dem Arbeitskreis Asyl, von der Pädagogischen Hochschule, aus dem Kulturbüro, der Stadtverwaltung und von der Landeskirche. Die Teams bauen die Türen, die sie zuvor gemeinsam ausgehängt haben, bis in die Nacht hinein zu Tischen um.

Am kommenden Morgen werden die Tische in verschiedene Gemeinden und Institutionen gebracht, wo sie einen neuen Platz finden. Sie zeigen damit die Verbundenheit mit der Gemeinde und den Wunsch nach Kommunikation: Als Besprechungstisch, Freiluftaltar, als Spiel- oder Werktisch. 

Das Projekt versteht sich in der Tradition des von Joseph Beuys geprägten Begriffs der sozialen Plastik. Kunst findet in und mit der Gesellschaft statt, sie greift in den Alltag ein, anstatt sich in Museen zu verstecken.

Aufgrund der aktuellen Coronasituation wird das Projekt stark reglementiert umgesetzt und live gestreamt. In der Folge wird eine Publikation mit Bildern und Artikeln veröffentlicht und online frei zugänglich sein.

„Umbruch - Aufbruch“ markiert den Beginn der Arbeiten. An einer Türen-Skulptur, die im Rahmen des Projekts für die Augustinuskirche entsteht, wird regelmäßig über den Baufortschritt informiert. Eines haben die Initiatoren dabei fest im Blick: „Wir freuen uns jetzt schon auf den Moment, an dem wir mit allen Helferinnen und Helfern die Wiedereröffnung des Gemeindehauses feiern können!“

Wir wollen einen spirituellen Impuls geben.“

Initiatoren des Projekts

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