Unbekannte Kabel haben die Bauarbeiter gebremst

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Bis Ende April soll die Baustelle an der Herlikofer Straße abgeschlossen sein. Die neue 65 Meter lange Stützmauer ist bereits fertig. Die Bushaltestelle an der Herlikofer Straße wird derzeit neu angelegt. ÌFoto: Tom
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Die Bahn möchte die große Maßnahme an der Herlikofer Straße bis Ende April abschließen. Die Fußgänger-Unterführung ist abgebrochen.

Schwäbisch Gmünd

Eigentlich sollte die Großbaustelle der Bahn an der Herlikofer Straße bis Jahresende 2021 beendet sein.  Das hat nicht geklappt - unter anderem,  weil die Bauarbeiter unerwartet auf zunächst unbekannte Kabel gestoßen sind. Dieser „Überraschungsfund“ hat  den Bauablauf  verzögert.    Wenn das Wetter mitspielt, möchte die Bahn   nun aber  die Baumaßnahme bis Ende April abschließen, sagt eine Sprecherin des Konzerns  auf Anfrage der Gmünder Tagespost.

Seit 1917

Mitte August '21 hatte das Unternehmen mit den Arbeiten  am Bahndamm gegenüber  dem Eingang zur Vollzugsanstalt Gotteszell begonnen.  Vordringliches Ziel der Maßnahme war es,  die kleine Unterführung  unter den Gleisen zu beseitigen, die dort  Radfahrern und Fußgängern eine kurze Verbindung zwischen  der Oststadt und dem Schießtal  mit dem Freibad bot. Diese Unterführung war 1917  eröffnet worden und hatte nun „das Ende ihrer technischen Standzeit erreicht“, wie Experten der Bahn feststellten.  Die Unterführung ist inzwischen abgebrochen,  meldet die Bahn-Sprecherin.

Allerdings stießen die Arbeiter  dabei auf Kabel, die dort nicht erwartet worden waren: Telekommunikationskabel der Bahn, wie sich herausstellte.  „Wir vermuten, dass sie in den 70er oder 80er Jahren verlegt wurden“, sagt die Bahn-Sprecherin. Immerhin: Der unerwartete Fund  erforderte  zusätzliche Planungs- und Bautätigkeiten und verlängerte   die Bauzeit. Um sicherzustellen, dass die Kabel mit einem Durchmesser von rund 40 Millimetern  weiterhin nutzbar sind, wurden sie kurzzeitig aus dem Baufeld verlegt und später wieder an ihre ursprüngliche Position zurückverlegt.

"Wir vermuten, dass sie in den 70er oder 80er Jahren verlegt wurden.“

Eine Bahn-Sprecherin

Insgesamt rechnet die Bahn für diese Baustelle mit Kosten von rund 2,5 Millionen Euro.  Damit wurde unter anderem die  65 Meter lange Stützmauer, die den Bahndamm zur Herlikofer Straße hin abschließt,  gebaut. Auch das ist inzwischen erledigt, meldet die Sprecherin.  Die Mauer schafft an der Nordseite des Bahndamms mehr Platz - Platz für einen mindestens zweieinhalb Meter breiten Geh- und Radweg.  Auch die Bushaltestelle samt dem Wartehäuschen an dieser Stelle wird erneuert.  In der Verlängerung  wird der Geh- und Radweg  dann unter der Unterführung, durch die auch die Herlikofer Straße läuft, gezogen.  Das wird die neue fußläufige Verbindung zwischen  dem Schießtal und der Oststadt.

Die Neuordnung der Geh- und Radwegverbindung in diesem Bereich ist in enger Absprache mit der Stadt geplant worden. Deren Vertreter freuen sich natürlich, dass die Bahn die Kosten für diese Maßnahme trägt.  Im Gegenzug kann das Unternehmen auf den Bau einer neuen Unterführung verzichten.  Der bestehende Gehweg  an der Ostseite der  Straßenunterführung  wurde um bis zu einen Meter angehoben,  um Fußgängern und Radlern mehr Raum geben zu können. 

Besser vernetzt

Der Leiter der städtischen Touristik und Marketing GmbH, Markus Herrmann, sieht in der Verlegung dieses _Wegs eine klare Verbesserung für die Nutzer.  Die standen seither, wenn sie die alte Unterführung in Richtung Süden durchquert hatten, direkt an der B 29, erinnert er.  Mit der Verlegung bekommen Fußgänger und Radfahrer eine Anbindung  in Richtung Kernstadt oder über die geschwungene Überführung  zur Oststadt. Das komme auch dem Ziel, die Radwege im Stadtgebiet zu vernetzen, entgegen.

  • Unten durch
  • Die Bahnlinie trennt  im an dieser Stelle engen Remstal den Gmünder Stadtkern vom nördlichen Bereich der Innenstadt. Mehrere Verbindungen führen unter den Gleisen durch  (von West nach Ost):
    die Unterführung zwischen Lorcher Straße und Hirschbrunnenweg (auch für Kfz);
    die Pleuer- Unterführung am Bahnhof (nur Fußgänger);
    die kleine Unterführung zur Lindenfirststraße (nur Fußgänger);
    die Pfitzer-Unterführung (auch für Kfz);
    die Unterführung Herlikofer Straße (auch für Kfz);
    die Unterführung Höhe Bismarckstraße (jetzt weggefallen).

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