Ungewöhnlich begeisternd

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Sara Schlumberger-Ruiz konzertierte bei „Klassik in Augustinus“ zusammen mit dem Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester mit Haydns „Konzert für Violine und Streichorchester C-Dur“

Das Akkordeonorchester Schwäbisch Gmünd spielte zugunsten der Augustinus-Orgel zusammen mit der Solo-Violinistin Sara Schlumberger-Ruiz.

Schwäbisch Gmünd

In einer nahezu voll besetzten Augustinuskirche konnte das Schwäbisch Gmünder Akkordeonorchester zugunsten der Augustinus-Orgel „Klassik in Augustinus“ nach zweijähriger Pause wieder auftreten - „endlich“, wie es mitteilt. Und es bot mit der Violinen-Solistin Sara Schlumberger-Ruiz etwas Besonderes.

Unter der Leitung von Dirigent Frank Dürr in Vertretung von Ulrich Hieber stimmte das Akkordeonorchester mit der „Suite G-Dur“ von Johann Ludwig Bach für Streichorchester, 2 Oboen und Generalbass die Besucher auf die unterhaltsame Soirée ein. Verstärkt durch Cembalo, gekonnt gespielt von Winfried Butz, zeigte sich das Orchester dabei von seiner besten Seite.

Mit dem „Sextett für zwei Hörner und Streicher ES-Dur“ von Ludwig van Beethoven steigerte das Orchester die Spannung, denn hier traten zwei Solisten an elektronischen Akkordeons als Solo-Hörner in den Vordergrund. Dieses dreisätzige Werk stellte an die Solo-Hörner, aber auch an das Akkordeonorchester hohe technische Anforderungen, denn bereits der erste Satz erforderte schnelle Sechzehntel-Läufe von den Hörnern, die vom Akkordeonorchester aufgegriffen und beantwortet wurden. Der zweite, langsame Satz sprach das Gefühl an, denn er lebt von Spannung und Agogik. Der abschließende dritte Satz im schnellen 6/8-Takt erinnerte an Jagdsignale, die abwechselnd von den Hörner in atemberaubendem Tempo dargeboten wurde. Langanhaltender Beifall war der verdiente Lohn für Akkordeonsolisten und Orchester.

Akkordeons und Violine

Den Höhepunkt des Benefizkonzerts bildete der gemeinsame Auftritt mit der jungen Violinen-Virtuosin Sara Schlumberger-Ruiz, stand doch Haydns Bravourstück „Konzert für Violine und Streichorchester C-Dur“ auf dem Programm. Gleich im ersten Satz zeigte die junge Künstlerin eindrucksvoll ihr Können. Atemberaubend schnelle Passagen wurden von ihr mit spielerischer Leichtigkeit gemeistert. Mit Präzision war das Akkordeonorchester in der Lage, die Solostellen zu begleiten und in den Tutti-Passagen zu glänzen. Der zweite Satz im langsamen Tempo stand ganz im gefühlvollen, ja gar verträumten Spiel der Violine, die im klaren Ton das Publikum verzauberte. Im furiosen letzten Satz mit schnellem Dreier-Rhythmus lief die Solistin zu wahrer Höchstform auf. So wurde die Ausnahmekönnerin nicht ohne eine Solo-Zugabe, einem „funky“ Solostück mit vielen technischen Raffinessen, aus dem Konzert entlassen.

Nach einer Ansprache des Dankes von Dekanin Ursula Richter, da der Erlös aus dem Konzert für die Anschaffung der neuen Orgel im Augustinus dient, bildeten Wolfgang Amadeus Mozarts „Sechs Deutsche Tänze“ im heiteren Dreiertakt sowie eine Zugabe den Abschluss des Konzerts. Das Orchester unter Leitung von Peter Dürr konnte damit auch das Jubiläumskonzert zum 40-jährigen Bestehen des Vereins aufführen.

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