Unicorn folgt Ritz: statt Pumpen nun Brennstoffzellen

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Ins leerstehende Hochhaus auf dem Ritz-Areal zieht die Gmünder Firma „Unicorn Energy“ - und will dort Zukunftstechnologie bauen.

Schwäbisch Gmünd

Der Kaufvertrag ist unterschrieben, nun wird das Baugesuch vorbereitet: Das Gmünder Technologieunternehmen „Unicorn Energy“ wird in das Hochhaus auf dem Ritz-Areal im Becherlehen ziehen. Dort soll die Zentrale der aufstrebenden Firma entstehen, sagt Unicorn-Geschäftsführer Dr. Felix Friederich. Die Unicorn will das Gebäude langfristig anmieten; Projektentwickler ist die Thallos AG aus Tübingen, die auch das Eco-Village auf dem ehemaligen TSB-Gelände in der Buchstraße plant.

Das Gebäude gehörte einst zur nun fast 20 Jahre leerstehenden ehemalige Ritz-Pumpenfabrik. Auf den sechs Stockwerken mit jeweils 700 Quadratmetern Nutzfläche will künftig die Unicorn Verwaltung und Produktion gleichermaßen unterbringen. Bisher sind Batteriespeicher das Hauptprodukt der Firma, die vor sechs Jahren gestartet ist und aktuell 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat.

Großauftrag in der Buchstraße

Bald  sollen komplette Lösungen zur CO2-neutralen Energieversorgung im Angebot sein: Neben den heute schon erhältlichen Photovoltaik und Batteriespeichern auch die Brennstoffzelle und Ladeinfrastruktur für elektrische Fahrzeuge. Ihren ersten Großauftrag hat die Unicorn beim Eco-Village-Projekt in der Buchstraße erteilt bekommen, um dort das Konzept für Wärme und Strom mit einer wasserstoffbetriebenen Brennstoffzelle zu verwirklichen.

Das Arbeitsgebiet der „Unicorn Energy“, die Technik rund um erneuerbare Energie, soll schon im Erdgeschoss des Firmenhauptquartiers sichtbar und greifbar werden. „Wir planen eine Dauerausstellung rund um das Thema Energie: Einsparung, Gewinnung und Speicherung“, sagt Michael Preiß, der als Berater bei Unicorn fungiert. 

Brennstoffzelle made in Gmünd

Das erste Obergeschoss im neuen Firmengebäude ist für die Produktion von Brennstoffzellen vorgesehen – es wäre die erste Fertigung dieser Art in Gmünd. Eigene Elektronikentwicklung und Werkzeugbau kommen hinzu, außerdem ein Reinraum für elektronische Bauteile. „Perspektivisch wollen wir auch eine eigene Bestückungsmaschine haben“, sagt Felix Friederich. Eine Bestückungsmaschine braucht man, um Platinen herzustellen. Die Unicorn trägt in ihrer Strategie zur Produktion in der Heimatstadt auch der Tatsache Rechnung, dass globale Lieferketten nicht mehr so funktionieren wie es noch vor Jahren als normal angesehen wurde.

Derzeit ist der Architekt Heiko Ostmann in der Vorplanung, im Herbst soll der Umbau beginnen. Mitte bis Ende 2023 will die Unicorn ins neue Hauptquartier einziehen, sagt Michael Preiß. Im ersten Schritt soll auf rund 2000 Quadratmetern Fläche die Produktion anlaufen. 

Die Kosten für die Sanierung des alten Gebäudes werde „im zweistelligen Millionenbereich“ liegen, sagt Michael Preiß. „Der Aufbau der Produktion wird einen einstelligen Millionenbetrag kosten.“ Im neuen Gebäude will Unicorn als Firma richtig durchstarten. „Unser Ziel sind rund 200 Arbeitsplätze bis 2025, für die Mitarbeiter werden wir ein eigenes Parkkonzept entwickeln“, sagt Felix Friedrich.  
Die Unicorn will die eigenen Technologien auch im neuen Firmengebäude zum Einsatz bringen. Sogar eigener Wasserstoff soll hergestellt werden. „Wir werden auch einen kleinen Elektrolyseur bauen“, sagt Michael Preiß.

Einen Energieberater hat er in der Familie: Sein Bruder Stefan Preiß mit dessen Firma wird die energetische Ausstattung des Gebäudes planen. Sie hoffen, ein Referenzobjekt zu schaffen: „Es soll das energetisch beste Bürogebäude in Baden-Württemberg werden.“

Bisher: Das alte Ritz-Hochhaus, das seit fast zwei Jahrzehnten leer steht.

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