Unser See soll schöner werden

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Ein Dornröschen zum Wachküssen? Die Idee ist, den Schießtalsee nach fast 20 Jahren ohne Schwimmer gleichzeitig für die Natur und für erholungssuchende Gmünder aufzuwerten.
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Kann der Schießtalsee so sauber werden, dass man wieder darin schwimmen kann? Der Gmünder Gemeinderat soll einen Plan diskutieren.

Schwäbisch Gmünd

Naturnah soll der Schießtalsee werden, und so sauber, dass man wieder darin schwimmen kann: Ob und wie eine Sanierung gelingen kann, darum geht es nun im Gmünder Gemeinderat.

Seit fast 20 Jahren ist der See am Rand des Gmünder Freibads gesperrt für den Badebetrieb. Erste Ideen zur Wiederbelebung gab es 2012 im Jugendgemeinderat, 2019 fand Oberbürgermeister Richard Arnold, es sei an der Zeit, „unser Schießtal-Dornröschen wach zu küssen“.

Arnolds poetischer Satz heißt in Prosa: Es braucht Ideen und Geld. In den letzten Monaten ist dafür ein „fachkundiges Machbarkeitskonzept“ entstanden, wie Hanna Ostertag, die Pressesprecherin der Stadtwerke berichtet. Die Bäderbetriebe der Stadtwerke sind für das Projekt verantwortlich. Das Konzept soll als Diskussionsgrundlage dienen für die Gemeinderäte und die Beteiligten.

Das Ziel: möglichst naturnah

Beteiligte heißt: Das Gmünder Tiefbauamt, das Garten- und Friedhofsamt und die Bäderbetriebe arbeiten zusammen, auch der Bezirksfischereiverein Lein-Rems und der Gmünder Naturschutzbund sollen sich einbringen. Der Weg ist offen, das Ziel aber klar definiert: „Die Natur steht dabei im Mittelpunkt“, sagt Ostertag. Ziel sei es, „so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen und die renaturierte Seefläche für zu schützende Tiere und Natur zu vergrößern“. Mit deutlich vergrößerten Schilfzonen und Wasserpflanzen könnte „ökologische Filtertechnik“ zum Einsatz kommen.

Naturschutz und Freizeitwert scheinen im Schießtal keine Widersprüche sein. „Die Interessen der Badegäste und des Naturschutzes decken sich“, hat Walter Beck, Nabu-Sprecher in Gmünd, schon vor Jahren der Gmünder Tagespost gesagt.

2012, als der Jugendgemeinderat das Thema diskutiert hatte, waren Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro im Gespräch. Wie hoch der Betrag nun sein dürfte, ist unklar. Klar ist aber, dass es nicht schnell geht. Denn zunächst müssten die Ablagerungen im See, die der Bach abgeschwemmt hat, ausgebaggert werden – zwingend. „Es schwimmt eine ein Meter dicke Faulschlammschicht im See“, so Walter Becks Diagnose.

Zu klären wäre die Frage: „Wo kann der Boden ausgebracht werden und wie hoch sind die Kosten dafür?“, sagt Hanna Ostertag. Erst dann, so erklärt sie weiter, können im städtischen Haushalt die notwendigen Mittel eingestellt und genehmigt werden. „Dies kann erst in der kommenden Haushaltsplanung im Herbst 2021 erfolgen.“ In der Frage der Finanzierbarkeit wird es natürlich auch um Zuschüsse gehen, die sich Gmünd sichern könnte.

Als Ende 2020 das Wasser im See abgelassen war, ging es darum, sich ein Bild von der Höhe der Sedimente zu machen. Eine gute Nachricht gibt es: „Es wurden vorsorglich Proben entnommen, um auf etwaige Rückstände zu überprüfen. Das Ergebnis – die Sedimentschicht ist nicht belastet“, sagt die Stadtwerke-Sprecherin.

Es ist an der Zeit, unser Schießtal-Dornröschen wach zu küssen.“

Richard Arnold,, Oberbürgermeister

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