Unterm Salvator sollen etwa 40 neue Wohnungen entstehen

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So sehen drei der fünf Wohngebäude aus, in denen Investor Gerald Feig inklusive der Villa Salvator etwa 40 Wohnungen am Fuß des Salvators bauen will. Feig nimmt dafür etwa 18,6 Millionen Euro in die Hand. Grafik: Dritte Schorndorfer Immobilienverwaltungs GmbH & Co.KG
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Schorndorfer Investor Gerald Feig stellt sein Projekt einer "völlig neuen Wohnkultur" vor. Stadträte diskutieren das Vorhaben nun.

Schwäbisch Gmünd

Der Schorndorfer Investor Gerald Feig will in und um die Villa Salvator am Nepperberg eine Anlage mit etwa 40 Wohnungen bauen. Das Projekt mit einem Volumen von 18,6 Millionen Euro, nach Feigs Worten eine "völlig neue Wohnkultur", stellte der Schorndorfer am Mittwoch Gmünds Stadträten vor. Die Villa Salvator, einst ein Pflegeheim, habe er im September 2019 gekauft. Feig kannte dieses, denn dort habe seine Tante 16 Jahre lang gelebt. Habe früher die Familie die Lücke in der Altersversorgung geschlossen, drohe älteren Menschen heute Einsamkeit und Ausgrenzung, erläuterte Feig seinen Ansatz. Zielgruppe der überwiegend zur Vermietung geplanten Wohnungen seien junge Familien, Berufstätige, Rentner und Pflegebedürftige. Feig stellte das Projekt mit dem Architekten Felix Stammler vor. Die barrierefreien Wohnungen sind in fünf Baukörpern untergebracht, einer davon ist die Villa. Die Wohnungen haben zwischen 50 und 180 Quadratmeter. Drei der Baukörper stehen an der Salvatorstraße, ein weiteres neues Gebäude soll neben der Villa terrassenförmig in den Hang integriert werden. Das gesamte Grundstück wird über die Salvatorstraße erschlossen, es soll eine ebenerdige Tiefgarage geben.

Ein Grundgedanke des Projektes ist, gemeinsam zu leben. Dazu werden in der Anlage und im dazugehörigen Park Aktivitäten angeboten. In dem Park der Villa, der weitgehend erhalten bleiben soll, soll es zudem gemeinschaftliche Kräuter und Pflanzbeete geben. Von der Rezeption der Anlage werden Ausflüge angeboten, in die Stadt, ins Museum oder ins Kino. Die Bewohner der Anlage sind für diese Unternehmungen und insgesamt über ein großes Tablet am Eingang digital miteinander verknüpft. Dies kann bedeuten: Ein Alleinerziehender sucht eine Aufsicht für seine Kinder, eine Rentnerin würde die Aufgabe gerne übernehmen. Über das Tablet können sie miteinander kommunizieren. In einer am Hang angelegten "Orangerie" und in einem Teehaus gibt es Möglichkeiten, sich zu treffen, zu spielen, zu feiern. Diese Einrichtungen würden über eine Umlage der Nutzer finanziert. Die Villa Salvator selbst soll ebenfalls saniert werden.

Das Gelände, sagte Feig, soll "möglichst klimaneutral" entwickelt werden. Photovoltaikanlagen und Geothermie würden noch geprüft. Um Frischluftzufuhr in die Innenstadt und Artenschutz zu sichern, habe er das westlich angrenzende Grundstück dazugekauft, sagte Feig. Das Projekt aber werde "nicht ganz ohne Baumfällarbeiten gehen", sagte Feig, der aber die Möglichkeit hervorhob, mit neuen Bäumen "den Altbestand auf Sicht wieder herzustellen".

Er habe Gerald Feig gebeten, das Projekt gleich im Gemeinderat vorzustellen, sagte Oberbürgermeister Richard Arnold. Damit die Stadträte Infos aus erster Hand bekämen. Denn "hier ist der Ort, in aller Offenheit", sagte der OB. Die Stadträte nutzten dies, nahmen Stellung, stellten Fragen. Der Berg sei ein "heiliger Berg", sagte Christof Preiß (CDU). Allein deshalb sei es der CDU-Fraktion wichtig, dass der Salvator-Freundeskreis dem Projekt zustimme. Ob diese Bebauung nach dem städtischen Klimagutachten möglich sei, fragte Karl Miller (Grüne). Miller bat darum, den Baumbestand mit Stadträten gemeinsam aufzunehmen. Von dem Klimagutachten habe er erst vor 14 Tagen erfahren, sagte dazu der Investor. Er sei gerade dabei, dies auszuwerten.

Ich bin Visionär.

Gerald Feig, Investor

Miller und Andreas Dionysiotis (Linke) fragten nach der Miethöhe. Es sei noch zu früh, dazu etwas zu sagen, sagte Feig und nannte elf Euro pro Quadratmeter als "Wunsch".

Von einer "interessanten Bebauung" mit "hochwertiger Architektur" sprach Karin Rauscher (FWF). Die Dächer würden begrünt, antwortete Feig auf Rauschers Frage. Auch für Brigitte Abele (Bürgerliste) war die Architektur "ansprechend", auch der Bürgerliste sei es wichtig, dass sich der Salvator-Freundeskreis einbringe.

Der OB erläuterte das weitere Verfahren. Für das Projekt muss nun ein Bebauungsplan erstellt werden. Für das Grundstück gibt es zwar seit 1912 Baurecht. Gegen einen Bebauungsplan jedoch, der 2013 vom Gemeinderat beschlossen worden war, klagte damals der Besitzer. Damals sollten unterhalb der Villa zwei Häuser gebaut werden. Der Besitzer bekam Recht, weshalb für das Grundstück wieder das Baurecht aus dem Jahr 1912 Gültigkeit hatte.

Zunächst diskutieren nun die Fraktionen das Projekt, danach wird es Thema im Bau- und Umweltausschuss werden.

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