Verschlossene Türen offen

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Auch die Pergola am Lindenfirst ist am Sonntag zu besichtigen.
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Beim Tag des offenen Denkmals in Gmünd geht es um Sein und Schein. Auch die einsturzgefährdete Pergola am Lindenfirst ist im Blickpunkt.

Schwäbisch Gmünd

Sein und Schein ist das Motto des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September. Auch zu diesem Thema hat Gmünd eine Menge zu bieten. Im Zentrum steht die markante Pergola an der Lindenfirststraße. Sandra Bosch, im Rathaus zuständig für den Denkmalschutz, erläuterte bei einem Pressegespräch den außergewöhnlichen Sinn dieses Ensembles: Der Architekt war Georg von Morlok, der auch den Gmünder Bahnhof geplant hat. Er war, so Schwarz, eng mit der Eisenbahn verbunden und plante diese Pergola nicht als Aussichtspunkt für den parkähnlichen Garten dahinter, sondern für die Eisenbahn, die direkt unterhalb des Grundstücks verkehrt. Diese Pergola war früher häufig als Motiv auf Ansichtskarten von Gmünd abgebildet - für Baubürgermeister Julius Mihm ein Zeichen dafür, dass das Ensemble als markantes Wahrzeichen für die Stadt stand. Inzwischen ist diese Pergola sanierungsbedürftig geworden, frühere Versuche scheiterten jedoch. Vor wenigen Wochen, informiert Sandra Bosch, hat ein Wasserrohrbruch die Pergola noch weiter geschädigt, so dass nun Einsturzgefahr bestehe. Das Ensemble müsste komplett ab-und neu aufgebaut werden. Mihm setzt darauf, dass übergeordnete Stellen das Anliegen mit Fördergeld unterstützen.

Um Sein und Schein geht es auch bei der Finanzschule im Schießtal, dem früheren Aufbaugymnasium. Dieses Ensemble steht seit 2015 unter Denkmalschutz. Der Baubürgermeister vergleicht die Architektur mit der Bauhaus-Schule: Auch der angeblich rein funktionale Baustil habe sich an ästhetischen Grundsätzen orientiert.

In die Gruft

Die Stadtführerin Marlene Grimminger und zwei ihrer Kolleginnen bieten am Sonntag Stadtführungen, bei denen die Teilnehmer Gelegenheit haben, hinter sonst verschlossene Türen zu schauen. Unter anderem eröffnen sich Blicke in die Gruft am Klösterle. den Glockenturm, den Kreuzgang der Augustinuskirche. Auch Iris Schamberger öffnet die Tür zu ihrem Schmuckatelier in ihrem historischen Haus im Pfeifergässle. Startpunkt der Führungen ist die erst jüngst restaurierte Mariensäule auf dem Münsterplatz, wo die Bürgerstiftung bewirtet.

Die Münsterbauhütte gibt am Sonntag allen Interessierten Einblicke in ihre Werkstatt und die laufenden Sanierungsarbeiten. Im Chorumgang des Heilig-Kreuz-Münsters wartet Restauratorin Friederike Fischer auf interessierte Besucher. Sie hat das „Heilige Grab“ dort restauriert und dabei die außergewöhnliche kunst- und kirchengeschichtliche Bedeutung dieses Ensembles dokumentiert.

Geöffnet sind auch die Herrgottsruhkapelle, deren Restaurierung der Arbeitskreis Alt-Gmünd nun abgeschlossen hat, und der Fünfknopfturm (Staufersaga-Verein), außerdem die Ott-Pausersche Fabrik und das Museum im Prediger.

  • Die Zeiten für die Denkmale
  • Die Pergola am Lindenfirst kann bei Führungen um 12 und um 14 Uhr aus der Nähe besichtigt werden. Treffpunkt am Eisentor des Grundstücks.
  • Die Finanzschule im Schießtal ist bei Führungen um 13 und 15 Uhr geöffnet, Treffpunkt vor dem Hauptschulgebäude.
  • Jeweils drei Stadtführungen starten um 11, 13.30 und 15 Uhr an der Mariensäule.
  • Die Bürgerstiftung bewirtet auf dem Münsterplatz von 11 bis 16 Uhr.
  • An der Mariensäule erzählt Gerhard Walter Schwarz um 11 Uhr über deren Geschichte und Sanierung.
  • Herrgottsruhkapelle und Fünfknopfturm sind von 11 bis 16 Uhr zu besichtigen.
  • Alle Besichtigungen und Führungen sind kostenfrei, ebenso der Eintritt in die Dauerausstellung im Museum im Prediger und die Ott-Pausersche Fabrik.
  • Die Münsterbauhütte öffnet um 12 Uhr. Führungen am Heiligen Grab nach Bedarf.
  • Wegen Corona sollten Besucher Masken mitbringen und den üblichen Abstand einhalten.

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