Vertrauen auf Jesus heilt Misstrauen und Angst

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StimmKultur fasziniert in der Augustinuskirche.

"Joki-Gottesdienst" mit Pfarrer Matthias Walch und dem Ensemble "StimmKultur" im Internet abrufbar.

Schwäbisch Gmünd. Beim Lied "Gebet" wirkt die Kulisse besonders authentisch: Die Sängerinnen und Sänger des Gmünder Ensembles "StimmKultur" sitzen und stehen in den Chorbänken der Augustinuskirche, in den Händen dicke, brennende Kerzen, singen das chorale Lied aus dem Musical "Tanz der Vampire". Doch auch für die Lieder aus dem "Glöckner von Notre-Dame" oder aus "The Greatest Showmann" funktioniert die barocke Kirche als Hintergrund. Dadurch, aber vor allem durch die talentierten zehn Musiker und den eindringlichen Vortrag von Pfarrer Matthias Walch wird der Joki-Gottesdienst am Sonntagabend zum Erlebnis. Obwohl man ihn corona-bedingt nur übers Internet verfolgen kann – eine Woche lang ist der Film, hergestellt von Horst Linke, noch abrufbar.

Gut 70 Minuten lang wechseln sich Walch und "StimmKultur" ab. Nach dem Eingangslied "Märchen schreibt die Zeit" aus dem Musical "Die Schöne und das Biest" führt der Pfarrer in das Thema "Der Wolf und die sieben Geißlein" ein. Er leitet aus der Fabel eine Erklärung für das Verhalten eines Menschen ab, der sein Leben in Angst und Misstrauen verbringt. Solche Menschen könnten kein Vertrauen zu anderen fassen und würden dazu neigen, Verschwörungstheorien zu glauben.

Der Grund dafür sei "eine Ziegen-Wolfs-Mutter". Walch setzt die Mutter der sieben Geißlein mit einer menschlichen "Meckerziege" gleich, die ihre Kinder liebe und hohe Ansprüche an sich selbst habe. Die aber ihren eigenen Bedürfnissen nicht genug Raum gebe, wodurch sich immer mehr Wut in ihr anstaue. "Die Basis für Nächstenliebe ist aber nicht Selbstlosigkeit, sondern Selbstliebe", mahnt Walch. Existiere diese nicht, genüge ganz wenig: "Dann wird die Mutter zum Wolf." Und wende sich voller Wut von den Kindern ab. Diese Ablehnung zwinge die Kinder in ständige Angst davor, die Wut der Mutter zu wecken. Daraus resultierten Angst vor Nähe und ein Misstrauen der Welt gegenüber. So ein Mensch bleibe innerlich Kind, "jedes Älterwerden wurde abgeschnitten". Die Rettung: "Die Mutter kehrt zurück und ruft die Kinder bei ihren Namen." Darin sieht Walch den christlichen Bezug: "Die Basis der Rettung ist der mütterlich-väterliche Jesus." Durch das Vertrauen auf ihn sei Heilung möglich.

"Dir gehört mein Herz" aus "Tarzan" thematisiert wahre Liebe, während der Wunsch nach Befreiung in den Liedern aus "Glöckner von Notre-Dame" eine Rolle spielt - mit insgesamt elf leidenschaftlich und gekonnt vorgetragenen Liedern untermalen die acht Sängerinnen und zwei Sänger unter der Leitung von Kathrin Bechstein Walchs Vortrag.

Info: Der Film zum Joki-Gottesdienst ist ab 8. März noch eine Woche im Internet abrufbar unter www.evangelische-kirche-gmuend.de.

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