Viel Kritik an der Rodelbahn

Für Stadträte wie auch für interessierte Bürger – der Informationstag zur Rodelbahn im Taubental war am Samstag eine gute Gelegenheit für Anmerkungen und Fragen zu dem Projekt. Diese kamen denn auch zuhauf.

Nach dem Fundament und Erdnägeln, mit denen die aufgeständerten Schienen befestigt werden sollen, fragte Christa Schmidt (SPD). Ein Fundament sei an Berg- und Talstation nötig und an zwei Stellen, an denen die Bahn Kurven mit mehr als 380 Grad hat, sagte dazu Jürgen Ruschke von der Herstellerfirma Wiegand. Dort habe die Aufständerung an einer Stelle eine Höhe von sieben bis acht Metern, an der zweiten Stelle eine Höhe von vier bis fünf Metern. "Eine Drei-Meter-Trasse reicht aus", antwortete Ruschke auf die Frage von Elmar Hägele (B 90 / Grüne) nach der Breite der Bahn. Die Schneise ist also nicht durchgängig vier Meter breit, immer wieder jedoch an einzelnen Stellen. Die Bahnhöhe bewege sich zwischen 50 Zentimetern und einem Meter, sagte Ruschke auf Frage von Daniela Maschka-Dengler (SPD). Es gebe noch keine geologischen Gutachten, sagte OB Richard Arnold auf Frage von Karin Rauscher (FWF). Würde ein solches Projekt verwirklicht werden, würden solche Gutachten zuvor erstellt werden. Ob es Erfahrungen mit solchen Bahnen an anderen Orten gebe, wie die Auswirkungen auf Tiere und Natur seien, fragte Thomas Hilsberg (FW / FDP). Generell habe es bislang keine Probleme in Waldgebieten gegeben, sagte dazu Ruschke, dessen Unternehmen bislang 170 solcher Anlagen gebaut hat. Knollenmergel sei anders wie Sand, sagte Eduard Bertsch. Knollenmergel werde bei Wasser zu Brei, befürchtete er, dass die Rodelbahn ins Rutschen kommt. Täglich gibt es eine Testfahrt, sagte Ruschke auf die Frage von Ute Nuding (FW / FDP), ob die Bahn regelmäßig auf Fremdkörper wie Bäume oder Äste geprüft werde. Wenn mehr Fahrgäste nach oben fahren wollen, muss der Betreiber die Schlitten wieder nach unten bringen, beantwortete Ruschke Karl Millers (B 90 / Grüne) Frage nach der Nutzung der Bahn als Transportmittel. Im Winter würden die Schlitten hängend in zwei Holzhütten mit einer Größe von vier auf acht Metern gelagert, sagte Ruschke auf eine entsprechende Frage von Heidi Preibisch (FW / FDP). Was wir hier bauen, wird statisch geprüft", sagte Ruschke auf Frage des Rodelbahnkritikers Michael Köhler. Auf das juristische Problem, dass die Rodelbahn für die Gartenschau nur als Vergnügungsbahn mit Rundkurs von der Bergstation zur Bergstation gebaut werden könne und erst danach – des schwierigeren Genehmigungsverfahrens wegen – mit Talstation zur Beförderung nach oben, wies Professor Dr. Dieter Rodi hin. Die Bahn werde so konzipiert, dass der Einstieg unten nach der Gartenschau schnell machbar sei, sagte dazu Michael Schlichenmaier von der Stadtverwaltung. 50 bis 70 Parkplätze und drei Busparkplätze nannte Jürgen Ruschke auf Frage von Bezirksbeirat Eduard Bertsch als erforderlich, um Fahrzeuge von Besuchern unterzubringen. So viele Dauerparkplätze würden ohnehin geplant, auch für die Zeit nach der Gartenschau, sagte dazu OB Arnold. Für die Bahn ist eine Videoüberwachung vorgesehen. Neue Wege für Rettungswagen seien nicht erforderlich, da die Bahn nahe an vorhandenen Wegen gebaut werde, erklärte Ruschke auf Frage von Karin Rauscher (FW / FDP).

All die Antworten hatten auf die anwesenden Kritiker der Rodelbahn keine umstimmende Wirkung: Rainer Koczwara bezweifelte die maximale Lautstärke von 70 Dezibel. Peter Tobies sprach die Auswirkungen dieses Lärms auf die Natur an. Bettina Brand-Diezel hinterfragte, ob Kinder diese Rodelbahn brauchen: "Wollen wir unsere Kinder nur bespaßen oder ihnen dieses Kleinod mit Feuersalamandern und seltenen Tieren lassen?" Mit "traumwandlerischer Sicherheit" habe man eines der unberührtesten Stücke Natur ausgesucht, sagte Andreas Mooslehner. Und Georg Schäfer bezweifelte, dass eine solche Rodelbahn noch attraktiv ist.

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