Viele Corona-Fälle an Grundschulen

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Homeschooling in Corona-Zeiten
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An den Grundschulen im Gmünder Raum häufen sich die Corona-Fälle. Im Januar erkrankten knapp 1000 Schüler daran. Noch können die Lehrkräfte den Unterricht ohne große Ausfälle abhalten.

Schwäbisch Gmünd

Vermutlich gibt's aktuell keine coronafreie Grundschule im Gmünder Raum. Einige Klassen werden im Homeschooling unterrichtet, weil zu viele Kinder gleichzeitig erkrankt oder in Quarantäne sind. Andere Klassen werden täglich getestet, weil Mitschüler an Corona erkrankt sind und sie somit zu den direkten Kontaktpersonen zählen. Die Lage sei noch überschaubar, aber die Arbeit anstrengend, sagt Daniela Maschka-Dengler, geschäftsführende Schulleiterin der Gmünder Grund-, Haupt- und Realschulen und gleichzeitig Rektorin der Friedensschule auf dem Rehnenhof.

Ähnliches vermelden auch viele Schulen im Umland. Der Corona-Schwerpunkt liege zurzeit bei den Grundschulklassen, bestätigt Stefanie Bleicher, Rektorin der Gemeinschaftsschule „Unterm Hohenrechberg“ in Waldstetten. Viele Klassen blieben aktuell unter sich und hätten beispielsweise keinen gemeinsamen Religions- oder Musikunterricht mit Schülern ihrer Stufe. Auch auf dem Schulhof herrscht Trennung nach Klassen. An der Lorcher Grundschule Stauferschule „brodelt es in allen Klassen“, wie Schulleiterin Ana Fritz berichtet. Eine Klasse sei kürzlich komplett zuhause gewesen – von gut 20 Schülern waren elf an Corona erkrankt. Täglich klingle das Telefon und neue Fälle unter den Schülern kämen hinzu. An der Heubacher Schillerschule vermeldet Schulleiter Thorsten Krischke stark gestiegene Infektionszahlen, insbesondere in den Grundschulklassen. „Davon waren mittlerweile alle Klassen betroffen. Meist sind es zum Glück aber nur einzelne Fälle in einer Klasse.“ Eine Klasse sei wegen vieler Erkrankter ins Homeschooling geschickt worden. 

Ist überhaupt genügend Personal einsatzbereit? Die Schulen hätten mit krankheitsbedingten Ausfällen – nicht nur wegen Corona – zu kämpfen. Außerdem befänden sich Lehrkräfte in Quarantäne oder müssten zuhause bleiben, weil sich deren eigene Kinder in Quarantäne befänden. Trotzdem sei die Lage noch beherrschbar, wie die geschäftsführende Schulleiterin erklärt. Schulen würden tagtäglich jonglieren und sich gegenseitig aushelfen, wenn es klemmt. Dies bestätigen auch andere Schulleiter. „Unter den Lehrkräften gab es einige Fälle. Wir konnten die Phase aber organisatorisch besser als erwartet auffangen, so dass der Unterricht in den meisten Fällen regulär stattfinden konnte“, berichtet beispielsweise Thorsten Krischke.

Lernpakete und online

Für die Grundschüler biete sich zuhause eine Mischung aus Lernpaketen und Online-Unterricht an, wie Daniela Maschka-Dengler erklärt. Denn der Unterricht könne nicht eins zu eins digital abgebildet werden. Das funktioniere nicht, weil die Lehrkräfte den Online-Unterricht vorbereiten, abhalten und zusätzlich in anderen Klassen präsent sein müssten. Ana Fritz berichtet vom Lorcher „Notfallprogramm“: Die Lehrkräfte hätten alle für zwei Tage Homeschooling Materialpakete zusammen gestellt, so dass sie im Ernstfall sofort reagieren könnten. Dann sei genug Zeit für die Umstellung auf Online-Unterricht.

Noch immer Schulen ohne Wlan

Dieser funktioniere überall dort, wo die schnelle Datenleitung auch zur Verfügung stehe, erläutert Maschka-Dengler. Das sei noch immer nicht an allen Gmünder Schulen gewährleistet. Sie ist froh, dass die Stadtverwaltung jetzt mit den Innenstadtschulen und dem Schulzentrum Strümpfelbach beginnt. „Es geht eben nicht alles auf einmal.“ Auch an der Lorcher Grundschule fehlt noch flächendeckendes Wlan. Die Schule behilft sich mit der so genannten Bigbluebutton-Technik, um Videokonferenzen abhalten und mit Schülern in Kontakt treten zu können.

Homeschooling und Online-Unterricht könnten allerdings den Präsenzunterricht niemals ersetzen, da sind sich alle Lehrkräfte einig. „Wir sind alle sehr bemüht, dass die Schulen offen bleiben“, sagt Daniela Maschka-Dengler. Schulschließungen sieht sie als das allerletzte Mittel, als Plan D. Davor gebe es aber noch Möglichkeiten wie Wechselunterricht oder Homeschooling, „auf die wir uns im Kopf alle vorbereiten, aber hoffen, dass es nicht so kommen wird“.

Wir sind alle sehr bemüht, dass die Schulen offen bleiben.“

Daniela Maschka-Dengler, geschäftsführende Schulleiterin
  • Im Januar waren es 23 Corona-Ausbrüche an Schulen im Ostalbkreis
  • Schulen: Wegen der rapide ansteigenden Infektionszahlen ist das Gesundheitsamt des Ostalbkreises seit Freitag mit der Befunderfassung nicht mehr tagesaktuell, wie Sprecherin Susanne Dietterle erklärt. Deshalb seien die genannten Zahlen mutmaßlich deutlich höher. Eine Übersicht darüber, wie viele Klassen im Ostalbkreis im Homeschooling sind, gibt es nicht. Vom 10. bis 30. Januar verzeichnete das Gesundheitsamt 997 Fälle unter Schülern (im Dezember waren es 964 Schüler und acht Lehrkräfte, im November 770 Schüler und elf Lehrkräfte). Im Januar wurden dem Gesundheitsamt 23 Ausbrüche in Schulen gemeldet. Von einem Ausbruch wird gesprochen, wenn fünf Kinder oder 20 Prozent oder mehr in einer Klasse positiv auf Corona getestet sind. Dietterle: „Ausbrüche treten derzeit vor allem in Grund- und Hauptschulen auf.“
  • Kindergärten: Auch dort verzeichnet das Gesundheitsamt einen deutlichen Anstieg. Seit Jahresbeginn wurden 34 Ausbrüche in Kindergärten gemeldet. Im Januar erkrankten 229 Kinder und 28 Erziehende an Corona. Im Dezember waren es 177 Kita-Kinder und 24 Erziehende, im November 92 Kita-Kinder und 28 Erziehende.
  • Teststrategie: Laut Susanne Dietterle verfügten Schulen und Kitas über ausreichend Tests. Aktuell werden entweder drei Antigen-Schnelltests oder zwei PCR-Tests pro Woche durchgeführt. Beim Auftreten eines Corona-Falls in einer Schulklasse oder in einer Kita-Gruppe gilt eine tägliche Testpflicht mittels Schnelltest oder PCR-Test für den Zeitraum von fünf Schul-/ Betreuungstagen. Die Entscheidung, ob die Testungen in der Kita angeboten werden oder ob den Erziehungsberechtigten Antigen-Schnelltests zur Selbsttestung zuhause zur Verfügung gestellt werden, obliege dem Einrichtungsträger. ⋌me

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