Viele Menschen im Gmünder Raum sind lange ohne Arbeit

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Die Leiterin der Arbeitsagentur informiert über die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Ausbildung ganz wichtig.

Schwäbisch Gmünd

Die früher hohe Jugendarbeitslosigkeit hat der Gmünder Raum ganz gut in den Griff bekommen. Dafür ist die Zahl der Menschen, die lange Zeit arbeitslos sind, deutlich gestiegen. Die Leiterin der für Ostwürttemberg zuständigen Agentur für Arbeit, Claudia, Prusik, sieht in der Unterstützung Langzeitarbeitsloser im Gmünder Raum, die es übrigens in allen Altersgruppen gebe, bei der Rückkehr in den Arbeitsmarkt eine wichtige Aufgabe ihrer Behörde. Sie informierte am Mittwoch den Verwaltungsausschuss des Gemeinderats über die Lage auf dem örtlichen Arbeitsmarkt. Derzeit sei die Arbeitslosigkeit im Gmünder Raum mit vier Prozent im Rahmen, meinte die Agentur-Leiterin.

13 Prozent ungelernt

Im Geschäftsbereich Schwäbisch Gmünd der Agentur sind momentan 46 108 Menschen in Arbeit. Der Strukturwandel bedrohe allerdings gerade im von der Metallindustrie geprägten Gmünder Raum Arbeitsplätze. Und im Ernstfall zeige sich, dass Ungelernte stärker von der Arbeitslosigkeit bedroht sind.

Rund 13 Prozent aller Beschäftigten um Geschäftsbereich haben allerdings keine Ausbildung, sagte Prusik. Das zeige, wie wichtig es ist, dass der Schritt von der Schule in die Ausbildung gelingt. Fast 43 Prozent der Schüler hätten jedoch statt einer Berufsausbildung einen weiteren schulischen Weg oder das Studium gewählt. Viele stellten ihre Entscheidung auch wegen der Pandemie zurück.

Im Bereich Gmünd gebe es 69 Ausbildungs-Suchende, aber 85 unbesetzte Stellen. Nicht sehr gefragt seien Branchen wie Hotel und Gastro oder auch der Lebensmittel-Einzelhandel. Es zeige sich aber immer wieder, dass Jugendliche die Inhalte eines möglichen Berufsfeldes nur unzureichend kennen.

101 Firmen in der Region hatten im Dezember für 1150 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet; im November seien es noch 18 Betriebe gewesen. Betroffen seien vor allem Branchen wie Hotel und Gastronomie, Taxidienste und körpernahe Dienstleistungen. Ein Problem sieht Claudia Prusik , wenn für Firmen der Zeitraum, in dem sie Kurzarbeit anmelden dürfen, abläuft.

Herausforderungen

Die Agentur-Leiterin sieht mehrere Herausforderungen:

Die Weiterbildung und Qualifizierung der Arbeitnehmer sei ganz wichtig.

Die Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit müsse vermieden werden.

Die duale Ausbildung müsse gestärkt werden.

Claudia Prusik stimmte Stadtrat Alessandro Lieb (SPD) zu, der kritisierte, dass viele Unternehmen die Möglichkeiten der Qualifizierung ihrer Mitarbeiter in viel zu geringem Maße wahrnehmen. Gerade in der Kurzarbeit sei da viel zu wenig gelaufen. Dafür, so Prusik, müssten auch die digitalen Möglichkeiten verbessert werden.

Ein Berufsabschluss schützt vor Arbeitslosigkeit.“

Claudia Prusik,, Agentur für Arbeit
  • Fachkräfte dringend gesucht
  • In Ostwürttemberg waren nach den Zahlen der Agentur für Arbeit Mitte 2021 rund 181 000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon waren fast 40 000 55 Jahre und älter, sagte Claudia Prusik. Sie werden also in absehbarer Zeit aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Es werde eine große Herausforderung für die Firmen, Beschäftigte zu halten und neue Fachkräfte zu gewinnen. Ohne Zuwanderung auch aus anderen Regionen Deutschlands werde der Fachkräftemangel nicht auszugleichen sein.

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