Virtuelle Schmucktage sind mehr als ein Experiment

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Erst einmal nur ansehen, so wollen es die virtuellen Schmucktage. Wer Schmuck in die Hand nehmen möchte, muss Kontakt aufnehmen. Im Bild Alkie Osterland mit Schmuckstücken.

Schon jetzt bewegen sich die meisten Beteiligten auf eigenen Onlineshops. Sie schätzen aber auch die Rückkehr zur Präsenz.

Schwäbisch Gmünd

Ein weiteres Jahr ohne Gmünder Schmucktage sollte es nicht geben. Da sind sich Schmuckschaffende und Stadtverwaltung einig. Weil die Corona-Verordnung eine Präsenzveranstaltung im Prediger ausschließt, kommen die Ausstellerinnen und Aussteller nun zum Publikum – virtuell natürlich. „Die Stadt hat uns ihre Homepage dafür zur Verfügung gestellt“, sagt Alkie Osterland. Im Beitrag zu den Schmucktagen sind die 14 mitwirkenden Schmuckbetriebe verknüpft. Interessierte gelangen so auf die jeweilige Seite der Schmuckdesignerinnen und Goldschmiedinnen. Ein buntes Bild, das den Rundgang vom Sofa aus möglich macht. Da ist Tamara Brötzler, deren Schmuckstücke von Floralem, von Texturen, ineinander verwobenem und verstrickten Silber- und Golddrähten geprägt sind.

Klar in der Formensprache und harmonisch in Proportion, Material und Farbe, so sieht Anke Fischer ihren Schmuck. Sie ist von Anfang an bei den Schmucktagen vertreten und wünscht sich die Präsenz zurück, die Gespräche im Prediger. „Schmuck funktioniert am Körper“, sagt sie und freut sich, wenn sich Interessierte den Ring anstecken, die Kette umhängen.Die Zeit ohne Publikum nutzt sie: Für neue Designideen, für ihren „Onlineshop, der in Corona-Zeiten besonders profitiert“. Gespannt ist sie, ob die virtuellen Schmucktage Resonanz zeigen werden. Ähnlich geht es Iris Köhnke, die ebenfalls auf einer Online-Plattform aktiv ist, die sich freut, wenn die Kundschaft in der Woche der Schmucktage bei ihr anklopft. Für alle, die einen Termin vereinbaren, hat sie besondere Konditionen parat. Fast drei Jahrzehnte war sie in der Lehrlingsausbildung tätig und arbeitet weiter an ihrem Unikatschmuck. Auf der Seite von Katharina Kolb strahlt der Anhänger „BigBlue“ entgegen, das Blau des Ozeans ist umrahmt von einem silbernen Wellenband. Sabine Linkes Schmuck entsteht nach eigener Aussage „spontan im Experiment mit dem Material, inspiriert vom Formenreichtum der Natur“. Die virtuellen Schmucktage empfindet sie als spannend, „auch wenn es immer schön war, im großen Saal des Predigers mit den Besucherinnen und Besuchern zu reden“. Die Zeit ohne Publikum nutzt sie, um den Onlineshop aufzubauen und um sich Gedanken über neue Arbeiten zu machen. Mit dabei ist auch Jane Lyon, sie arbeitet „vorwiegend mit Silber und Edelsteinen. Ihre Arbeiten sind „inspiriert durch die Farben und Formen der Natur“. Bei Alkie Osterland melden sich schon am Freitag die ersten Interessierten. „Ein Werkstattbesuch ist erlaubt“, sagt sie. Online wie im Original wirken die Schmuckstücke oft wie kleine Skulpturen. Iris Schambergers Arbeiten erzählen Geschichten. Vom Versteck der Meerjungfrau, von Ungeheuern, von verwunschenen Schlössern, Rosengärten und Seerosenteichen. Sie schätzt in Corona-Zeiten die Online-Aktivitäten, auch ihren Onlineshop. „Live wäre mir zwar lieber, aber virtuell ist besser als gar kein Schmucktag.“ Sie ist gespannt auf die Reaktionen. Mit dabei auch Frank Schwope. Seine Werke bewegen sich zwischen Schmuck und Skulptur. Kathrin Wacker setzt sich mit dem Thema Fotografie und Schmuck auseinander. Christiane Wendt ist seit vielen Jahren in Gmünd tätig. Bekannt ist sie auch durch das „Gmünder Einhorn“ und die Anstecknadel „Courage!“, die regelmäßig an verdiente Gmünder verliehen werden.

Schmuck funktioniert am Körper.“

Anke Fischer,, Goldschmiedin

Virtuelle Schmucktage 2021 vom 14. bis 21. Mai

Eigentlich läuft die Veranstaltung im Festsaal des Predigers – wegen Corona aber nur digital, zu finden unter www.schwaebisch-gmuend.de. Von dort gelangt man über Links direkt auf die Homepage der Beteiligten.

Alle Ausstellerinnen und Aussteller hoffen auf die „Messe 126 - Gmünder Messe für Schmuck & Gerät“ vom 1. bis 3. Oktober 2021. Viele der virtuellen Aussteller dieser Woche sind auch im Oktober dabei. Kuratiert und organisiert wird die Messe von der „Stiftung Gold- und Silberschmiedekunst in Schwäbisch Gmünd“.

Warum 126? Die Ordnungszahl 79 bezeichnet im Periodensystem der Elemente Aurum (Gold) und die Ordnungszahl 47 steht für Argentum (Silber). Die Summe ergibt dann die Zahl 126. kust

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